La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Linguistik für Liebhaber Oktober 11, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Liebe, Musik — lapetitepatate @ 12:07
Donna Quichotte und Sancho Gitarra.

Donna Quichotte und Sancho Gitarra.

Was sind Brüste in einer Rüstung?

Eine Brüstung.

 

Kartoffelklatsch mit Susanne Betancor März 3, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kartoffelklatsch mit Promis, Kleinkunst, Kunst, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 1:52
Patate mit Popette.
Patate mit Popette.

Susanne Betancor ist die Popette. Eine hinreißend wilde Mischung aus halbspanischer Posängerin und koboldhafter Chansonette. Eine Frau, die von sich behaupten darf, den Begriff „Kammerpop“ geprägt zu haben. Sie ist ein Allroundtalent, Sängerin, Musikerin, Autorin oder auch Malerin und sagt: „Kunst hat die Arschkarte. Sie muss provozieren, unterhalten, irritieren, gefallen, die Sinne anstacheln, die Welt verändern.“ Susanne Betancor hat die deutsche (Klein-) Kunst landschaftlich entscheidend mitgeprägt, einmal kräftig alles umgepflügt mit so wunderbaren Programmtiteln wie „Vollzeitfrisur“ oder „Wurst“.

Erwähnt werden müssen natürlich noch die von der Presse viel bewunderten beweglichen Augenbrauen und Betancors Fähigkeit zur „mimischen Spontanentgleisung“. Die Popette, das ist eine Künstlerin mit Meinung, die mit ihren urkomischen, hochmusikalischen und verspielt skurrilen Shows den Kampf aufgenommen hat: „Ich muss mich wehren gegen Ödnis, Dumpfbackigkeit, Dünkel, den konservativen Reload – reaktionäres Dumpfkabarett, Arschcomedy, den ARD-Freitagsfilm…“

Weichkochend. Bissfest. Très dangereuse.

Kartoffelklatsch mit Susanne Betancor.



1. Mein schönstes Erlebnis mit einer Kartoffel:

eine hat mich letztens im Supermarkt gegrüsst

2. Mit diesem Buch kann man am besten Spinnen erschlagen:

sowas mach ich nicht…und wenn’s sein muss, dann aber mit ÜBERLEBNISS von Ulla Berkewitz

3. Es ist unfassbar, aber bei diesem Film muss / kann ich immer heulen:

ich heule bei allen Filmen, am liebsten bei West Side Story

4. Der Tag ist für mich gelaufen, wenn folgendes Lied im Radio kommt:

…du lässt dich gehn…

5. Mein unvergesslichstes Erlebnis im Schulsport war:

dass der Wille alles ist

6. Ich geb’s zu, als ich 13 war, hatte ich ein Poster an der Wand von:

äh Picasso? glaub ich

7. Niemand sollte je erfahren, dass ich:

hospitalisiere

8. Sonntagmorgen möchte ich auf keinen Fall, dass…

mein Nachbar seine Rolladen hochreisst.

9. Wenn ich Schwarzenegger im Schwimmbad treffe, würde ich ihm sagen:

ich weiss du hast Freischwimmer, aber ich hab Fahrten, ich hab sogar FreiFahrten nur kein Rettung.

10. An mir wird immer unterschätzt, dass ich:

kochen kann

11. Dafür stehe ich sogar nachts auf:

um zu pinkeln

12. Ich hätte besser den Mund gehalten, als ich…

neulich jemandem den Weg erklärt habe

13. Zu einem perfekten Schaumbad gehört für mich:

Schaum

14. Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde er mit folgendem Satz beginnen:

es war wohl so…

15. Wenn morgen mal wieder überraschend eine Fee bei mir klingelt, wünsche ich mir:

Marzipan

Bonusmaterial:
Was ich einer Kartoffel schon immer mal sagen wollte:

halt durch.


Visuelles Kurzpsychogramm:

All about Betancor.


… alles und noch viel mehr über die Frau, die mit den Tönen tanzt:


http://www.betancor.de/

http://www.myspace.com/betancor

.

..


Vi

 

The Kotelett of love Januar 25, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Kunst, Liebe, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 4:53

„Kennste eine, kennste alle – stimmt aber nicht!“

Sagt La Signora. Recht hat sie.

Wenn man erst mal alle bekannten Namen der Musik-Kleinkunst mehrfach gesehen hat, ganz viel Futter bekommt, aber nicht mehr satt wird, dann wird es höchste Zeit, die Fühlerchen nach etwas Neuem auszustrecken.

Getrieben von der unstillbaren Gier nach kultureller Befriedigung, strandete ich also gestern Abend im Theater. Nein, „Theater“ ist das falsche Wort, es ist ein kulturelles Zentrum, dessen Leitung sicherlich tagsüber im Frauenbuchladen arbeitet und wo die Techniker Wollmützen tragen und Sozialarbeit studieren. Und kalt isses da immer („Die Zuschauer und die Scheinwerfer machen dann genug Hitze, da braucht’s keine Heizung!“ – Diese Rechnung geht allerdings nur bei einem vollen Saal auf. Danke.) Im Foyer sitzt gern ein reifes, russisches Zwillingspaar, zwei schwedisch-blondierte Damen mit gut und gern 1,87m Körpergröße (sitzend) und riesigen Händen, die nach Berufskillern ausschauen. Bei meinem letzten Besuch in diesem Etablissement gab’s Wodka und Hustenbonbons von Pigor & Eichhorn – und in meiner Kloschüssel lagen rote Rosenblätter. Find ich nett, da komm ich wieder. Diesmal allerdings mit Schal und Handschuhen. Sicher ist sicher. Aber ganz umsonst.

carmela de feo Wo La Signora auftritt, wird es heiß, denn La Signora ist „The Kotelett of Love“. Heiß und fertig und so anschmiegsam wie spritzendes Bratfett.

