La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Die Frau im humorverarbeitenden Gewerbe März 15, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Comedy, Kleinkunst, Mein Leben, Theater — lapetitepatate @ 2:30

Wo die Sonne der Kultur am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten.“

- oder: „Der Versuch, einen Abend in einer Comedy-Mixed-Show anhand zweier Zitate des österreichischen Schriftstellers Karl Kraus zu erklären“

Ob Karl Kraus die erfolgreiche Comedienne Heidelinde Hellgelb* auch schon kannte, blieb leider ungeklärt.

Wie heißt es immer so schön: Es gibt ja viel zu wenig gute und lustige Frauen auf deutschen Bühnen. So richtige Rampensäue, die Grips und Charme haben. Manche weiblichen Comedians bekommen deshalb auf der Bühne einen kleinen Sympathie-Bonus von mir.

Und manchmal kommen diese Damen von der Bühne und innerhalb weniger Minuten wird klar: Ja, es sind Zwerge, und die werfen nicht nur monumentale Schatten, sie haben auch einen.

Wie schön, wenn ein Mädchen seine gute Erziehung vergisst!“


Da setzt sich diese lustige Komikerin also neben mich, fängt an zu reden und hört nicht mehr damit auf. „In Kiel bin ich immer ausverkauft, noch bevor die Plakate draußen hängen, aber in Hamburg, da lacht nie jemand über mich. Aber der Dieter**, der hat mir genau erklärt, woran das liegt: „Heidelinde“, hat der gesagt, „Du hast einfach keinen Mut zur Hässlichkeit, das ist Dein größtes Defizit!“

Wow. Ich bin beeindruckt. Ja, es muss wohl an der Schönheit liegen, dass mir diese Frau sofort sympathisch ist und ich den unstillbaren Drang verspüre, nicht über sie zu lachen. Ich schaue also möglichst beschäftigt im Raum rum und suche nach visuellem Halt. Vielleicht lässt Heidelinde ja dann ab von mir. Schwacher Versuch.

„Und Du, Toffi, Du kannst Dich doch sicher auch gegen Männer wehren, oder?“

Toffi: „Ja, ich denk schon. Also, wenn’s sein muss, schon, ja.“

Wie kommt sie da jetzt drauf? Warum soll ICH mich wehren, ich bin ja nicht die Comedy-Quoten-Frau vom Dienst, muss mich mit wilden Komikern rumschlagen und beweisen, dass ich die dicksten Eier hab. ICH bin eine Kartoffel mit so viel Mut zur Hässlichkeit, dass der Dieter nur so staunen würde.

„Du kochst gut, oder?“

Toffi: „Was?“

„Na ja, so dick wie dein Freund geworden ist!“

Morgen, gleich morgen geh ich los und besorg mir Tickets für Malediva oder Tim Fischer. Oder ich geh gleich zu Mario Barth. Wenn schon blöde Sprüche, dann vom Fachmann. Und zwar einem mit echten Eiern.

* Name geändert (unnötige Publicity tut nicht Not)

* * Dieter Hallervorden. Von Wichtigtuern Freunden gern auch „der Dieter“ genannt

 

Kartoffelklatsch mit Susanne Betancor März 3, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kartoffelklatsch mit Promis, Kleinkunst, Kunst, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 1:52
Patate mit Popette.
Patate mit Popette.

Susanne Betancor ist die Popette. Eine hinreißend wilde Mischung aus halbspanischer Posängerin und koboldhafter Chansonette. Eine Frau, die von sich behaupten darf, den Begriff „Kammerpop“ geprägt zu haben. Sie ist ein Allroundtalent, Sängerin, Musikerin, Autorin oder auch Malerin und sagt: „Kunst hat die Arschkarte. Sie muss provozieren, unterhalten, irritieren, gefallen, die Sinne anstacheln, die Welt verändern.“ Susanne Betancor hat die deutsche (Klein-) Kunst landschaftlich entscheidend mitgeprägt, einmal kräftig alles umgepflügt mit so wunderbaren Programmtiteln wie „Vollzeitfrisur“ oder „Wurst“.

Erwähnt werden müssen natürlich noch die von der Presse viel bewunderten beweglichen Augenbrauen und Betancors Fähigkeit zur „mimischen Spontanentgleisung“. Die Popette, das ist eine Künstlerin mit Meinung, die mit ihren urkomischen, hochmusikalischen und verspielt skurrilen Shows den Kampf aufgenommen hat: „Ich muss mich wehren gegen Ödnis, Dumpfbackigkeit, Dünkel, den konservativen Reload – reaktionäres Dumpfkabarett, Arschcomedy, den ARD-Freitagsfilm…“

Weichkochend. Bissfest. Très dangereuse.

Kartoffelklatsch mit Susanne Betancor.



