La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Mai 1, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Kinder, Mein Leben, Queer, Soziales — lapetitepatate @ 8:58

Ein Fehler.

Es handelt sich hierbei zwar nur um einen Artikel aus der Rubrik „Freizeit-Spass“, dennoch möchte man meinen, Herr Al Bano Carrisi selbst wäre ein grober Übersetzungsfehler der Schöpfung. Und was bin ich froh, dass man diesem durch und durch heterosexuellen Schnulzenfuzzi Mann und Übervater die Möglichkeit zu einer ausladenden Richtigstellung seiner mittelalterlichen Ansichten gegeben hat. Klingt doch alles gleich viel differenzierter und reflektierter, wenn man es nur richtig übersetzt.

Ja, Homosexualität als Laune der Natur! Ein seltsamer Streich! Ein Makel!

Verbreitet sein Wort! Übersetzt, was das Zeug hält!

Eine Frage hätte ich noch: Ich möchte Sie wirklich nicht beunruhigen, Signor Carrisi, aber wie alt sind ihre beiden süßen Kinder? Ganz sicher, dass der hübsche, lockige Knabe im Vordergrund nicht doch mal ein sensibler Schwuler wird? Oder das blonde Mädchen da in Ihrem Arm, hätte sie nicht das Potential zu einem bisexuellen Luder?

Herr, wirf Hirn vom Himmel!

 

Denn das Glück sollte man auskosten März 20, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:03

Ich befinde mich derzeit in einem relativ schleimigen Gesamtzustand, und mein Hausarzt würde an der Stelle sicher wieder sagen: „Da hat sich wohl was draufgesetzt!“.

Kaum hat der Frühling mal zaghaft sein kleines Schnuffelschnäuzchen rausgestreckt, fängt bei mir die Pollenallergie an. Gewissenhaft wie ich bin, hab ich mir nahezu ganzjährig andauernde Allergien zugelegt – ich beginne im Spätwinter mit der Hasel und lasse das Schniefen dann so Ende Oktober langsam mit den Gräsern ausklingen. Und wo ich grad schon mal dabei war, mich als wandelnde Röchelpustel zum Drops zu machen, kann’s ja nicht schaden, noch einen Schnupfen und Halsweh draufzusetzen.

Was der Grund des Schneuzens ist, lässt sich leicht mit einem beherzten Blick ins Taschentuch feststellen, sagt mein Arzt.

Achtung, Kugelschreiber bereithalten, hier kommt die Regel zum Rotz:

Schleim = klar + flüssig = Allergie und blöd

Schleim = gelb-grün + zäh = Infekt und böse

Ich hab grade alles. Das ist gemein und blöd-böse.

Als mein Arzt damals die Resultate meines Allergietests gesehen hat, fand er wunderbar tröstende Worte für mich: „Wow…! Aber schön, dass Sie bei so einem Befund noch nicht ihren Humor verloren haben, Frau Toffel!“

(Ja, das ist schön. Ich hab daraufhin noch einen kleinen Arzt-Witz gemacht und bin zum Verschleimen nach Hause gegangen.)

Jedenfalls habe ich armes Schniefschnucki mir für heute fest vorgenommen, mir was Gutes zu tun, und da ich sowieso rausmusste, war ich wild entschlossen, dem Pollenflugfrust was Pfiffiges entgegenzusetzen: Kaufrausch!

Gezielt eingesetzt, soll der ja Wunder bewirken!

Ich packe also meinen Einkaufswagen und nehme mit: Schwammtücher, Katzenfutter, 300g Süßkartoffeln und einen WC-Stein. Und was soll ich sagen – nix. Null Effekt auf mein Wohlbefinden! Hatschiiii.

Und dann treff ich ihn! Plötzlich steht er vor mir, genau so, wie ich es in meinen Träumen immer vor mir gesehen habe:

Glückstee. Mit Banane.

Genau. Tee. 20 Doppelkammerbeutel „Momente des Glücks – Banane-Kleeblüten“ für 1,79 €!

Banane mit Glück – verdammt, ist das gut! Ich mag nämlich zufällig beide Zutaten extrem gerne, wobei mich die Banane fast noch mehr angesprochen hat.

An der Kasse hab ich einen Rentner mit Weißwein und passendem Kleingeld vor mir, genug Zeit also, meine Phantasie eine Runde Gassi zu führen.