Carmela De Feo heißt die Musik-Comedy-Künstlerin, die so überzeugend wie absurd die Bühnenfigur „La Signora“ zum Leben erweckt. Eine zarte Frau im biederen schwarzen Rock und Blüschen, zugeknöpft von oben bis unten. Völlig unerwartet und anfangs von vielen Leuten unbemerkt, stürmt sie von hinten in den Saal und wühlt sich schimpfend und keifend den Weg durch die Menge. Schnell wird klar: Das wird kein kuscheliger Wohlfühlabend, das wird harte Arbeit. Denn La Signora ist die geballte Autorität! La Signora ist ein Star! Eine rassige italienische Vollblut-Diva aus Oberhausen! (Dass sie dabei ausschaut wie eine hutzelige Omi aus Sizilien, kann sie sich erlauben, denn wahre Schönheit kommt von innen.)

La Signora, geboren mit einem Akkordeon am Körper, das über die Jahre mitwuchs, begann ihre Karriere als Alleinunterhalterin auf einem Kartoffelacker. (Allein dafür hat sie meine größte Zuneigung!) Doch ein Star sucht das Licht! Anfangs noch in Form rötlicher Schummerlämpchen in einem Theater, wo auch tagsüber gespielt wurde und die Männer hinter Scheiben saßen, dauerte es nicht lange und La Signora erstrahlte im Neonlicht einer Tankstelleneröffnung.

„Ich bin die Schlachtplatte der Erotik! Und ich brauche einen Mann!“


„Habt ihr das Knacken gehört? Das war mein Eisprung!“

Eine Frau in den besten Jahren, die es ernst meint: Ein Mann muss her! Am besten ein Stalker!

Die wilde Jagd im Saal ist eröffnet. Zu diesem Zweck bleibt das Saallicht das ganze Programm über an. Das schüchtert ein und macht gewaltig Eindruck. Ich habe selten so ein konzentriertes Publikum erlebt. Halb aus Angst, halb aus Faszination, sitzen die Zuschauer mit offenem Mund da und wagen es nicht, etwas zu tun, das den Unmut der Diva erwecken könnte. Auch ich kann mich diesem rauen Charme der Terror-Erotik nicht ganz entziehen, bin aber heilfroh, an diesem Abend kein Mann um die 40 zu sein.

„Jeder Pickel ist ein Schrei nach Freiheit!“

carmela de feo

Ich finde es ja immer herzerfrischend, wenn bei all dem männlichen Künstlerüberschuss auch mal wieder eine Frau auf der Bühne steht. Eine Frau, die den Mut hat, lustig zu sein, ganz schrecklich hässlich auszuschauen und dabei trotzdem so viel Schönheit und Charme ausstrahlt, dass sich jede Menge Männer an diesem Abend freiwillig als Stalker zur Verfügung stellen.

Manchmal lässt La Signora beim Singen und Akkordeonspielen das Publikum eine klitzekleine Ahnung davon bekommen, was sie musikalisch kann. Und man ahnt, das ist jede Menge. Schade vielleicht, dass das Akkordeon nie so ganz wild entschlossen losgelassen wird und so manche skurrile Geschichte in der eigenen Absurdität zu ertrinken droht.

Wundervoll dagegen die ruhigeren Passagen, wenn La Signora auf der Bühnentreppe mitten im Publikum sitzt und ein kleines Märchen vorliest, das ihr damals die Oma in Sizilien erzählt hat, während sie dabei auf dem Schoß der Enkelin saß, die ihr das Gebiß gereinigt hat. Ein Märchen von der Schönheit und der Hässlichkeit, die nach dem Baden ihre Kleider vertauschen und seit diesem Tag immer verwechselt werden.

Und während das Publikum noch versucht, die Poesie des Moments zu begreifen, stürmt La Signora auch schon wieder los und endet in einem furiosen Finale mit einem wilden Liebeslied an ihre Heimatstadt Oberhausen. Sie tanzt! Und wie sie tanzt!

Es war ein ungewöhnlicher Abend. Ein Abend, so prall gefüllt mit kraftvoller Komik und Lust, dass man danach dasitzt und glaubt, einen Tornado überlebt zu haben. Die Frisur ist zerstört, aber der Kopf ist gelüftet vom alten Mief hübscher, aalglatter Liederabende.

„Die Liebe ist wie eine Einbauküche. Irgendwann hat man die Schnauze voll davon!“


Wenn man bedenkt, dass La Signora zur Zeit gerade erst dabei ist, einzelne Küchenelemente zum Aufbau auszupacken, wird es noch sehr viele schöne Abende am Küchentisch geben.

Auf die Liebe!

Auf die Schlachtplatte!

Go, La Signora, go!

Wer noch einen Nachschlag möchte, sollte unbedigt Carmela De Feos Homepage besuchen. Neben tollen Fotos und Videos gibt es dort die Möglichkeit, sich ganz unkompliziert als Stalker zu bewerben. Das ist doch mal ein Service!

http://www.carmeladefeo.de/

 

Kartoffel, die Literatur & das Christstollenkonfekt Dezember 27, 2008

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Literatur, Mein Leben, Musik — lapetitepatate @ 6:08

das-stille-maedchen1

„Gott die Herrin hatte einen jeglichen Menschen in seiner eigenen Tonart gestimmt, und Kasper konnte sie heraushören.“


Mit diesem Satz beginnt Peter Hoegs Roman „Das stille Mädchen“ – und mit ihm ein wochenlanges Martyrium für mich.