1. Mein schönstes Erlebnis mit einer Kartoffel:

eine hat mich letztens im Supermarkt gegrüsst

2. Mit diesem Buch kann man am besten Spinnen erschlagen:

sowas mach ich nicht…und wenn’s sein muss, dann aber mit ÜBERLEBNISS von Ulla Berkewitz

3. Es ist unfassbar, aber bei diesem Film muss / kann ich immer heulen:

ich heule bei allen Filmen, am liebsten bei West Side Story

4. Der Tag ist für mich gelaufen, wenn folgendes Lied im Radio kommt:

…du lässt dich gehn…

5. Mein unvergesslichstes Erlebnis im Schulsport war:

dass der Wille alles ist

6. Ich geb’s zu, als ich 13 war, hatte ich ein Poster an der Wand von:

äh Picasso? glaub ich

7. Niemand sollte je erfahren, dass ich:

hospitalisiere

8. Sonntagmorgen möchte ich auf keinen Fall, dass…

mein Nachbar seine Rolladen hochreisst.

9. Wenn ich Schwarzenegger im Schwimmbad treffe, würde ich ihm sagen:

ich weiss du hast Freischwimmer, aber ich hab Fahrten, ich hab sogar FreiFahrten nur kein Rettung.

10. An mir wird immer unterschätzt, dass ich:

kochen kann

11. Dafür stehe ich sogar nachts auf:

um zu pinkeln

12. Ich hätte besser den Mund gehalten, als ich…

neulich jemandem den Weg erklärt habe

13. Zu einem perfekten Schaumbad gehört für mich:

Schaum

14. Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde er mit folgendem Satz beginnen:

es war wohl so…

15. Wenn morgen mal wieder überraschend eine Fee bei mir klingelt, wünsche ich mir:

Marzipan

Bonusmaterial:
Was ich einer Kartoffel schon immer mal sagen wollte:

halt durch.


Visuelles Kurzpsychogramm:

All about Betancor.


… alles und noch viel mehr über die Frau, die mit den Tönen tanzt:


http://www.betancor.de/

http://www.myspace.com/betancor

.

..


Vi

 

The Kotelett of love Januar 25, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Kunst, Liebe, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 4:53

„Kennste eine, kennste alle – stimmt aber nicht!“

Sagt La Signora. Recht hat sie.

Wenn man erst mal alle bekannten Namen der Musik-Kleinkunst mehrfach gesehen hat, ganz viel Futter bekommt, aber nicht mehr satt wird, dann wird es höchste Zeit, die Fühlerchen nach etwas Neuem auszustrecken.

Getrieben von der unstillbaren Gier nach kultureller Befriedigung, strandete ich also gestern Abend im Theater. Nein, „Theater“ ist das falsche Wort, es ist ein kulturelles Zentrum, dessen Leitung sicherlich tagsüber im Frauenbuchladen arbeitet und wo die Techniker Wollmützen tragen und Sozialarbeit studieren. Und kalt isses da immer („Die Zuschauer und die Scheinwerfer machen dann genug Hitze, da braucht’s keine Heizung!“ – Diese Rechnung geht allerdings nur bei einem vollen Saal auf. Danke.) Im Foyer sitzt gern ein reifes, russisches Zwillingspaar, zwei schwedisch-blondierte Damen mit gut und gern 1,87m Körpergröße (sitzend) und riesigen Händen, die nach Berufskillern ausschauen. Bei meinem letzten Besuch in diesem Etablissement gab’s Wodka und Hustenbonbons von Pigor & Eichhorn – und in meiner Kloschüssel lagen rote Rosenblätter. Find ich nett, da komm ich wieder. Diesmal allerdings mit Schal und Handschuhen. Sicher ist sicher. Aber ganz umsonst.

carmela de feo Wo La Signora auftritt, wird es heiß, denn La Signora ist „The Kotelett of Love“. Heiß und fertig und so anschmiegsam wie spritzendes Bratfett.

Carmela De Feo heißt die Musik-Comedy-Künstlerin, die so überzeugend wie absurd die Bühnenfigur „La Signora“ zum Leben erweckt. Eine zarte Frau im biederen schwarzen Rock und Blüschen, zugeknöpft von oben bis unten. Völlig unerwartet und anfangs von vielen Leuten unbemerkt, stürmt sie von hinten in den Saal und wühlt sich schimpfend und keifend den Weg durch die Menge. Schnell wird klar: Das wird kein kuscheliger Wohlfühlabend, das wird harte Arbeit. Denn La Signora ist die geballte Autorität! La Signora ist ein Star! Eine rassige italienische Vollblut-Diva aus Oberhausen! (Dass sie dabei ausschaut wie eine hutzelige Omi aus Sizilien, kann sie sich erlauben, denn wahre Schönheit kommt von innen.)

