Auf einer Skala von 1 bis 10… Juni 2, 2009
… wie normal ist es , dass sich meine Langhaarkatze im Garten bevorzugt auf kleine Nacktschnecken legt, die ich dann Wochen später ötziförmig wie eine luftgetrocknete ungarische Salami aus dem Fell puhlen darf?
(Sie glauben gar nicht, wie lange ich beim ersten Mal darüber nachgedacht habe, was ich da aus dem Katzenfell geborgen hatte! Ich lag nächtelang wach und war kurz davor, das zerschnurpselte Etwas zu probieren!)
Schnecken mit Häuschen haben übrigens weitaus bessere Überlebenschancen, sind sie erst einmal in die Fellfalle auf vier Pfoten geraten. Die kleinen possierlichen Schleimspurzieher finden sich bei uns im Haushalt regelmäßig am Wassernapf von Frau Katze wieder, wo sie sich ein ausgiebiges Bad zur Feier ihres Überlebens gönnen.
Meine Befürchtungen, dass sich der Wassernapf als luxuriöses Schnecken-Spa in der Region rumsprechen könnte, haben sich bisher als übertrieben erwiesen.
Kein Anschluss unter dieser Nummer… Oktober 25, 2008
Hiermit stelle ich folgende Sachverhalte richtig:
A) Ich wohne nicht bei Paris Hilton zur Untermiete.
B) Ich bin zur Zeit nicht in der Erotikbranche tätig.
C) Ich leite kein erfolgreiches Familienunternehmen für Travestieshow-Fachbedarf.
Und trotzdem komme ich dieser Tage nach Hause und finde mich mit etwas so Bizarrem konfrontiert, dass ich mir wünschte, ich hätte mich in der Wohnungstür geirrt.
Ich betrete also nach einem harten Arbeitstag (an dem auch noch die Frisur überhaupt nicht sitzen wollte) meine Wohnung - und da steht es:
Das „Telefon“ des Grauens.
Ein Traum in Zartrosé. Kommunikationszuckerwatte. Eine artifiziell anmutende Mischung aus einer Miss Piggy-Diva-Boa und einem Fernsprechapparat. Ein Gegenstand aus der Reihe „Die 10 flippigsten Accessoires der 80er“. In MEINER Wohnung! Mein geschützter Raum, meine Wohlfühlzone! Ahhhh!
Ich meine, hallo, mal angenommen, die Polizei kommt und findet so was Geschmackloses bei mir, da bin ich doch sofort auch in allen anderen Punkten verdächtig. Oder von vornerein schuldunfähig. Man weiß es nicht, aber das Risiko ist mir einfach zu hoch. Meine Freunde würden mich sicher sofort ausgrenzen, weil sie befürchten müssten, von mir von diesem Telefon aus angerufen zu werden. Und, ach ja, Besuch könnte ich auch keinen mehr einladen, weil alle Angst hätten, dass gleich Dolly Buster ums Eck kommt, um an meinem Zoschelalbtraum schlüpfrige Zuschauerfragen zu beantworten.
Die ersten Stunden unseres Zusammenlebens haben das Telefon und ich deshalb ganz bewusst auf Distanz verbracht. Erst mal gegenseitig beschnuppern und schauen, wie weit man gehen kann.
Anfassen war beim besten Willen nicht drin – vielleicht aus Angst, dass das Horrorteil noch oder wieder lebt oder einfach so lecker schmeckt, dass ich nicht aufhören kann und mir dann an der Wählscheibe den Magen verderbe.
Beim Vorbeilaufen hat das rosa Flitterzeug aber sehr lieblich im Wind geflattert. Das hatte was. Da bin ich extra ein paar mal zurück gelaufen. Sssssshhh! Wie eine Trauerweide im lauen Herbstwind. Nur viel rosaner.
Meine Katze hatte da weniger Berührungsängste. Bis ich abends mal wieder im Flur vorbeischaute, hatte Lady Lucy das Telefon bereits erlegt und saß, sich scheinheilig putzend, inmitten eines Bergs Püschelfederchen.
Gutes Tier!
Kartoffel und Horst Juli 11, 2008
Voilà:
Das ist Horst. Horst, der Püschel.
Horst ist selber gemacht und der Einzige seiner Art in meinem Haushalt. Eigentlich wäre Horst Horst 2, weil Horst 1 im letzten Sommer spurlos verschwunden ist. Aber durch eine Nummerierung würde ich Horst degradieren und ihn in seiner ganz eigenen Schönheit und Einmaligkeit verletzen. Nein, ich akzeptiere jeden Horst so, wie er ist.
(Horst 1 war übrigens blau, so ein richtig tolles, kräftiges Blau – nicht so ein seltsames Schwarz-Lila. Aber na ja.)
Manchmal ist Horst auch im Garten anzutreffen. Bei schönem Wetter liegt er gerne am Teich.
Hier zu sehen:
… to be continued…
Kartoffel und der Arzt, dem die Frauchen vertrauen März 2, 2008
Schnuffelpluff und Zoschelfutz.