Wie mag die Kleeblüte ansich schmecken?

Muss der Klee vierblättrig gewesen sein, um das volle Glücksaroma entfalten zu können?

Und warum ist da eine zartgelbe Ballerina auf der Teepackung drauf? – „In Anlehnung an Edgar Degas / Daneuse-Fin d’Arabesque“, erklärt mir die von vorne betrachtet rechte Seite der Schachtel. Ach so, nee, ist klar. Da halt ich mich doch besser an die Banane, deren Konzept versteh ich.

Wie dem auch sei, heute Abend findet bei mir das ultimative Glücksprogramm statt. Auf DVD gibt’s „Ein Quantum Trost“, weil ich Daniel Craig als James Bond durchaus akzeptabel und scheißerotisch finde – und weil „Wolke 9″ von Andreas Dresen bereits ausgeliehen war.

Und genau dann, wenn ich’s vor Entspannung kaum noch aushalte, mache ich mir eine Tasse Banane-Glücksklee-Tee. Was dann hier bei mir so abgehen wird, davon hab ich dank der Teepackungsgebrauchsanweisung bereits eine sehr konkrete Vorstellung:

„Das Herz jubelt, der Kopf schwebt in den Wolken, die Welt strahlt in den leuchtendsten Farben. Genießen Sie diese Stimmung mit Meßmer ‘Momente des Glücks’!“

Und wehe, mir geht’s morgen nicht besser! Ich schwör’s, ich trink sofort wieder Cola und schau „Big Brother“. Und ja, vielleicht leg ich mir spontan noch eine Hausstauballergie zu. Sicher ist sicher.

(An dieser Stelle möchte ich der Firma „Tempo“ danken, die mich all die Jahre zuverlässig und niesfest mit Taschentüchern versorgt hat. Ohne Euch wär das alles nicht möglich gewesen. Hatschiii.)

 

Eingeschränktes Seevermögen Februar 11, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 10:37
Eingeschränktes Seevermögen

Eingeschränktes Seevermögen

Sorgfältiger Service: Saison übergreifender Schilderwald am See.

Außerdem strengstens verboten: im Sommer mit Eis zu schwimmen oder im Winter Wasser aus dem See zu trinken.

Hunde dürfen übrigens weder im Sommer noch im Winter ins Wasser geworfen werden.


 

Wie tief kann man sinken? Februar 8, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Kinder, Mein Leben, Soziales, Sport — lapetitepatate @ 5:15

„Ja, was macht die Kartoffel denn nun für eine Sportart? Und warum gackert sie erst und legt dann nix?“


Solcher Art Gedanken werden Sie, meine lieben Leser, nachts um den Schlaf gebracht und tagsüber die Konzentration geraubt haben.

Es tut mir leid, dass ich Sie so lange auf die Folter gespannt habe. Aber ich musste mich erst einmal von den sportlich ambitionierten Anstrengungen der letzten Tage erholen. Wie Sie wissen, war die perfekte Ausrüstung bereits angeschafft, und gut vorbereitet ging’s dann auch ans Werk.

Zuerst einmal in der Theorie. Zu klären waren folgende Grundsatzfragen:

- Sind Kartoffeln hydrophil?

- Was ist zu tun, wenn Chlorwasser in die Kartoffelaugen kommt?

Nun zur Praxis.

Alles begann mit einem Winterspaziergang um den Kartoffelhäuser See. Eine vertraute Umgebung, duftendes Wasser links und Hundehaufen rechts. Und plötzlich steht da ein neuer Schaukasten! An meinem See, direkt neben dem Anglerverein, wo’s im Sommer immer die dicksten Fischbrötchen der Welt gibt. (Hab ich schon mal erwähnt, dass ich jedes Mal schon nach einem halben Fischbrötchen kapitulieren muss? Es schüttelt mich dann immer so vor lauter sauer. Aber das nur am Rande.)

Ich guck also in den Kasten, trete dabei mit dem Profil meiner Sportschuhe einen verdammt großen Hundehaufen in die Breite, und kann nicht glauben, was da beworben wird. Zum Glück schaffe ich es noch, ein Foto zu machen, bevor mich ein brutaler Lachanfall ausschaltet.

Plitsch platsch Pinguin...

