La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Drüm prüfe, wer sich ewig bindet März 13, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Liebe, Medien — lapetitepatate @ 6:39

In meiner Tageszeitung lese ich heute in der Rubrik „Lebensweisheiten“ einen Beitrag über „Das Wunder der Ehe – Lachen ist besser als Streiten!“.

Warum halten manche Ehen eine halbe Ewigkeit, während andere Paare noch nicht einmal die Chance bekommen, sich auseinander zu leben? Und warum kann es hilfreich sein, den Partner mal so richtig von Herzen auszulachen?

Mit jeder Hochzeit heiratet man ein paar unlösbare Probleme“, weiß der Heidelberger Psychotherapeut Arnold Retzer zu berichten. Das macht doch Mut, den letzten finalen Schritt mit seinem Partner zu gehen. Andererseits hat man das Problem eventuell ja auch ohne Trauschein bereits jahrelang neben sich im Bett liegen, nur dass dann am Ende noch nicht mal Schmerzensgeld in Form einer Witwenrente rausspringt.

Wie man in Studien herausgefunden habe, so Superheld Retzer, sei das Festhalten „positiver Illusionen“ immer sinnvoll, wenn es darum geht, eine lang anhaltende, glückliche Ehe zu führen. Einer Studienteilnehmerin fiel es deshalb auch prompt wie Schuppen von den Augen:

Als ich zugenommen hatte, hat er gesagt, er mag dicke Frauen. Als ich wieder abgenommen habe, hat er gesagt, er mag schlanke Frauen. Irgendwann habe ich dann begriffen, dass er mich liebt.“

Vielleicht ist er aber auch nur ein notorischer Lügner oder ein wankelmütiges Weichei. Oder das Aussehen seiner Freundin ist ihm einfach schnuppe. („Schatz, schau mal, meine Hose passt wieder!“ – „Warum, war sie vorher zu groß?“)

Unverzichtbar wichtig sei es, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren („Toll, Schatz, wir sind jetzt beide dick, wie romantisch!“) und dennoch Widersprüche zuzulassen („Aber dein Hintern ist noch viiiiel fetter als meiner!“). Das Paradoxon der Partnerschaft. Wären wir alle gleich, könnte ich mich ja einfach selbst lieben, was offensichtlich zu naheliegend wäre.

Das pragmatische Resümee des Beziehungs-Besserwissers lautet übrigens:

Es kommt letztlich nicht darauf an, sich zu vertragen, sondern sich zu ertragen. Ein Arrangement, das auch als resignative Reife bezeichnet werden kann.“

Ich geb’s auf. Ich glaube, ich bin zu reif, um die Ratschläge von Herrn Retzer zu ertragen. Aber heiraten muss ich den Typen deshalb ja noch lange nicht, auch wenn es in einer Ehe mit ihm sicher sehr viel zu lachen gäbe.

 

Kartoffel und die Hafennutte Januar 15, 2008

Gespeichert unter: Medien, Mein Leben, TV — lapetitepatate @ 8:01

Ich kann nicht anders. Ich muss jeden Abend „Big Brother“ schauen. Und damit komme ich in echte Schwierigkeiten. Die soziale Ächtung kann ich wegstecken, aber viel schlimmer ist, dass zeitgleich auf VOX „Das Perfekte Dinner“ gekocht wird und Thomas Hackenberg im Quiztaxi rumfährt. Hallo?! Ich kann mich doch nicht zerreißen!

Die 8. Staffel „Big Brother“! Neu: jetzt noch hoffnungsloser!

Der hauseigene Fisch versucht schon innerhalb der ersten 24 Stunden Selbstmord zu begehen. Er hatte sich das Elend kurz angeschaut und wollte dann nur noch sterben. Kein Happy End für ihn, er wird gerettet.

Die Bewohner – ein Potpourri an menschlichen Sonderbegabungen. Naddel zum Beispiel schaut aus wie Naddel, und Studentin Anki flennt seit ihrem Einzug durch. Die kleene Melly aus Marzahn gibt’s der Stripperin Isi so richtig dreckig, indem sie, als diese mal wieder wie die letzte Hafennutte auf der Matratze rumfliegt, ihr ins Gesicht sagt, dass sie wie die letzte Hafennutte auf der Matratze rumfliegt. Was für eine Frechheit! Dabei hat Isi doch Abitur und nimmt ihren Beruf ernst. (Ich gehe übrigens schwer davon aus, dass sie ausschließlich in dunklen Räumen strippt.)

Mich erinnert Isi übrigens an Laura Palmer aus „Twin Peaks“. Sie hat so diese asoziale Verlorenheit und für David Lynch-Filme typische Leere. Isi wäre sicher die Erste, die es in einem Horrorfilm erwischt, weil sie in viel zu engen Hotpants im Haus die Treppe hoch flüchten würde.