Was jetzt klingt wie irgendetwas aus Harry Potter, sind die Kosenamen meiner beiden Katzendamen. Kira ist die Kleinste unserer Kartoffelkatzensippe, aber immer daran interessiert, im Mittelpunkt zu stehen. So niedlich wie eigensinnig, kommt sie unverkennbar auf mich raus. Neben der einen oder anderen antrainierten Neurose hat sich die Zoschelfutz-Lady rechtzeitig eine chronische Krankheit eingefangen, die nicht lebensbedrohlich ist, aber jede Menge Aufmerksamkeit fordert.
Alle paar Wochen unternehmen Frau Katze und ich also einen Ausflug zum Landtierarzt.
Bis die Katze in der Transportbox ist, bin ich schweißgebadet und soweit abgeklärt, dass ich es ohne Nervenzusammenbruch aushalte, dass Madame die ganze Autofahrt über durchpienst und nur aufhört, wenn ich beruhigend und laut und deutlich auf sie einrede. Am Freitag habe ich auf den Trick mit lauter Musik zurückgegriffen. Während also Amy Winehouse was von Rehab singt, kackt Kira in die Box. Voller Erfolg.
In der Tierarztpraxis angekommen, sitzt neben uns ein Ehepaar mit einem zotteligen Mischling. Sie schaut den Hund mit so viel Liebe an, wie es nur eine Mutter kann. Dazu die stolzgeschwängerten Worte: „Heute sieht er aus wie sein Papa!“. Aus einem unerklärlichen Reflex heraus schaue ich das Herrchen an, kann aber beim besten Willen keine Ähnlichkeiten mit dem Hund erkennen.
Und dann der allerwunderbarste Moment des Tages. Kira und ich sind dran. 10 Minuten bei den schönsten Tierärzten der Welt. Eine Praxis auf dem Land. Vater und Sohn. Beide derart attraktiv, dass man permanent auf ein Fernsehteam wartet, das eine neue Dokusoap drehen will: „Der Doktor, dem die Frauchen vertrauen“.
Der Ältere, ein würdevoll ergrauter Tom Jones-Verschnitt, der Sprössling ein braungebrannter Langhaar-Veterinär. Ich erwische mich jedes Mal dabei, wie ich im Behandlungszimmer nach seinem Surfbrett suche.
Klar ist man da als Tierhalter schon etwas neidisch auf die eigene Katze, die da auf dem Behandlungstisch in den Genuss der heilenden Hände des Arztes kommt.
Schwups, rein mit der Spritze, dabei der legendäre Satz: „So, jetzt läuft das Mäuschen wieder wie ein VW!“
Nur gut, dass Kira demnächst auch mal wieder zum Entwurmen muss. Und auch die Schnuffelpluff-Katze muss natürlich immer regelmäßig geimpft werden.
… und für alle Fälle habe ich dann sicherheitshalber noch die Handynummer vom jungen Doktor, falls mein VW außerhalb der Sprechzeiten unerwartet Mätzchen machen sollte…
Kartoffel und des Pudels Kern November 3, 2007

Da soll noch mal einer sagen,
dass Unterhaltungsmusik nicht sexy macht.
(No animals were harmed during the shooting. Zumindest nicht mehr als sonst auch.)
Nicht, dass Sie mich jetzt falsch verstehen, ich mag die Jacob Sisters. Immerhin singen diese Wonneproppen so sinnenfreudige Sachen wie „Die Ballade von der Pellkartoffel und dem Hering“ oder „Mollige Frauen sind sexy“.
Hören kann ich’s allerdings nicht.
Falls Sie sich als informierter Leser jetzt Sorgen machen, warum das Schwestern-Quartett schon wieder nur zu dritt auftritt -Schwester Rosi war nur mal eben schnell für kleine Sachsenmädchen.
Kartoffel verliebt sich in einen Püschel Oktober 26, 2007
„Na ja, anschauen kann ich sie mir ja mal. Hab’ sowieso nichts Besseres vor!“
Und dann liegt sie vor mir: Silent Magic’s Lady Nathalie.
Eine reinrassige Maine Coon Katzendame, 10 Wochen alt, riesige rosa Pfoten und so flauschig wie ein explodierter Mohair-Wollknäuel, mit einem Püschelbauch, der zum Reinpusten nur so einlädt.
Aha. Stärke zeigen. Nur schauen.
Na ja, vielleicht mal kurz kraulen.
Zwei Stunden später, nach einem Abstecher an den Geldautomaten, zieht Lady Nathalie bei mir ein. Die Fachliteratur zum neuen Familienmitglied lässt mich Folgendes wissen:
„Eine Maine Coon zu besitzen, ist kein Recht. Es ist ein Privileg.“

So, das klingt doch nach einem guten Geschäft. Für ein mickriges halbes Monatsgehalt habe ich mir also ein seltenes Privileg zugelegt.
Noch am selben Abend werde ich entscheiden, dass diese Katze aussieht wie eine Lucy.
Lucy, der Schrecken der Strasse.
Glauben Sie nicht? Dann fragen Sie meine andere Katze, die schwarz-grau-neurotische Kira. Die ist seitdem in Therapie und arbeitet an ihrem Selbstwertgefühl. Wir freuen uns über jeden kleinen Fortschritt.