Unterwasser-Rugby? Für Kinder? So was gibt es?

Schauen Sie sich das Bild mal genauer an. Würden Sie wollen, dass Ihre kleine, zarte Tochter Clara-Sophie da mitmacht? Ich finde ja, in dieser Mannschaft gibt es auffallend viele… monumentale Jungs! Scheint fast so, als geht ins Unterwasser-Rugby alles, was zu behäbig ist fürs Fußball und zum Nintendo spielen zu dicke Finger hat. Und es ist für die kleinen Racker so wunderbar gelenkschonend, wenn sie unter Wasser ihre Aggressionen auslassen können. Toll.

Ist der Trainer dann auch unter Wasser dabei oder macht er es wie der weiße Hai? Dann munter werden, wenn das Wasser sich rot verfärbt?

Fest steht, wenn Ihre Tochter Unterwasser-Rugby spielen darf, sind sie als Eltern ganz sicher nicht überbehütend und können pädagogisch auch mal loslassen.

Mein persönliches Fazit zum Thema Unterwasser-Rugby:

Fett schwimmt oben, und die Kleinen müssen unten rumwuseln und die Punkte machen. Raten Sie mal, wer am Ende dann wieder feist den Pokal ins Bild hält. Genau. Der Ottfried-Kevin.

 

Kartoffel will’s wissen Februar 3, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Cartoon, Gesundheit, Sport — lapetitepatate @ 10:13

I wanna swim with you...

Die Kleine Kartoffel interessiert sich für eine noch recht unbekannte  Extrem-Sportart und möchte demnächst  – perfekt ausgerüstet – an einem Probetraining teilnehmen.

Wer errät, welchen Sport die Kartoffel machen will, bekommt von mir eine Portion Kartoffelsalat mit Mayonaise.

Ein heißer Tipp: diese körperliche Betätigung ist nichts für lauwarme Pellkartoffeln mit Quark.

 

Empfohlen von 1 Million echter Kartoffeln September 13, 2008

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 8:59

Ich habe ja eigentlich gar nicht mal so viele Zwänge. Und auch absolut keinen Waschzwang. Neutral betrachtet könnte man sagen: ich habe einfach so immer einen beruhigenden Vorrat an verschiedenen Duschgels, Deos und Zahnpastas im Haus. Und gerade auch Bodylotions. 

Ja, ich dufte eben gern und gut und möglichst immer anders, damit sich da auch keiner dran gewöhnt an meinen Geruch. So alle 14 Tage schau ich deshalb samstags im Drogeriemarkt nach, ob’s was Neues gibt und das Alte noch da ist.
Dann stell ich mich voller Tatendrang vors Regal mit all den schönen Bodylotions und fang an, hingebungsvoll daran zu schnuppern. Das geht so: Deckel auf. Einmal leicht gedrückt. Und dann: Nix. Ich riech nix. Chronische Totalverstopfung oder Kapitulation der Schleimhäute. Also nochmal näher dran mit dem Riechkolben und beherzter zugedrückt.

Sprötz. Schlurp.

Ein Creme-Massaker. Überall dieses weiße Glibberzeug. Vor allem in den Nasennebenhöhlen irgendwie unangenehm. (Neulich hing so ein Lotionbatzen auf meinem Kettenanhänger im Dekolletee. Hab ich leider erst an der Kasse gemerkt.)
Jedenfalls soll das alles für Außenstehende sehr lustig aussehen, und deshalb kommen manchmal Freunde mit. Nur so zum Gucken. Die Duftprobe als eine Art Happening. (Die Behauptung, dass die Zuschauer auch Knabberzeug und Campingstühle mitbringen, ist unwahr.)

Da der Blogger ansich ja gerne auch sozialkritisch schreibt, möchte ich Sie nun mit einem Sachverhalt konfrontieren, der mich zutiefst verunsichert hat. (Freizeitleser, die hier nur zum Spaß vorbeischauen: jetzt einfach weglesen!)

