La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Kartoffel und der letzte Heuler September 13, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Kinder, Mein Leben — lapetitepatate @ 1:08

Da sitze ich also mit zwei pfiffigen Kartoffelkindern auf der Bank und überblicke friedlich die eindrucksvolle Weite des Sandkastens. Und während ich so überlege, ob die imposanten panierten Würstchen noch Katzenkot oder schon Hundedreck sind, beginnt neben mir eine philosophische Gesprächsrunde.

Nadja (6): „Erwachsene heulen nie.“

Carla (11): „Na, na, täusch dich da mal nicht!“

Nadja schaut mit kritischem Blick zu Carla, die weiterhin sorgfältig ihre Fingernägel ausmistet und offensichtlich eine kleine, wirkungsvolle Kunstpause eingelegt hat…

Carla: „Eltern weinen heimlich. So, dass es keiner sieht!“

Nadja: „Hm… aber ich hab meinen Vater schon weinen gesehen! Genau 1 mal!“

Carla: „Echt? Cool! Dann war er sicher sautraurig!“

Nadja: „Nö. Mein Papa hat geweint, als Kaiserslautern aufgestiegen ist!“

 

Die bissige Kartoffelschau Juli 12, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Kinder, Mein Leben, Theater — lapetitepatate @ 2:10

Jetzt kann ich’s sagen: Ja, die Gerüchte stimmen!

Die Kleine Kartoffel hat den Sommer tanzend verbracht! Wild und ausgelassen tanzte sie, bis ihre zarten, ballerinaesquen Füßchen breitgestampft waren wie zwei Kartoffelpuffer! Und alles für die Kunst!

Aber zum Glück fiel der Sommer dieses Jahr auf einen Montag und so konnten ein größeres Unheil und langfristige orthopädische Schäden abgewendet werden.

Frau Patate hatte also neben dem Ausdruckstanz noch genügend Zeit, sich anderen künstlerischen Projekten total hinzugeben. Wenn nicht gerade filigrane Gurken-Kraniche für den China-Imbiss nebenan geschnitzt oder Kartoffeltaschen gefilzt wurden, wechselte man mal eben ins Genre „Kindertheater“ und zeigte mit seiner zweiten Regiearbeit allen, wo der Frosch die Locken hat!

Ein Plakat aus dem Hause Patate.

Ein Plakat aus dem Hause Patate.

Niedlich, gell? Und so brav! Und was hatten die Eltern ihren Spaß! Ja, da wird schon mal ein kleines Kind aus der ersten Reihe weggeschubst, damit man hindernisfrei filmen kann. Immerhin kann sich Lisa-Maria das Video dann zu Hause in aller Ruhe anschauen.

Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde mein persönliches Theater ganz anders aussehen… irgendwie kartoffeliger und wilder… vielleicht in etwa so:

„KaPü“ – „Compagnie de danse de la Patate“ präsentiert: Tanzheater für junggebliebene Gemüsefreunde!

Now playing:

„Der Froschkönig“ oder „Wie die niedliche Prinzessin zu der Erkenntnis kam, dass man viele Frösche schälen muss, um eine Kartoffel zu finden.“

„Dem der das schafft,

dem geb ich sogleich,

eine Tüte Pommes

und die Hälfte von meinem Reich!“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann frittieren sie noch heute.

 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Mai 1, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Kinder, Mein Leben, Queer, Soziales — lapetitepatate @ 8:58

Ein Fehler.

Es handelt sich hierbei zwar nur um einen Artikel aus der Rubrik „Freizeit-Spass“, dennoch möchte man meinen, Herr Al Bano Carrisi selbst wäre ein grober Übersetzungsfehler der Schöpfung. Und was bin ich froh, dass man diesem durch und durch heterosexuellen Schnulzenfuzzi Mann und Übervater die Möglichkeit zu einer ausladenden Richtigstellung seiner mittelalterlichen Ansichten gegeben hat. Klingt doch alles gleich viel differenzierter und reflektierter, wenn man es nur richtig übersetzt.

Ja, Homosexualität als Laune der Natur! Ein seltsamer Streich! Ein Makel!

Verbreitet sein Wort! Übersetzt, was das Zeug hält!

Eine Frage hätte ich noch: Ich möchte Sie wirklich nicht beunruhigen, Signor Carrisi, aber wie alt sind ihre beiden süßen Kinder? Ganz sicher, dass der hübsche, lockige Knabe im Vordergrund nicht doch mal ein sensibler Schwuler wird? Oder das blonde Mädchen da in Ihrem Arm, hätte sie nicht das Potential zu einem bisexuellen Luder?