Vom ersten Moment an weiß die kleine Wuschel-Lucy offensichtlich, was sie wert ist und erobert meine Wohnung selbstbewusst innerhalb von fünf Minuten. Während meine Erstkatze damals nach dem Einzug zwei Tage hinter dem Wasserkasten verschwunden war, trabt mein kleines Privileg forsch schnuffelnd durch alle Zimmer, frisst sich durch die komplette Nass- und Trockenfutterauswahl – und macht danach ein wunderschönes, perfekt geformtes Häufchen ins Katzenklo. Wie rührend, sie ist auch schon stubenrein! Schluchz.
Schade, dass ich damals kein Foto vom ersten Geschäftchen gemacht habe – aber ich konnte ja nicht ahnen, dass ich später mal bloggen würde.
Kartoffel zeigt’s allen: Erotische Gurken! Oktober 11, 2007
Wollten Sie immer schon mal wissen, was Gurken in ihrer Freizeit treiben?
(Achtung! Nichts für schwache Nerven oder Gurkenphobiker!)

Gurken-Peepshow: heiße Gürkchen hinter Glas…
(Die verrückte Killergurke sieht dabei ziemlich alt aus.)
Bilder anklicken für tiefere Einblicke!
Prominenter Besuch im Cabaret „Mixed Pickles“!
(„Wir Grünen halten zusammen!“)
Out-Takes. Bildstörung von rechts.
Feindliche Übernahme des Sets samt Darsteller.
Mit Verstärkung konnte keiner rechnen.
Nach haarigen Verhandlungen kam man zu diesem Kompromiss.
Kartoffel und der Hühnerschreck Oktober 6, 2007
Ich mag ja Geschichten. Am liebsten Geschichten, über die nicht alle lachen können. Eine der außergewöhnlichsten kam neulich von Helmut. Er ist ein leidenschaftlicher Erzähler und hat immer eine Traube von Kindern um sich, die mit offenen Mündern, feuchten Augen und blutigen Ohren lauschen. Unter ihnen diesmal Olaf, der nie ohne seine „Bob der Baumeister“-Kappe anzutreffen ist, aber immer wieder neue und noch spannendere Geschichten von Helmut fordert. Ja, diese kleine Raupe Nimmersatt hatte es nicht anders gewollt.
Helmut: Also, meine Großmutter, die war mit mir als Kind immer auf dem Bauernhof. Und da gab’s ganz viele Hühner. Eines Tages, da haben zwei Hühner… also, der Hahn, der hat… öhm…
Olaf: Jaaaa? Haben die Hühner gefressen?
Helmut bereut es sichtlich, diese Geschichte angefangen zu haben. Er wird dunkelrot im Gesicht.
Helmut: Nein. Die Hühner und der Hahn, die haben… Sport gemacht. So war’s. Und der Hahn, der wollte immer über das Huhn hüpfen.
Olaf: Oh, das ist ja lustig!
Helmut: Aber meine Großmutter war eine anständige Frau, die wollte das nicht, dass das arme Huhn… ähm… vom Hahn… geärgert wird. Also ist sie in das Gehege rein, um den Hahn zu verscheuchen.
Olaf: Oh.
Helmut: Jetzt muss ich dazu sagen, meine Großmutter war eine strenge Frau. Und vor allem war sie sehr… hm… groß… und imposant.
Olaf: Sie war also fett?
Helmut: Genau. Sie war seeeeehr dick. Sie geht also da rein, um für Ordnung zu sorgen – und stolpert. Und fällt. Genau auf das Huhn und den Hahn, die geturnt haben.
Olaf: Haben die sich weh getan?
Helmut. Das Huhn war sofort tot.
Olaf: Aber der Hahn, der hat überlebt?
Helmut: Der Hahn, der war zäh, der ist erst am Abend gestorben. Da kam dann der Bauer zu uns, und meine Großmutter musste ihm auch noch Geld für den Hahn geben.
Olaf ist sprachlos und schaut Helmut entsetzt an. Aber noch viel verwirrter ist er, als er mitbekommt, wie ich vor unterdrücktem Lachen nebendran fast platze.
Kartoffel: Meine Güte, Helmut! Diese Geschichte ist groß-ar-tig!
Olaf: Nun ja. Ich bezweifle, dass die Hühner das auch so gesehen haben. Die sind ja immerhin gestorben.
Ich glaube, mehr Verachtung kann ein kleines Kind gar nicht in seine Stimme legen als Olaf das hier getan hat. Mir egal. Ich lege noch eins drauf. Ich kann ja nix dafür, dass Kinder in seinem Alter noch nichts über den wahren Grund des Bewegungsdrangs der Hühner wissen.
Kartoffel: Aber es war ein schöner Tod!
Olaf verlässt kopfschüttelnd den Raum und überlegt, ob er mir in Zukunft noch vertrauen kann angesichts meines offensichtlich desaströsen Geisteszustandes.
Ich hab’s ja gesagt, ich mag Geschichten, bei denen nicht alle was zu lachen haben.