Ich geb’s zu, in Sachen Literatur hatte ich es mir in den vergangenen Monaten leicht gemacht. Einmal die ganze Thriller-Palette rauf und runter, schön blutrünstig und schwer verdaulich, dafür umso leichter zu lesen: „Der Seelenbrecher“, „Die Chemie des Todes“, „Gnadenlos“, „Gottlos“ oder „Das Grab im Wald“. Klare Message. Klarer Fall. Ich hatte einen Mordsspaß beim Lesen, aber irgendwie auch ein schlechtes Gewissen und ernsthafte Bedenken, peu à peu zu verblöden, bis ich irgendwann die Kochanleitung für Tiefkühlpizza nicht mehr verstehe, weil die Sätze zu lang sind und zu viele Fremdwörter drin vorkommen tun.

Als dann auch im 12. Psychothriller die Hauptfigur (traumatisierte Polizistin namens Kate oder Sarah, ohne Rückhalt im Team) vom saugefährlichen Serienkiller entführt und misshandelt wird (um dann vom Kollegen Ben, Jeff oder Henry, mit dem sich im vorletzten Kapitel subtil eine amouröse Liaison anbahnte, die dann in heißem Sex endete, in allerletzter Sekunde gerettet zu werden), hatte ich endgültig genug und wusste:

„Toffi, tu was für deine Bildung, sonst isses zu spät!“

Und genau an diesem Punkt trat „Das stille Mädchen“ in mein Leben. Kam so über mich, wie die Nacht über die Welt. Wie der Schimmelpilz über den Erdbeerjoghurt.

Ich lege mich also mit meiner Tigerenten-Kuscheldecke gemütlich aufs Sofa – und lese. Und lese und lese und lese. Nicht, weil das Buch irgendeine Art von Sog entwickelt hätte, sondern weil ich nicht glauben kann, was da vor sich geht: ich lese, und ich verstehe nichts. Ich lese also noch präziser, aber die Handlung erschließt sich mir einfach nicht. Hatte ich aus Versehen 32 Seiten überblättert? War ich eingeschlafen beim Lesen? Ich kenne die Personen nicht, weiß nicht, warum da immer Mönche auftauchen und warum dieser ekelhafte Clown mich depressiv macht. Das ist ein schleichender Prozess. Eben noch gut gelaunt, jetzt schon melancholisch. Alternder Clown rettet naseweises Mädchen vor bösen Machtmonstern. Und dann ist da noch diese über alles wachende „Gott die Herrin“, die das theologisch-esoterische Fass endgültig zum Überlaufen bringt.

Trotzdem war mein Ehrgeiz gepackt. Und siehe da, nur 5 Wochen und 488 Seiten später war’s soweit: der Kampf ging mit folgendem Abschnitt zu Ende:

„Was er hörte, klang auf jeden Fall schön. Auf jeden Fall wie die ganz große Galavorstellung. Und auf jeden Fall sehr, sehr beschwerlich.“

Gestern Abend um 18.46 Uhr habe ich das Buch „Das stille Mädchen“ zugeschlagen und behutsam zur Seite gelegt.

Wenig überraschend, das Ende.

Nein, überraschend wenig Ende.

Blöd, wenn zum Schluss alles anders kommt als man hätte denken können, dass es eventuell unter gewöhnlichen Umständen hätte kommen können.

Merke: Das ewig Weibliche wird allzeit überdauern. Und: Clowns sind gar nicht immer lustig, manchmal sind sie auch einfach widerlich.

Oder doch nicht, weil ja gar nichts so ist, wie es scheint vor Gott der Herrin?

Und überhaupt: warum soll man immer am Ende noch einen Knüller parat haben, eine überraschende Wendung der Handlung? Eine klitzekleine Katharis im Entwicklungs- und Reifungsprozess der Protagonisten? Diesen erlösenden Aha-Effekt? Wer Buße tut, wird das Paradies sehen? Nee, Quatsch, alles Quatsch und überholte Erwartungen, wie sie nur von einem Psychothriller-Leser kommen können. (Am Ende ist der Mörder tot, und Kate hat Ben ganz doll lieb. So geht das.)

Ich muss gestehen, ich war nach der Lektüre ziemlich verunsichert und hatte zuerst nicht mal mehr Lust auf Christstollenkonfekt. Was wäre, wenn ich der Depp bin? Und gar nicht Peter Hoeg? Was dann?

Ganz heimlich, muss ja keiner wissen, surfe ich also nach internationalen Buchbesprechungen. Und siehe da: ich bin nicht allein! Da draußen gibt’s ganz viele belesene Menschen, denen es genauso erging wie mir! Ja, genau, treffender könnte ich es nicht sagen: „Strampeln im Erzählbrei, „literarischer Mumpitz“, „pathetischer Feminismus“, „pseudo-musikologische Stilblüten“, „hanebüchene Handlung“, „esoterisch verbrämte Formeln und reichlich kitschige Szenen“…

Ahhhh, das tut gut! Das geht runter wie Kartoffelbrei!

Als nächstes lese ich „Das Kind“ von Sebastian Fitzek. Da ist schon der erste Satz Garantie für gute, spannend-verständliche Unterhaltung:

„Als Robert Stern vor wenigen Stunden diesem ungewöhnlichen Treffen zugestimmt hatte, wusste er nicht, dass er damit eine Verabredung mit dem Tod einging.“

So was macht mich sehr sehr glücklich.