Herr, wirf Hirn vom Himmel!

 

Früh übt sich April 4, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Kinder, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 6:31

„Wir waren ja letztes Jahr auf einer Kreuzfahrt in Dubai. Toffi, machst Du eigentlich auch lieber Urlaub in Ländern, in denen die Menschen reich und glücklich sind? Also, diese armen Menschen und Armut möchte ich im Urlaub nicht sehen.“

Clara (8 Jahre alt)

 

Wie tief kann man sinken? Februar 8, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Kinder, Mein Leben, Soziales, Sport — lapetitepatate @ 5:15

„Ja, was macht die Kartoffel denn nun für eine Sportart? Und warum gackert sie erst und legt dann nix?“


Solcher Art Gedanken werden Sie, meine lieben Leser, nachts um den Schlaf gebracht und tagsüber die Konzentration geraubt haben.

Es tut mir leid, dass ich Sie so lange auf die Folter gespannt habe. Aber ich musste mich erst einmal von den sportlich ambitionierten Anstrengungen der letzten Tage erholen. Wie Sie wissen, war die perfekte Ausrüstung bereits angeschafft, und gut vorbereitet ging’s dann auch ans Werk.

Zuerst einmal in der Theorie. Zu klären waren folgende Grundsatzfragen:

- Sind Kartoffeln hydrophil?

- Was ist zu tun, wenn Chlorwasser in die Kartoffelaugen kommt?

Nun zur Praxis.

Alles begann mit einem Winterspaziergang um den Kartoffelhäuser See. Eine vertraute Umgebung, duftendes Wasser links und Hundehaufen rechts. Und plötzlich steht da ein neuer Schaukasten! An meinem See, direkt neben dem Anglerverein, wo’s im Sommer immer die dicksten Fischbrötchen der Welt gibt. (Hab ich schon mal erwähnt, dass ich jedes Mal schon nach einem halben Fischbrötchen kapitulieren muss? Es schüttelt mich dann immer so vor lauter sauer. Aber das nur am Rande.)

Ich guck also in den Kasten, trete dabei mit dem Profil meiner Sportschuhe einen verdammt großen Hundehaufen in die Breite, und kann nicht glauben, was da beworben wird. Zum Glück schaffe ich es noch, ein Foto zu machen, bevor mich ein brutaler Lachanfall ausschaltet.

Plitsch platsch Pinguin...

Unterwasser-Rugby? Für Kinder? So was gibt es?

Schauen Sie sich das Bild mal genauer an. Würden Sie wollen, dass Ihre kleine, zarte Tochter Clara-Sophie da mitmacht? Ich finde ja, in dieser Mannschaft gibt es auffallend viele… monumentale Jungs! Scheint fast so, als geht ins Unterwasser-Rugby alles, was zu behäbig ist fürs Fußball und zum Nintendo spielen zu dicke Finger hat. Und es ist für die kleinen Racker so wunderbar gelenkschonend, wenn sie unter Wasser ihre Aggressionen auslassen können. Toll.

Ist der Trainer dann auch unter Wasser dabei oder macht er es wie der weiße Hai? Dann munter werden, wenn das Wasser sich rot verfärbt?

Fest steht, wenn Ihre Tochter Unterwasser-Rugby spielen darf, sind sie als Eltern ganz sicher nicht überbehütend und können pädagogisch auch mal loslassen.

Mein persönliches Fazit zum Thema Unterwasser-Rugby:

Fett schwimmt oben, und die Kleinen müssen unten rumwuseln und die Punkte machen. Raten Sie mal, wer am Ende dann wieder feist den Pokal ins Bild hält. Genau. Der Ottfried-Kevin.

 

Was vom Michel übrig blieb Januar 17, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Kinder, Liebe, Literatur, Mein Leben, TV — lapetitepatate @ 1:57

„Miiiichel, du Lausejunge!“

Das war einen Sommer lang der meist gebrüllte Satz in meinem Elternhaus. Und das nicht, weil ich einen frechen Bruder hatte oder meine Mutter immer noch an ihrer schweren Niederlage zu knabbern gehabt hätte. (Sie wusste nämlich bis zum Tag meiner Geburt ganz genau, dass sie einen Jungen bekommen würde, einen Steffen Alexander. Mein Vater wollte ein Mädchen. Er hat gewonnen, musste dann aber blöderweise im Hochsommer das komplette Kinderzimmer noch mal von blau auf gelb umstreichen.)