Sie kennen diesen Pflegemittelhersteller mit der Taube als Markenzeichen? Genau: Dove. Bei denen wirbt man ja mit diesen netten Mädels von nebenan. Alles angenehm durchschnittliche Frauen mit einer angenehm durchschnittlichen Körperfläche zum Eincremen. Sehr sympathisch. So was muss unterstützt werden. Und wird von mir – nach der Riechprobe – sofort mit nach Hause genommen. Also, die Lotion, nicht die Models.
Aaaaber, muss man Komplexe haben, wenn man zu Dove greift? Weiß dann die Kassiererin sofort Bescheid? „Aha, die hat juckende Hautausschläge und nen dicken Hintern mit Dellen!“
Da kann ich ja gleich nackig rumlaufen, toll.

Egal wie, ich creme mich also morgens mit meiner Dove Bodylotion für extreme Extremhaut ein und lese dabei folgenden Satz auf der Flasche:

„Empfohlen von 1 Million echter Frauen!“

Echte Frauen? Hab ich all die Jahrzehnte etwa Cremes benutzt, die sonst bevorzugt von unechten Frauen benutzt werden? Und was macht die echte Frau aus? Ausgedörrte Problemhaut? Hier und da ein Dellchen? Quasi eine wandelnde Problemzone? Aber hey, alles total echt! Macht mich das an als Kundin? Fühl ich mich da noch sexy in meiner (eingecremten) Haut?

Wenn ich mir’s genau überlege, kenne ich total viele unechte Frauen, die eine perfekte und begehrenswerte Haut haben.
Ich mach hier jetzt einfach mal einen unverbindlichen Vorschlag für einen neuen Werbeslogan:

„Täubchen. Die Lotion für die besondere Frau. Empfohlen von 1 Million echter Transen!“

Kauf ich.

 

Demnächst hier: Mehr zum Thema „Echte Frauen“ und „Falsche Männer“
Es bleibt spannend, schlüpfrig- und sozialkritisch.

 

Kartoffel, die Darmpilze und Darth Vader. Und der Andy. April 4, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben — lapetitepatate @ 4:02

Ich habe mich doch jetzt tatsächlich dabei erwischt, wie ich wieder pünktlich zum Quartalsende krank geworden bin. Also, nicht ich, sondern mein Körper, aber nichtsdestotrotz, das Timing stimmte: genau am 31.3. war ich dermaßen zugevirt, dass nur noch ein Arztbesuch hätte helfen können.

Nein. Nicht am letzten Tag des Quartals! Toffi, reiß dich zusammen, das hältste durch bis morgen! Und so lange das Fieber nur phasenweise lebensbedrohliche Höchstwerte erreicht, werde ich dem Gesundheitssystem grade einfach so zum Spaß 10 € in den Rachen werfen! Pah!

Am 1.4. sitze ich, nun doch ein klein wenig geschwächt, mit ca. 30 anderen schwerkranken Knausern im Wartezimmer der Akutsprechstunde und vertreibe mir die Zeit mit unterhaltsamen Infobroschüren über lästige Prostataerkrankungen und pfiffige Darmpilze.

Praktisch ist bei meiner Arztpraxis, dass der Empfangstresen in Hörweite des Wartezimmers liegt und man ohne größere Anstrengung wirklich alles mitbekommt. Hinter dem Terminal drei Trutscheln, die „Diskretion“ sicher für eine Geschlechtskrankheit halten. Susanne hat am meisten zu sagen. Sie ist nämlich auch Ernährungsberaterin. Und schwanger. Immer noch oder schon wieder oder einfach selbst verdammt verfressen. Wer weiß.
„Nee, die Frau Huber, die macht’s nimmer lang. Höchstens 4 Wochen… Da war ich gestern beim Verbandswechsel, boah, war das eklig, da hatte die…“

Oh Gott. Toffi, konzentrier dich auf die hübschen Fotos der Darmpilze.

Frische Zerstreuung kommt zum Glück sofort. Die Tür zur Praxis fliegt auf und – nichts. Keiner zu sehen.
Und dann unüberhörbar: Darth Vader kommt. Und er hat ne ganz üble Bronchitis.

Nee, doch nicht. Nur ein alter Herr mit Bauch und leichten Atembeschwerden. Aber auch irgendwie beeindruckend.
(Wie blöd von mir, Darth Vader ist natürlich privatversichert und nimmt immer den Hintereingang!)

Nachdem ich eine Stunde lang sämtliche Keime aller Mitwartenden gewissenhaft inhaliert habe, darf ich im Behandlungszimmer „Chef“ weiterwarten. Bei offener Tür, mit exklusivem Blick auf die Rückansicht des Empfangtresens und alle Blut- und Urinproben des Tages.