 

„Gemütlich voll“ – Malediva gibt den singenden Lebkuchen November 29, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Mein Leben, Musik, Queer — lapetitepatate @ 2:22

(c) Marc


Wenn das Berliner Chansonduo MALEDIVA in meinem Lieblingstheater aufschlägt, dann ist da immer derart ausverkauft, dass man als Zuschauer eine konkrete Vorstellung davon bekommt, wie sich ein Huhn in Käfighaltung fühlen muss. Der Theaterleiter nennt das – ganz Profi – „gemütlich voll“. (Erklär das mal den Hühnern. Gaaaack-gack.)

An unserem „gemütlichen“ 4-Plätze-Stammtisch wurden gestern Abend also 9 ausgewachsene Erwachsene platziert, und ich habe so wenig Raum für mich, dass sich noch nicht mal meine Platzangst frei entfalten kann.

Rechts von mir die Krokette, die für die nächsten drei Stunden keines ihrer Beine wird ausstrecken können und zum Klatschen eindeutig in meinen Luftraum eindringen muss.

Nun bleibt zu hoffen, dass wenigstens die fünf fremden Mitsitzer am Tisch sympathisch sind und man gern mit ihnen willenlos Körperkontakt haben möchte.

So, da kommen sie ja auch schon: vier leidenschaftlich parfümierte, dauergewellte Damen nach den Wechseljahren, die sicherlich Nordic Walking machen, aber durchaus offen dafür sind, sich mal einen Abend lang schwules Entertainment einzuverleiben. („Ach Gott nee, was für scheene Männer! Noch ‘n Äppelwoi, Petra?!“)

Mit etwas Verspätung kommt dann auch noch der Herr Hahn im Korb, ein kahlköpfiger Rentner im rosa Strickpulli. Noch bevor er richtig sitzt, wird klar: der wird anstrengend. Krokette verrollt die Augen Richtung Theaterdecke, ich suche Erlösung durch den Blick auf die Bühne.

Oh, ein ganz und gar bezauberndes Bühnenbild steht da! Zwei Schlitten, Kunstschnee und drei weiße Kunsttannen. Oh du fröhliche! Aber was steht da rechts außen mitten im Plastikwinterwald?

„Du, Krokette, liegt da ein Tier auf der Bühne?“

„Nee, das sind Wintermäntel, ein Schal und obendrauf eine Pelzmütze.“

„Ach.“

„Yep. Von den Frauen aus der ersten Reihe.“

Wie bitte? Wie respektlos ist das denn? Die private Garderobe mal eben locker auf die Bühne ausgelagert? Mitten ins Bühnenbild? Nein, so kann ich nicht. Da krieg ich keine besinnlichen Gefühle. (Später, so nach dem dritten Lied, werden von Reihe 1 aus auch noch sämtliche Weinflaschen samt Gläser auf die Bühne outgesourct. Ist aber auch so eng an diesen winzigen Bistrotischen. Und wenn der Landadel ausgeht und 20 € Eintritt bezahlt hat, dann isses nicht einzusehen, dass die singenden Kasper mehr Platz haben sollen als die Zuschauer. Klarer Fall.)


„Drücken Sie da mal drauf!“

Mein lustiger Tischnachbar hält mir einen monströsen Kugelschreiber unter die Nase und grinst dabei frivol. Ich drücke. Das Schreibgerät gibt ächzend verzerrte Stöhngeräusche von sich. Unfassbar. Ein Scherzartikel. Ich drücke also gelangweilt ca. sex mal auf dem Teil rum und unterdrücke ein Gähnen.

„Na los, komm schon, das Geräusch wirste doch kennen!“

(Bäh, was für eine Supersau. Dem vermiese ich seinen Spaß!)

„Hm…. nee, ich komm nicht drauf. Vögel? Singende Vögel vielleicht?“

„Was?“


Und dann endlich: Auftritt MALEDIVA!

Sie singen schöne Lieder und sie sehen schön aus. Hässlich sind immer die anderen, und Schnee gibt’s bei uns in Tütchen. Lebkuchen für Alle! Die Dame neben mir hört wohl schlecht, ihre Schwester muss alles LAUT wiederholen. Herrlich. Ich krieg Kopfweh. Pause.

Mein schwuler Freund Michi sitzt mit offenem Mund wie schockgefrostet neben mir, im Augenwinkel ein Tränchen. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm.

„Michi, alles okay?“

„Nee du, gar nicht… ich komm grad gar nicht damit klar, dass die Tetta heute ausschaut wie ein Mann… sie ist so… hm, männlich…!“

Ich spüre, wie nebenan eine Welt zusammenbricht und versuche zu trösten.

„Aber Tetta schaut mit den längeren Wuschelhaaren doch richtig süß aus, oder?!“

„… Super…. ich will noch ein Bier.“

Auf meinen Scherzartikelfreund gegenüber ist Verlass. Er spürt, dass jetzt der ideale Zeitpunkt für ein aufheiterndes Gespräch wäre, bevor die Stimmung gänzlich kippt.