Michel aus Lönneberga

Dieser ungezogene Michel war kein geringerer als Michel Svensson. Besser bekannt als „Michel aus Lönneberga“. Seine Abenteuer waren auf meinen allerliebsten Lieblingsschallplatten – und die liefen den ganzen Tag durch, immer wieder und wieder, obwohl ich die Texte längst auswendig konnte. Ich saß vor der Plattenhülle und himmelte Michel an, der mir in Großaufnahme entgegenstrahlte: blond wie ein Weizenfeld und Zähne so groß und weiß, wie man’s aus dem wahren Leben gar nicht kannte, weil man selbst ja noch die ollen Milchzähnchen hatte. Da lag ich also auf dem Teppich vor der Box und stellte mir vor, wie aufregend es wäre, einen Sommer lang mit Michel durch Lönneberga zu toben, der alten Krösa-Maja Streiche zu spielen und Vater Anton in den Wahnsinn zu treiben.

Michel war meine erste große Liebe.

Mein Freund Ralf. Erstversorgung nach Dreiradunfall.

Mein Freund Ralf. Erstversorgung nach Dreiradunfall.

Meine Spielkameraden waren im Vergleich zu Michel irgendwie sehr gewöhnlich. Da war Ralf, mit dem habe ich immer „Vater, Mutter und Kind“ gespielt. Während Ralf mit meinem Dreirad zur Arbeit gefahren ist, blieben die Kinder, also sein Bär Bruno und mein Hase Hoppel – wir waren eine der ersten Patchworkfamilien überhaupt – wieder mal an mir hängen. Und wenn Ralf 11 Runden durch den Garten gefahren war und geschafft von der Arbeit nach Hause kam, musste die Grassuppe schon auf dem Tisch stehen.

Irgendwann war mir das zu blöd und ich habe ernsthaft versucht, mit Simone von nebenan und deren Barbies glücklich zu werden. Nach dem 17. Erpressungsversuch à la „Wenn du mir nicht was Süßes mitbringst, bin ich nicht mehr deine Freundin“, hatte ich die Nase voll vom Zickenterror und bin heim zu Bruno, Hoppel und Ralf, die mich dankbar zurücknahmen. Es kam mir allerdings auch zugute, dass sich Ralf gerade in einer schrecklichen Lebenskrise befand, weil sein Guppy Jens unerwartet Selbstmord begangen hatte. Bei der gemeinsamen Beerdigung waren wir dann schon wieder die besten Freunde: Ich durfte sogar die Klospülung drücken.

Vor ein paar Wochen habe ich mir die „Michel aus Lönneberga-Spielfilm-Edition“ auf DVD gekauft. Ich bin jetzt in einem Alter, wo man anfängt, von früher zu reden, wo die Erinnerung bereits Mitleid zeigt und einen Schleier der Sanftmut über alles legt. Früher war alles schön. Früher war immer Sommer und Sonnenschein.

Komisch nur, das ich noch genau weiß, dass es an meinen Geburtstagsparties im Mai immer geregnet hat und im Sommer vor der Einschulung mein Spielkamerad an Hirnhautentzündung gestorben ist. Der war einfach weg, dabei hatte er mich doch gerade noch beim Polizeihundspielen in den Arm gebissen. Und die vielen Teddys auf dem Grab und die trauernde Mutter, die heulend zu meiner Mama sagt: „Es ist doch besser, dass er jetzt tot ist. Welchem Kind wollte man zumuten, in so einer Welt zu leben?“. Ich stand dabei und fühlte mich wie übrig geblieben und war zutiefst verunsichert, weil ich ja noch ein Weilchen in dieser Welt leben sollte.

Neulich lege ich also unter heutigen Lebensbedingungen die Michel-DVD ein und freue mich auf die Erinnerungen aus der Kindheit. Mit einer gemächlichen Kamerafahrt über grüne Wiesen und rote Holzhäuser setzt der Soundtrack ein – und mit ihm meine Tränen. Ich weiß nicht, warum, aber ich muss so schlimm heulen, dass ich nach 15 Minuten den Film stoppe, weil ich sonst am nächsten Morgen aufgequollen gewesen wäre wie ein Gummibärchen nach einem ausgiebigen Wasserbad.