Nein, da möchte ich mich lieber auf die Dinge im meiner näheren Umgebung konzentrieren, bevor es mir übel wird. Aha. Hochauflösende Bilder vom Querschnitt eines offenen Herzens. Klar, ein Landschaftsbild, so was wie „Nordseestrand bei Ostwind“ hätte ich jetzt auch nur schwer ertragen in meinem desolaten Zustand.

Ich will ja nicht mehr zum Tresen schauen, aber da schiebt sich rechts etwas so
Großes und Voluminöses ins Bild, dass ich einfach gucken muss. Ein Herr im dunklen Anzug und Streifenkrawatte, bewaffnet mit Köfferchen. Aha. Eindeutig ein Pharmavertreter. In Arztpraxen fast so gern gesehen wie der Herr Pathologe von der Kripo.

„Wünsche einen wunderschönsten guten Tag, die Damen! Haha. Mein Name ist Andy Lampe, und ich habe akute Rückenschmerzen!“

Den kenn ich. Der war bei mir im Jahrgang. Damals schon unerträglich spießig. Und Sprüche hatte der drauf. Peinlich! Aber heute, so 15 Jahre später, da sollte das ja…

„Haha, meine Damen, ich habe sie und den werten Herrn Doktor von Herzen lieb, aber trotzdem komme ich nur im Notfall. Ja, jetzt mal nicht traurig sein! Haha!“

Okay. Unverändert originell. Ich rutsche also in meinem Sessel nach ganz unten und bedecke mein Gesicht mit meinem Schal, bis ich aussehe wie eine Mumie, die vom letzten Themenfasching „Altes Ägypten“ übrig geblieben ist.

„Haha… Was? Wie jetzt?! Ähhhh, 10 € ?! Wenn ich ihnen jetzt sage, dass ich direkt aus der Bank komme, dann lachen sie mich bestimmt aus… haha…“

Totenstille. Ist wohl nicht Susannes Art von Humor. (Sympathisch, die Frau!)

„Okay. Nehmen sie Kreditkarten? … Nein. … Okay, haha, öhm…“

Oha, das riecht nach Komplikationen, denn wer blöde Sprüche auffährt UND kein Geld für die Praxisgebühr hat, der ist total schnell untendurch.
Der Herr Lampe, der hätte dann fast seine Seele als Pfand hinterlegen müssen, um überhaupt am ersten Tag des neuen Quartals bargeldlos dranzukommen.

Aber eine peinliche Frage, die hatte er dann doch noch. So war er schon immer.

„Wie lange muss ich warten? Ich frage deshalb, weil ich wissen möchte, ob es sich noch rentiert, dass ich meinen Laptop aufklappe!“

Ich habe mich plötzlich richtig gesund gefühlt. Und dankbar war ich. Keine Prostataprobleme, Atmung läuft flüssig und jetzt die absolute Gewissheit, dass es richtig war, Andy Lampe damals nach dem Abschlussball, gegen den Willen meiner Mutter, schleunigst entsorgt zu haben.

 

Kartoffel und die haarige Wunschliste September 27, 2007

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Gesundheit, Mein Leben, TV — lapetitepatate @ 7:57

Schon die allseits beliebte Prophetin der Neuzeit, Eva Herman, hat einen Zusammenhang zwischen der weiblichen Psyche und dem Zustand der Haare gesehen.
Kurz zusammengefasst: wer sein Frausein nicht korrekt lebt, bekommt Haarspliss. Und wer nicht nahe genug am Herd steht oder so manch haarige Mutter-Ideologie aus dem Dritten Reich abtut, bei dem kann schon mal ordentlich die Dauerwelle verrutschen oder verdientermaßen kreisrunder Haarausfall einsetzen.

Gewagt, gewagt, liebe Eva! Und so grad mal gar nicht mein Ding.

Also konzentriere ich mich auf solche Leute, die sich rational mit der Materie Haar auseinandersetzen – ohne dabei historische Stilblüten zu liefern.
Ich vertraue nicht einfach so jeder dahergelaufenen Theorie!
Ich mag fundiertes Wissen, deshalb schaue ich regelmäßig Werbung im Fernsehen.