„Was meinen Sie, die zwei Sänger sind doch ein Paar, oder?“

Eigentlich hätte ich schreien wollen: „Jaaaaa, die sind stockschwul, verheiratet und haben sicher mehr Spaß im Bett als du, Arschloch!“

Stattdessen mein kläglicher Versuch, das Thema einigermaßen höflich abzukürzen:

„Keine Ahnung.“

Wo das Eis schon mal gebrochen ist und alle herzhaft gelacht haben, will der Herr Komiker jetzt etwas persönlicher werden und lockt Michi, die Krokette und mich ganz unverblümt mit einer (aus seiner eingeschränkten Sicht) legitimen Frage aus der Reserve:

„Und, wie gehört ihr zusammen? Jetzt mal ehrlich!“

Da wäre ich ja liebend gern schreiend davongerannt. Aber es war zu voll und ich wäre sicher nicht weit gekommen. Wahrscheinlich wäre ich direkt am Stuhl des netten Herrn hängen geblieben und von ihm neckisch auf den Schoß gezogen worden.

Der zweite Teil des Programms geht genau so lange wie mein Kopfweh braucht, um zur mittelschweren Migräne zu werden. Allein beim Gedanken an Lebkuchen wird mir schlecht und nebenan kreischt die schwerhörige Tante:

„Aber der Pianist ist nicht schwul, oder?“

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum.

Weihnachtliche Gefühle muss ich mir jetzt doch wieder irgendwo anders besorgen.

 

Ich hör Musik – Best of Rest of Cora Frost Oktober 11, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Kunst, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 9:32


„Was wäre“,
denkt der Mann im Mond,
„wenn jetzt die große Welle kommt?“


‘Wenn ich jetzt und hier sterbe, dann wäre das okay so!’

Am Donnerstag hab ich mich doch tatsächlich dabei erwischt, wie ich fast so etwas gedacht hätte. In einem kleinen Anflug von Glückstaumeligkeit. In einem perfekten Moment. Und nein, ich hatte keinen richtig guten Sex oder das ultimative Jägerschnitzel auf dem Teller. Ich war im Konzert bei Cora Frost.

Best of Rest of Cora Frost.

„Con l’amor più vero
mi son perso in te…“

Treue Kartoffelfreunde wissen es, Cora Frost ist die Künstlerin, die ich seit Jahren am nachhaltigsten bewundere. Ohne Kompromisse, ohne Zweifel: „Ich hätte ihr Pommes gemacht“!
Wie viele andere „Kleinkünstler“ habe ich schon sich über deutsche Bühnen schnulzen hören. All die schönen Menschen mit ihren seelenschmeichelnden Liedchen. Nett. Aber „nur für eine Nacht“. „Das Glück war nur von kurzer Dauer“, weil ich viel zu schnell satt wurde, und Nachschlag gab’s selten.
Nein, Musik soll mich herausfordern, ich will mich damit beschäftigen, vielleicht so, wie mit einer guten Lüge, die mit mir nachts ins Bett geht und morgens nebenan am Frühstückstisch sitzt. Unrasiert. Remember, the good lies always win.

Mit guten Liedern verhält es sich ganz genauso.


„I am a fantasy…
mirror mirror look at me
do you believe what I see…“

25 Jahre Cora Frost! (Wow, doch schon so lange!) Zeit zu feiern!
Und wenn ein Pfundsweib wie die Frost sich aufmacht, ihre Reste zum Besten zu geben, dann ist das wie eine Inventur bei Tiffany’s. Ein Lied hochkarätiger als das nexte! Von wegen „billig billig billig“!

„Seht, da kommt sie, die Hure, die dreckige, die!“

Sie hätte sich nach unten geschlafen, wird der Frost vom kongenialen Pianisten Gert Thumser da vorgeworfen. Aber wer Cora Frost an diesem Abend in Pforzheim auf der Bühne gesehen hat, der weiß, dass solch eine Vollblutkünstlerin – und fiele sie noch so tief – immer ganz oben sein wird.
Eine Ausstrahlung wie sieben Sonnen und eine Energie, dass selbst das Duracell-Häschen nervös werden würde. Die Frost singt. Und wirklich alle Zuschauer hängen an ihren Lippen, ab der ersten Note wird gejohlt und geklatscht, wie man es sonst nur bei einem Robbie Williams kennt. Und ich denke, wie schön das ist und wische mir verstohlen ein Tränchen aus dem Augenwinkel. Halb lachend, halb weinend. Es ist wohl die Art von Vorahnung, wie sie nur eine Frau haben kann.

„Wo sind nur meine Jahre geblieben?
Schob sich zwischen mich und meinen Sommer…
Hatte die Füße oft im Dreck
und den Kopf im Himmel drin…
Ich hör Musik
dahin will ich zurück…“

So ein „Best of“-Programm konfrontiert ja nicht nur den Künstler erbarmungslos mit seiner Vergangenheit, sondern rechnet auch mit mir als Zuschauer gnadenlos ab. Zeit für eine beeindruckende Bilanz.
Wie treu und zuverlässig hat mich die Musik von Cora Frost immer wieder begleitet, in Glücksmomenten, bei Seelenkater oder einfach so. Der Frost`sche Supermarkt lässt dich nicht im Stich!

Im Frühling mit der dicken Marie Blüten in Tüten gekauft, den Sommer am Ostseestrand mit Jules und Jim verbracht. Und wenn im Herbst morgens bei der Fahrt zur Arbeit die Krähen an Ljubas Küsse im Kohlfeld erinnerten, freute ich mich schon auf den Winter: endlich wieder antarktisches Petting! Alles Sachen, die es ohne Frost für mich so wohl nie gegeben hätte.