Seitdem habe ich mich nicht mehr an Michel rangetraut.  Was wäre, wenn das damals alles gar nicht so toll war? Wenn Michel schlichtweg ein hyperaktiver Rotzlöffel war? Seine Eltern Anton und Alma überforderte Rabeneltern? Und mit dieser bitteren Erkenntnis Erinnerungen hochgekommen wären, die gar nicht zu mir gehören können?

Ich hatte so viele schöne Stunden mit Michel, da lass ich mir nicht in meine Nostalgie reinpfuschen. Aber es ist gut zu wissen, dass meine Erinnerungen auf DVD gebannt im Archiv stehen. Wer weiß, wozu sie eines Tages noch gut sein werden.

Demnächst hier: Wie ich lernte, einen Vampir zu lieben, ohne gebissen zu werden.

 

Meine Lieben in Rosarot Januar 9, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Kinder, Liebe, Mein Leben, Queer — lapetitepatate @ 12:38

Da sitze ich also mit fünf Kindern im Alter von 6-54 Jahren beim Mittagessen und versuche, glaubhaft zu vermitteln, dass Radieschen im Salat wirklich nichts Schlimmes sind und die Käsespätzle nicht besser schmecken werden, nur weil man sich beim Essen die Nase zuhält.

Jonas (6): „Ich möchte heute einen Tischspruch sagen!“

Es packen sich alle reflexartig bei den Händen und los geht’s:

„Jeder isst soviel er essen kann, nur nicht seinen Nebenmann. Piep, piep, piep wir ham uns alle lieb!“

Ahhhh. Wo hat das Kind nur so was her? Jetzt tut man so viel für eine unsentimentale Erziehung und dann so was. Aber es kommt noch besser.

Jonas: „Ich will für meine nächste Geburtstagsparty ein Motto haben!“

Okay! „Rostige Ritter“. „Miese Monster“. „Peinliche Piraten“.

Klar, warum nicht!

Jonas: „Mein Traumschloss in Rosarot ! Da ist dann alles rosa und nur ganz wenig rot. Und ganz viele rosane Rosen und so! Alle müssen rosa tragen. Also rosa, hellrosa, dunkelrosa…“

Timo (7): „.. und blau?“

Jonas: „Nein. Natürlich nicht.“ (verdreht genervt die Augen)


Ich frage mich ja schon seit längerer Zeit, ob es für einen kleinen Jungen schädlich sein kann, einen lila Fleecepulli tragen zu müssen, der den Aufdruck „Little Princess“ hat . Etwas Ähnliches muss in diesem Moment auch Carla gedacht haben, die mit ihren 10 Jahren schon weit rumgekommen ist und der nichts Menschliches fremd ist.

Carla: „Ich hab in London mal zwei Penner gesehen, die sich geküsst haben!“

Während ich im Hintergrund noch irgendwas höre wie „…rosa Teller, rosa Servietten, rosa Tischdecke…“, konzentriere ich mich jetzt besser auf das Weltbild der Jugend. Natürlich gibt es auch prompt eine Reaktion, bei der die pfiffige Kartoffel sofort einhaken kann.

Julia (9): - immitiert ein herzhaftes Würggeräusch und klopft sich an die Stirn - „Pft, schwule Penner. Schwul! Und Penner! Typisch! E-kel-haft!“

Timo: „Was ist jetzt, kann ich auch in blau kommen?!?“

Hm, Toffi, schnell, sag was, damit die Kinder wieder was gelernt haben.

Toffi: „Es ist überhaupt nichts Schlimmes dabei, wenn ein Mann ein Mann liebt oder eine Frau eine Frau. Jeder ist anders und bei uns gibt’s da kein richtig oder falsch. Und nein, wenn das Motto „Mein Traumschloss in Rosarot“ ist, dann kommt da keiner in blau!“

Carla: „Ich war auch mal lesbisch. Da war ich 6.“

Hm. Hä?

Carla: „Yep. Ich war da nämlich in Hermine Granger verliebt!“

Oh, isses nicht herzergreifend?

Toffi: „Na ja, nur weil du Fan von Hermine Granger warst, bist du ja nicht gleich lesbisch.“

Offensichtlich hatte ich in diesem Moment Carlas starke Gefühle für die kleine Zaubermaus unterschätzt.

Carla: „Doch, doch, das war schon so. Aber das ist vorbei. Heute find ich Lara Croft besser, die ist richtig sauscharf!“

Julia: „Waaaas, biste immer noch lesbisch?“

Carla: „Näääää, guck doch, ich hab nicht mal mehr Pailletten an den Jeans!“

Alle verschwinden zeitglich mit ihren Köpfen unter dem Tisch und bewundern die heterosexuellsten Hosen der Nation:

Tatsache, keine Pailletten.