Kevin ist in dieser Staffel der neue Freak, dem die Frauen vertrauen, weil sie ihn als asexuellen Teddybären betrachten, während er sich wundert, weshalb er plötzlich so einen guten Lauf bei den Weibern hat. Angespornt von so viel Erfolg, wird dann vom Frauenversteher schon mal so lange eine Salzstange lasziv geleckt, bis ich brechen muss. Kevin, lieber Kevin, warum sollte es eine Frau antörnend finden, wenn du Knabbergebäck so lange lutschst bis es weich ist?!

Die Moderatorin Charlotte Karlinder ist offensichtlich im 27. Monat schwanger, aber keiner weiß, von wem. Wenn ich sie gestern beim Nuscheln richtig verstanden habe, soll ihr Freund behaart sein, aber das hilft mir jetzt auch nicht richtig weiter. Ich werde allein schon deswegen weiter dranbleiben, weil ich wissen muss, ob die Karlinder im armen oder reichen Bereich niederkommen wird. Und ob Salzstangenlutscher Kevin dann die verständnisvolle Hebamme machen wird.

 

Kartoffel vergeht der Appetit Oktober 17, 2007

Gespeichert unter: Medien, TV — lapetitepatate @ 8:41

Ich habe mich ja schon lange daran gewöhnt, dass Medien die fürchterlichsten Typen irgendwo aus dem Dreck ausgraben und in das Licht der Scheinwerfer zerren.

Erinnern Sie sich an den Kannibalen von Rotenburg? Das war dieser Typ, der im Jahre 2001 zu seiner Internetbekanntschaft Bernd B. sagte: „Du, ich hab Dich zum Fressen gern“.
Seinerzeit ging das ganz groß durch die Medien. Ich weiß noch genau, wie mir beim Lesen der detaillierten Schilderungen im „Stern“ schlecht geworden ist – und ich dabei ausgerechnet in der heißen Badewanne gelegen habe und mein Kreislauf ins Schwitzen geriet.

Lebenslange Strafe, lebenslange Schande. Hinter Gittern und ab dafür. Ewige Verdammnis, gerne psychologische Beratung, aber ich will’s nicht wissen.

Doch nun erfahre ich heute, dass dem Herrn Kannibalen eine exklusive RTL Dokumentation gewidmet wurde, die immerhin 2,44 Millionen Deutsche vor den Fernseher zog. Vermutlich, weil das „Perfekte Dinner“ leider wieder viel zu schnell vorbei war und der Film „Hannibal Rising“ viel zu wenig gemenschelt hatte.

„Der Kannibale von Rotenburg sieht nicht so aus, wie wir uns einen irren Menschenfresser vorstellen.“, weiß die BILD Zeitung heute zu berichten. Und ja, tatsächlich, es gibt ein Exklusiv-Fotoshooting! Original Kannibalen-Fotos, die die Bestie plötzlich selbstzufrieden lächelnd zeigen, adrett rausgeputzt und weltmännisch posierend am Kaffeeautomaten der JVA.

Das ist e-kel-haft! Bäh.

Das People-Magazin „Vanity Fair“ hatte da schon früher den Riecher, wer der neue Star von morgen sein könnte. Da gab’s nämlich eine kleine Exklusiv-Titelstory „Der Kannibale von Rotenburg – über sein Leben, seine Tat“. Auch hier diese schicken Fotos, die unglaublich sympathisch wirken wollen. Ja, ein Kannibale im Lifestyle-Magazin, gleich neben Catherine Zeta-Jones.

Blöd nur, dass der Kannibale lebenslänglich einsitzt und man ihn so nicht auf Tournee schicken kann. Herr Menschenfresser könnte wunderbar Tim Mälzers Show „Born to cook“ die nötige gewagte Würze geben. Spannend wäre es auch, ob die Kochkünste für den Wochensieg beim „Perfekten Dinner“ ausreichen würden oder ob ein paar vegetarische Zicken total unaufgeschlossen reagieren würden.

Entschuldigung. Ich habe mich da jetzt etwas vergaloppiert.

Wie sagte noch gleich Günter Stampf, Reporter aus Leidenschaft und Interviewpartner des Kannibalen: „Ohne Bibel hätte ich diese Abgründe nicht überstanden.“
Nachdem er sich vom ersten Schock erholt hatte, nahm der Vollblutjournalist all seine Kraft zusammen und schrieb ein „Sachbuch“ mit dem reißerischen Titel „Interview mit einem Kannibalen“.
Vielleicht hätte man ihm die Bibel rechtzeitig abnehmen sollen.