„Hier bei dir da könnt ich glücklich sein
doch die Welt sie scheint mir hier zu klein…“

Das „Best of Rest of Cora Frost“ ist so viel Musik wie absurdes Theater. Kostüme! Pailletten soweit das Auge reicht! Clownsnasen! Bademäntel! Und da, kindlich bunte Bommel an der Musik!
Herrlich übermütiger Klamauk und berührende Momente wechseln sich in Sekundenschnelle ab. 2,5 Stunden reinrassige Ausnahmekunst. Nach so einem euphorisch gefeierten Konzert mag man es kaum glauben, „dass die Bühne der einsamste Ort der Welt ist“. Wo doch vor der Bühne nur Freunde sitzen, die nichts sehnsüchtiger erwartet haben als die Rückkehr der wilden Mutter.

Goodbye Mama! Don´t smoke in bed! Und komm bald wieder!

… ,,,Auch großartig, genial und gut gelaunt:
…….Gary Schmalzl, Toni Nissl & Gert Thumser.
……(anklicken fürs große Vergnügen!)

ein geschmackvolles Tourplakat.

Schmückt jedes Kartoffelzimmer: ein geschmackvolles Tourplakat.

PS: Danke an meine Hof-Fotografin Cora-Mae für die Fotos!

 

Kartoffelklatsch mit Tanja Ries Oktober 3, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Cartoon, Chanson, Kartoffelklatsch mit Promis, Kleinkunst, Kunst, Mein Leben, Musik — lapetitepatate @ 2:59

 

 

Tanja Ries. Die Elfe unter den Heldinnen des neuen Berliner Chansons. Großstadtengel mit einer Stimme, die mitten ins Herz trifft, sich dort einnistet und glücklich macht. Die Presse nannte sie die „deutsche Version von Björk“, vielleicht ist Tanja Ries aber auch einfach nur die zarteste Versuchung seit es Chansonetten gibt.

Tanja Ries ist zudem engagierte Kulturschaffende und seit einigen Jahren Gastgeberin des wunderbaren „Chansonfest Berlin“ im BKA-Theater. Als künstlerische Leitung mit Sachverstand und Herzblut gibt sie Newcomern der Chansonszene ein wohliges Plätzchen im Rampenlicht und lässt gleichfalls allergrößte Größen und wilde Mütter des Chansons zu Wort und Gesang kommen! Allein dafür geht Tanja Ries HERZWÄRTS! Da war es nur logisch, dass die Künstlerin, deren neue CD mir viele Sommerabende verzaubert hat, die begehrte Einladung zum Kartoffelklatsch von mir erhalten hat!

 

Weichkochend. Bissfest. Très dangereuse.

Kartoffelklatsch mit Tanja Ries.

 

1. Mein schönstes Erlebnis mit einer Kartoffel:
Immer wieder: das Essen … am liebsten nur mit Butter

2. Mit diesem Buch kann man am besten Spinnen erschlagen:
Ich würde niemals ein Buch dafür verwenden – immer nur Espandrillos aus weichem Gummi :-)

3. Es ist unfassbar, aber bei diesem Film muss / kann ich immer heulen:
Bei jeder einzelnen Folge von Grey’s Anatomy, bei Fimlen von Fatih Akin … und sogar beim letzten Polizeiruf.

4. Der Tag ist für mich gelaufen, wenn folgendes Lied im Radio kommt:
Ich vermeide es Radio zu hören und wähle meine Musik lieber selbst aus.

5. Mein unvergesslichstes Erlebnis im Schulsport war:
Beim Handstand vom Schwebebalken zu fallen, mit Beine breit – unangenehm.

6. Ich geb’s zu, als ich 13 war, hatte ich ein Poster an der Wand von:
Boney M. Das, auf dem sie alle nackt waren und nur mit Ketten bekleidet. Eine Beigabe der aktuellen „Super 20″- Platte.

7. Niemand sollte je erfahren, dass ich:
… mit Irokese bekleidet, als harte Punkfrau des Provinzstädchens Pforzheim heimlich zuhause Cat Stevens gehört habe.

8. Am Sonntagmorgen möchte ich auf keinen Fall, dass…
… mir die Milch beim Kochen überläuft oder ich keine Zigaretten mehr habe.

9. Wenn ich Angela Merkel im Schwimmbad treffe, würde ich ihm/ihr sagen:
Dass es so echt nicht weiter gehen kann, und ob wir uns nicht mal mir ein paar vernünftigen Menschen gemeinsam unseren Haushaltsplan anschauen wollen … vielleicht ein paar Kampfflieger weniger kaufen und die Kinder vor Armut bewahren … oder ihr ein wenig über die Wichtigkeit von Bildung erzählen, sie mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens vertraut machen, ihr von den Gefahren von Atomkraft berichten … ein schlichtes informatives Gespräch eben.

10. An mir wird immer unterschätzt, dass ich:
… auch lustig sein kann :-) , über einen heiligen Zorn verfüge und sogar beats baue ;-) .

11. Dafür stehe ich sogar nachts auf:
Für meinen Sohn – und nur für den :-)

12. Ich hätte besser den Mund gehalten, als ich…
meiner Lehrmeistern im Fotogeschäft, als sie mich darauf aufmerksam machte wieviele Minuten ich morgens immer zu spät komme, vorgerechnet habe, wieviele Stunden ich abends immer noch bleibe. Das hat kein gutes Ende genommen. Oder doch?

13. Zu einem perfekten Schaumbad gehört für mich:
Ruhe – ein seltenes Gut.

14. Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde er mit folgendem Satz beginnen:
Sie sprang schon, mit beiden Beinen voran, in dieses Leben hinein, schaute sich um, wunderte sich … und machte sich ihre Gedanken. So ist das bis heute.