 

Caspar, Melchior und Rosenkohl Dezember 23, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Comedy, Kinder, Liebe, Mein Leben — lapetitepatate @ 12:48

Speisung der Heiligen...

Und weil Fotoalbumgucken so nostalgisch macht und nur einmal im Jahr Weihnachten ist, kommt hier noch ein ganz besonderes Leckerli.

Heute aus der Reihe „Nächstenliebe“:

Die relativ klitzekleine Kartoffel füttert die Heiligen Drei Könige mit Rosenkohl-Kartoffelbrei-Pampe.


(Ich hoffe, dies hatte keine drastischen Auswirkungen auf das spätere Geschehen in der Krippe. Wer weiß, ob der pumpelsatte Melchior dann nachts überhaupt noch mal raus wollte? Und wie hat Caspar die Begegnung mit dem Godzilla im Karorock überstanden? Balthasar jedenfalls forderte Nachschlag und kam noch Jahre später immer am 23.12. pünktlich zum Abendessen vorbei.)

 

Kartoffel, der Klugscheißer und eine Prise Elfenstaub September 17, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Kinder, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 10:06

„Kleiner Klugscheißer“ würde man dazu wahrscheinlich sagen. Aber das wäre unsensibel. Lasst es uns schön reden und es wertschätzend „ein Kind mit einem gesunden Selbstbewusstsein“ nennen.

Da sitze ich also mit dem putzigen Wonneproppen Justin bei den Hausaufgaben und versuche, mich nützlich zu machen. Immerhin habe ich im Mathe-Abi 6 Punkte geschafft – ein Umstand, der mich mental und auch emotional gestärkt an die Situation rangehen lässt.

 

Toffi: „Haste echt super gemacht, Justin! Nur hier ein kleines Fehlerchen…“

Justin: „Nein.“

Toffi: „Wie bitte? Hä? Nein?“

Justin: „Das stimmt alles.“

Toffi: „Schau mal, hier… 12+3=17 … das ist falsch…“

Justin: „Nein.“

Toffi: „Doch.“

Justin: „Mein Onkel ist Wissenschaftler und deswegen weiß ich auch alles! DU hast bestimmt nicht so einen Onkel!“

Toffi: „Hm…“

 

Toffi, denk nach! Nö, nix zu machen, kein promovierter Onkel, von dem ich wüsste. Nur einer mit einer Ferienanlage samt Baggersee neben dem Atomkraftwerk und einer, der in Pelze macht. Mist! Hat mich der kleine Nasenpopler jetzt tatsächlich drangekriegt?

Verwirren. Man muss ihn verwirren.

 

Toffi: „Dafür gibt’s in meiner Familie Könige und Prinzessinnen und Elfen und Kobolde!“

 

Das Kind starrt mich entsetzt an. Wahrscheinlich aus purem Mitleid, aber auf kleine Kinderseelen kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen.

 

Toffi: „Und jetzt radierst du die 17 weg. Sofort!“

Justin: „Okay.“

 

So. Geht doch. Ein bisschen Personenautorität hat noch keinem geschadet.

 

Notiz für mich.
Nicht vergessen: Samstag große Familienfeier im königlichen Märchenschloss bei Tante Tussnelda. Antiallergikum einnehmen, da vermehrtes Aufkommen von Elfenstaub!

 

Kartoffel erlebt ihr blaues Wunder Februar 27, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Kinder, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:55

Wie war das doch gleich noch mal mit dem Frühling, der sein blaues Band rauskramt? Bei dieser Jahreszeit muss man offensichtlich auf alles gefasst sein.

Ich schaue aus dem Fenster. Frühling. Die Vögel zwitschern, die ersten Bäume blühen zaghaft in den Farben eines Milchshakes vor sich hin. Blauer, unbedeckter Himmel. Und lachende, spielende Kinder.

Plötzlich wird die Idylle jäh unterbrochen, als ein aufgelöstes Kind keuchend die Tür reingestürmt kommt. Die Augen vor Entsetzen weit geöffnet.

Kind (laut schreiend):

„Toffiiiii, komm schnell! Das musst du dir anschauen! Der Himmel ist total nackt!“

Ahhhhh.
Wundervoll, wenn Kinder ab einem gewissen Alter ein fast schon hysterisches Gespür für die Schönheit der Natur entdecken.