Da gibt’s jetzt einen neuen Shampoo-Spot, von dem ich gelernt habe, dass ich einfach meinen ganzen Alltagsstress in einen fetten Haufen voller Glücksmomente umwandeln soll. Man rät mir, nicht nur nachts, sondern auch den ganzen Tag zu tanzen. Also tanze ich seit Montag bei der Arbeit dezent unter dem Stuhl, während ich in den Nächten weiterhin mental meine Schuhe durchtanze. Und siehe da, mein Haar fängt schon an, leicht in der warmen Herbstsonne zu glänzen!

Aber der absolute Werbe-Wellness-Tipp für gesundes Haar, das erst morgen kraftvoll ausfallen wird, ist folgendes Mantra:

Mache aus Deiner To-Do-Liste eine Wunschliste!

Ja, Mensch, warum kam ich denn nicht selbst auf diese grandiose Idee? Manchmal ist man aber auch wie vernagelt…

Also, hier meine aktuelle Wunschliste für diese Woche:

- Ich möchte Fenster putzen, auch wenn die Regenwahrscheinlichkeit bei 93% liegt.
- Ich möchte bügeln noch bevor der Wäschestapel höher ist als ich groß bin.
- Ich möchte unbedingt zum Zahnarzt. Jawohl.
- Ich möchte gewissenhaft die Unterlagen für die Rente bearbeiten.

- Ich möchte jetzt sofort besser funktionierende Tipps für gesundes Haar!!!!!

Nein, ich möchte nicht klagen. Eigentlich bin ich haupthaartechnisch von Natur aus unnatürlich gewaltig bedient. Dick und störrisch wie der reinrassigste Rauhhaardackel!
Gutes deutsches Haar – ganz ohne das alberne Eva-Herman-Frausein-Prinzip!
Meine Friseurin fragt mich jedes Mal, ob ich denn nicht vielleicht doch asiatische Vorfahren hätte. Und ich tue jedes Mal so, als hätte ich nun doch endlich vor, meine Großeltern nach ihren sexuellen Abenteuern im Vietnam-Krieg zu fragen.

Kinder fragen mich ständig, warum mein Haar so dick wäre.
„Ist das echt?“
„Nein. Soll ich meine Perücke mal abnehmen?“
Bei diesem Satz fasse ich zielstrebig in meine Frisur. Spätestens dann läuft das Kind schreiend davon. Und ich kann in aller Ruhe meine Wunschliste weiter abarbeiten.

 

Kartoffel und der Hauch des Todes September 4, 2007

Gespeichert unter: Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben — lapetitepatate @ 7:52

Ich bin durchaus eine ausgeglichene und mit sich selbst zufriedene Kartoffel. (Mal abgesehen von meinen kurzen Kartoffelbeinchen, der rauen Schale und dem weiblichen Hintern.)
Aber manchmal wird’s mir langweilig, und dann passiert’s: ich beschäftige mich mit mir. Um dann in eine hypochondrische Hysterie zu verfallen. Das geht ruck zuck!

Die wichtigsten Fragen zuerst: Ist ein muskulöser Arzt im Saal? Nein? Oder eine attraktive Krankenschwester? Auch nicht? Dann wird’s jetzt ganz heikel. Ich habe genau zwei Möglichkeiten. Ich google nach meinen an Intensität stark zunehmenden Symptomen – oder ich esse was. Essen lenkt mich meistens schnell von meiner körperlichen Gebrechlichkeit ab. Mal im Gegensatz zu Google. Uarg. Da vergeht mir immer der Appetit, wenn ich die ersten 100 medizinischen Fachseiten durchhabe.

Aber: Kennen Sie diese unstillbare Gier? Diese Sucht nach mehr?
„Och, ein Bild geht noch!“ Kaum habe ich die bildschirmfüllende Vergrößerung eines offenen Schienbeinbruches genauestens untersucht, wird mir speiübel.
Das wird doch kein Magen-Darm-Infekt sein? Einer, der mich binnen weniger Stunden dehydrieren und dann jämmerlich eingehen lassen wird?

Nein. Ich werde gegen mein Schicksal ankämpfen! Also esse ich etwas. Zum Glück gibt’s noch Spaghetti, die ich mal eben flott mit 3-4 mittelgroßen Knoblauchzehen tune. Leute, das ist ein Spaß! Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, ich muss heute ja nicht mehr raus, und auf dem Land riecht’s sowieso immer etwas strenger.