15. Wenn morgen mal wieder überraschend eine Fee bei mir klingelt, wünsche ich mir:
Auf diese Situtation bin ich seit meiner frühen Kindheit vorbereitet :-) . Einen Wunschring würd ich mir wünschen.

Was ich einer Kartoffel schon immer mal sagen wollte:
Es ist gut dass es dich gibt, zum stöbern, schmunzeln, amüsieren, informieren … und zum Essen eben :-)

 

Visuelles Kurzpsychogramm:

……

Sie wollen noch mehr wissen über Tanja Ries? Kann ich verstehen!

 Dann nix wie hierlang:

http://www.tanjaries.de/

http://www.myspace.com/tanjaries

 

Und hier noch ein Tipp so heiß wie die berühmten Ofenkartoffeln:

Chansonfest Berlin vom 9.-12.Oktober 08 im BKA-Theater

http://www.chansonfest-berlin.de/ 

 “Herzwärts… hin zu… oder… hmm… Herzwärts eben“

 

 

 

 

Best of Rest of Gruppenfoto September 21, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 12:04

 

Das muss gefeiert werden: 25 Jahre Cora Frost!

25 Jahre voller Wunder, Würstel und Wildschweinserenaden und dabei immer zuverlässig unberechenbar!

„Best of Rest of Cora Frost“ heißt das aktuelle Programm der Diva mit Bodenhaftung, und man muss davon ausgehen, dass die Frost aus ihren Resten ein Festmahl zaubert, nach dem man sich nicht nur in Kennerkreisen die Finger lecken wird!

Wunderbar absurd wie Cora Frost selbst, ist auch das Motiv des neuen Tourplakates.
Cora Frost mit Band – Nackte Tatsachen! Ungeschminkte Wahrheiten und ein Hauch von Glamour wie seinerzeit beim Denver Clan! 

 

 Ja, schauen Sie nur genau hin, das soll so sein!

Solche Bilder brennen sich natürlich bei mir ins Gedächtnis und lodern wie kleine Lagerfeuerchen in meinem Unterbewusstsein. (Was ganz angenehem für eine gewisse Grundwärme im Innersten sorgt.) Es lodert also so lange, bis eines Tages alles ganz unerwartet Sinn macht. Da surf ich dann vermeintlich ziellos im Internet rum – und fragen Sie jetzt bitte nicht, wie so was passieren kann – und da sehe ich es:

 

 Best of Rest of Weichzeichner.

Ich glaube ja nicht an Zufälle. Eher an Hommagen. Und die Kunst, aus etwas so Albernem wie einem ABBA-Kitsch-Bild ein Foto zu erschaffen, das so manchem Kleinkunstzuschauer den Blutdruck in die Höhe treiben wird. (Man denke nur mal an Gert „Schmollmund“ Thumser!)

Und wenn ich dann so dem Leben wieder mal eines seiner bestgehütetsten Geheimnisse entlockt habe, werde ich ja erst richtig aktiv. Und kreativ.

Und so was kommt dann dabei raus:

 

 Best of Rest of Gemüsegarten

 

Für alle, die spontan Lust auf mehr bekommen haben, könnte ich jetzt z.B. das ABBA-Musical „Mamma Mia“ empfehlen. Tu ich aber nicht. Gehen Sie besser zur Frost, die feiert nämlich am kommenden Mittwoch, den 24.9.08 ihre große Berlin-Premiere im Admiralspalast!

„Best of Rest of Cora Frost“ mit dem einzigartigen Gert Thumser, Gitarrengott Gary Schmalzl und dem smarten Toni Nissl am Schlagzeug. Kostüme, Beleuchtung und Gesang! Theater trifft modernstes Chanson im Sexschuppen – in Stereo und Farbe! Bunt und berauschend wie eine Wundertüte an Silvester!

 

Kartoffel feiert mit der Band April 26, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Kleinkunst, Mein Leben, Musik — lapetitepatate @ 9:23

... leckere Mischung !

Lecker! 

Neulich im spanischen El Gaggenal. Denis Fischer und die Carsten Sauer Band bekunden ihre Sympathie für kleine Kartoffeln.


Carsten spielt noch mit Puppen.

Die Band schmückt sich mit fremden Puppen.

Darf sie auch, denn sie hat heute Geburtstag!

Happy Birthday, Carsten!

 

Kartoffelklatsch mit Cora Frost April 20, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Cartoon, Chanson, Kartoffelklatsch mit Promis, Kleinkunst, Mein Leben, Musik — lapetitepatate @ 2:14

Cora, Toffi & Gert

 Kennen sich schon sehr lange:

Toffi mit Cora Frost (links) und Gert Thumser (rechts). Hart, aber haarig.

 

Cora Frost. Sängerin, Performance-Künstlerin, Regisseurin, Autorin und Herrendarsteller. Ausnahmemensch. Wundermacherin. Königin des modernen Chansons mit einer Vorliebe für skurriles Liedgut, Wasser (äußerlich), dünne Frauen und dicke Honigjungen oder auch Traktoren. Angeborener Hang zum Absurden und immer herzergreifend nah am Leben. Lieder, die zupacken und sich tief in der Seele einnisten.

Cora Frost schafft es, in ihrer Kunst abgründige Melancholie mit geballter Lebensfreude wie selbstverständlich zusammenführen. Und das in einer Intensität und Ehrlichkeit, wie es nur wenige Menschen vermögen.

 

 

Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse.
Kartoffelinterview mit Cora Frost.

 

1. Mein schönstes Erlebnis mit einer Kartoffel:

Sechste Wunderewigkeit: echter Kartoffelbrei.

2. Mit diesem Buch kann man am besten Spinnen erschlagen:

ich erschlage keine Spinnen, ich spreche zumindest erst mit ihnen.

3. Es ist unfassbar, aber bei diesem Film muss / kann ich immer heulen:

im Kino, wenn das Licht ausgeht, heul ich quasi von alleine, da brauchts gar keinen Film.

4. Der Tag ist für mich gelaufen, wenn folgendes Lied im Radio kommt:

Eskimogesänge….

5. Mein unvergesslichstes Erlebnis im Schulsport war:

wie man vom 3 Meter Brett geschubst wurde und wie der Finger gesucht wurde.

6. Ich geb’s zu, als ich 13 war, hatte ich ein Poster an der Wand von:

kein Poster, nur Musik von Mahler und sterben wollen(Fortsetzung bei 7.)

7. Niemand sollte je erfahren, dass ich:

mich mit 13 in meinem Zimmer eingeschlossen hab und sehr wild auf „Girls Girls Girls“ von den Sailors getanzt habe, – neben dem sterben wollen.

8. Am Sonntagmorgen möchte ich auf keinen Fall, dass:

mein Hamster Blinddarm kriegt und Koliken und entsetzlich quiekt, und sich hin und her schmeisst. Nein, das würd ich nicht wollen, wenn ich einen Hamster hätte.

9. Wenn ich Simone Signoret im Schwimmbad treffe, würde ich ihr sagen:

ähh..h………….

10. An mir wird immer unterschätzt, dass ich:

mbpf mbpf mpl ompf pfschskrr

11. Dafür stehe ich sogar nachts auf:

ein Tänzchen in der Küche mit Käfer Franz Klein, Schaben und der Ungezieferkapelle. Mit menschlichen Ungeheuern, Kartoffeln und einer Spinne die uns alle versucht mit einem Dostojewskischinken zu erschlagen. Ach ja, der berühmte Schinkenmann darf auch nicht fehlen. Der bringt Käse und ein ganzes Schinkenbein in einem Rollkoffer, direkt aus dem sonnigen Spanien.

12. Ich hätte besser den Mund gehalten, als ich:

mir beim Telefonieren mit einem Wäscheständer den Vorderzahn ausgehauen habe.

13. Zu einem perfekten Schaumbad gehört für mich:

Schaum

14. Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde er mit folgendem Satz beginnen:

Oh ja es war ein herrlicher Sommermorgen, trotz des Regens, und der Igelmann sagte zu der Igelfrau, komm wir gehen ein wenig vor die Tür, uns vertreten und könnten mal klopfen bei der alten Ameise, ob sie noch alle hat und dann ein wenig Tennis spielen auf der Feenwiese im Morgentau, barfuss, und wir beide ganz weiss, in weissen Tennisröckchen und Söckchen, hei das wird ein Spass, ich seh den Ball schon fliegen und alle werden staunen und auch der Löwe, die alte Miesmantsche, wird mal wieder aus seiner verstunkenen Höhle rauskriechen, und sagen, ohhh, oh, dass sieht aber appetitlich aus, die zwei niedlichen Igelchen, darf ich mitspielen wird er blöd fragen, weil er kann sich ja nicht verstellen, er ist zu gierig und hat einen zu schlechten Charakter..usw. usw.usw..

15. Wenn morgen mal wieder überraschend eine Fee bei mir klingelt, wünsche ich mir:

Zwei Igel zu sehn, die auf der Feenwiese Tennis spielen. Federball ginge auch.

PS. zur Fee
ich würde der Fee auch ein Täschen Tee anbieten oder auch Kaffee, wenn sie möchte, weil auch Feen müssen erstmal ihr Herz auschütten, und alle wünschen nur und wünschen; wo soll das denn hinführen. und wenn sie dann hübsch entspannt wär und fröhlich, dann würd ich das mit den Igeln vorbringen.

Bonusmaterial:
Was ich einer Kartoffel schon immer mal sagen wollte:

nicht so grosse Augen machen und hüte dich vor Linda. Pilotäpfel gehn.

 

Visuelles Kurzpsychogramm:

All about Frost!

 

Wärmstens zu empfehlen! Weiterbildende Frost-Links:

www.corafrost.de

http://www.myspace.com/cora_frost

 

Cora Frost mit Federn und Kartoffel.

Cora Frost mit Federn und Kartoffel.


Nicht verpassen!

Cora Frost zum letzten Mal mit „Wir waren auch in Zucker und Butter“ in der Berliner „Bar jeder Vernunft“ am 29.4. und 12.5.08!

Ahhhh, la vie est belle!

Und weil’s so sein soll und früher alles auch schon sehr sehr schön war:

Ab September 2008 „The Best of Rest of Cora Frost“ mit Thumser, Schmalzl und Nissl – und natürlich Frostl am Gesang!

  

„Das bisschen, was ich zu sagen habe, kann ich auch singen!“, meint Frau Frost und rockt das Haus mit einem hübschen Lied von Turbonegro 
- „I got erection“!

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Danke, liebe Cora, fürs Mitmachen und all die wunderbaren, corafrostigen Antworten! Ein ausgesprochen leckerer und lustiger Kartoffelklatsch! Was für eine große Ehre für eine kleine Kartoffel!
Und nochmals danke für den Hinweis, dass wir uns überraschenderweise bereits im Jahr der Kartoffel befinden… Das darf gefeiert werden!
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