„Hehe, selten so gestunken!“ denke ich und habe eine kindliche Freude an der grünlichen Miefwolke, die mich heimelig umgibt und mir ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt. Alles wird gut! Und das Ziehen im linken Unterbauch ist auch schon viel schwächer geworden.

In dem Moment beiße ich auf ein Viertel Knoblauchzehe – und mir kommt eine Zahnfüllung in der Größe der Hallig Hooge entgegengebröselt.

Noch bevor ich googlen kann, sitze ich im Wartezimmer meines Zahnarztes. Mir ist das jetzt schon dermaßen peinlich, dass ich mich nicht mal über das verdreckte Aquarium aufregen kann, bei dem ich mich immer frage, ob Fische im Dunkeln sehen können – oder in meinem Fall: riechen? Oh je.

Als ich auf dem Behandlungsstuhl meinen Mund aufmache, weiß ich, dass ich eine wandelnde Geruchsbelästigung darstelle. Ich bin die Art von Bedrohung, wegen der George Bush jederzeit mal eben einmarschieren würde!

Und dann sagt mein Zahnarzt einen Satz, den ich bitte nie mehr in diesem Zusammenhang hören möchte:

„Och, ich mag ja den Geruch von Knoblauch!“

 

Kartoffel und die Vitamin-Orgien August 28, 2007

Gespeichert unter: Gesundheit, Mein Leben — lapetitepatate @ 7:44

KnubbelkartoffelKennen Sie die neue Werbekampagne von „Gib AIDS keine Chance“?
Überall in der Stadt hängen die Plakate mit minimalistischen Aufnahmen von knackigem, jungen Gemüse und frischem, saftigem Obst. Ja, lecker. Und so gesund. Es gibt da nur ein Problem beim Genuss des Ganzen: all diese Vitaminbomben wurden in ein Kondom gepackt!

„Sicher macht lustig!“ heißt es da gleich neben meinem Bäcker unter einer einsamen, Gummierte Gurkegummierten Zitrone. Keine 300m weiter hängt neben dem Kindergarten ein propper eingepackter Maiskolben mit dem Slogan „Poppt sicher!“. Und an der Scheune von Bauer Schmitz klebt ein Plakat mit dem frechen Spruch „Passt auf jede Gurke!“. Mensch, der olle Schmitz, der ist sich ja auch für nix mehr zu schade. Macht einen auf Biobauer und wirbt gleichzeitig für künstliche Einweg-Umverpackungen.

„Gurke“ ist überhaupt ein sehr charmantes Kosewort für das Beste Stück des Mannes. Manchmal auch „Gürkchen“, wenn’s etwas romantischer sein darf. Äh, nein, das geht jetzt zu weit.

Okay, Gurken oder Spargel kann ich gedanklich noch irgendwie mit Erotik und Sex in Verbindung bringen. Zumindest rein theoretisch. Lust bekomme ich dabei allerdings keine. Jedenfalls nicht auf Sex. Dann schon eher auf einen Gurkensalat in Kräuterdilldressing, dazu ein Schnitzel in Champignonrahmsoße und Pommes, serviert mit einem kühlen Bier. Und danach natürlich einen Pinocchio-Eisbecher. Rrrr, da werde ich leidenschaftlich und hemmungslos. Nur mit Gummi, das fänd ich da jetzt blöd.

Aber nun der absolute Hit der Saison: welcher Werbefuzzi kam auf die Idee mit den Kartoffeln? Hätte da bitte jemand den Mut, sich freiwillig als dafür verantwortlich zu melden?
Hallo? Kartoffeln mit Kondom? Kleine dicke unförmige Kartoffeln (ganz frühe Ernte!) mit Kondom?
Ist Ihnen so etwas schon mal in der freien Wildbahn begegnet?
Wollte mich jemals ein Mann mit seinem besten Stück überraschen… also, wenn es in Kartoffelknubbelform daher käme, ich würde fast meine gute Kinderstube vergessen.
Laut lachen, aber wenigstens dankend ablehnen. So viel Zeit muss sein. Vielleicht noch ein Foto für flickr machen und dann ab dafür.