La Signora, geboren mit einem Akkordeon am Körper, das über die Jahre mitwuchs, begann ihre Karriere als Alleinunterhalterin auf einem Kartoffelacker. (Allein dafür hat sie meine größte Zuneigung!) Doch ein Star sucht das Licht! Anfangs noch in Form rötlicher Schummerlämpchen in einem Theater, wo auch tagsüber gespielt wurde und die Männer hinter Scheiben saßen, dauerte es nicht lange und La Signora erstrahlte im Neonlicht einer Tankstelleneröffnung.

„Ich bin die Schlachtplatte der Erotik! Und ich brauche einen Mann!“


„Habt ihr das Knacken gehört? Das war mein Eisprung!“

Eine Frau in den besten Jahren, die es ernst meint: Ein Mann muss her! Am besten ein Stalker!

Die wilde Jagd im Saal ist eröffnet. Zu diesem Zweck bleibt das Saallicht das ganze Programm über an. Das schüchtert ein und macht gewaltig Eindruck. Ich habe selten so ein konzentriertes Publikum erlebt. Halb aus Angst, halb aus Faszination, sitzen die Zuschauer mit offenem Mund da und wagen es nicht, etwas zu tun, das den Unmut der Diva erwecken könnte. Auch ich kann mich diesem rauen Charme der Terror-Erotik nicht ganz entziehen, bin aber heilfroh, an diesem Abend kein Mann um die 40 zu sein.

„Jeder Pickel ist ein Schrei nach Freiheit!“

carmela de feo

Ich finde es ja immer herzerfrischend, wenn bei all dem männlichen Künstlerüberschuss auch mal wieder eine Frau auf der Bühne steht. Eine Frau, die den Mut hat, lustig zu sein, ganz schrecklich hässlich auszuschauen und dabei trotzdem so viel Schönheit und Charme ausstrahlt, dass sich jede Menge Männer an diesem Abend freiwillig als Stalker zur Verfügung stellen.

Manchmal lässt La Signora beim Singen und Akkordeonspielen das Publikum eine klitzekleine Ahnung davon bekommen, was sie musikalisch kann. Und man ahnt, das ist jede Menge. Schade vielleicht, dass das Akkordeon nie so ganz wild entschlossen losgelassen wird und so manche skurrile Geschichte in der eigenen Absurdität zu ertrinken droht.

Wundervoll dagegen die ruhigeren Passagen, wenn La Signora auf der Bühnentreppe mitten im Publikum sitzt und ein kleines Märchen vorliest, das ihr damals die Oma in Sizilien erzählt hat, während sie dabei auf dem Schoß der Enkelin saß, die ihr das Gebiß gereinigt hat. Ein Märchen von der Schönheit und der Hässlichkeit, die nach dem Baden ihre Kleider vertauschen und seit diesem Tag immer verwechselt werden.

Und während das Publikum noch versucht, die Poesie des Moments zu begreifen, stürmt La Signora auch schon wieder los und endet in einem furiosen Finale mit einem wilden Liebeslied an ihre Heimatstadt Oberhausen. Sie tanzt! Und wie sie tanzt!

Es war ein ungewöhnlicher Abend. Ein Abend, so prall gefüllt mit kraftvoller Komik und Lust, dass man danach dasitzt und glaubt, einen Tornado überlebt zu haben. Die Frisur ist zerstört, aber der Kopf ist gelüftet vom alten Mief hübscher, aalglatter Liederabende.

„Die Liebe ist wie eine Einbauküche. Irgendwann hat man die Schnauze voll davon!“


Wenn man bedenkt, dass La Signora zur Zeit gerade erst dabei ist, einzelne Küchenelemente zum Aufbau auszupacken, wird es noch sehr viele schöne Abende am Küchentisch geben.

Auf die Liebe!

Auf die Schlachtplatte!

Go, La Signora, go!

Wer noch einen Nachschlag möchte, sollte unbedigt Carmela De Feos Homepage besuchen. Neben tollen Fotos und Videos gibt es dort die Möglichkeit, sich ganz unkompliziert als Stalker zu bewerben. Das ist doch mal ein Service!

http://www.carmeladefeo.de/

 

Das Kartoffel-Orakel Januar 4, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Comedy, Mein Leben — lapetitepatate @ 2:14

Chapeau!

Der Neid musses lassen: es gibt versiertere Bleigießer als mich.

Schaut Euch an, was andere Menschen alles aus einem Bleigießset rausholen!

Güldene Kunstwerke! Kleine Ikonen der heidnischen Silvesterkunst!

    1. Die Eule. Und zwar die aus Harry Potter.objekt2a

    2. Das echte Alien, eine falsche Portion Krautsalat verschlingend.

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    3. Eine sogenannte südkatalanische Mann-Echse, halb Mensch, halb Tier.

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    (Ehrlich gesagt, sehe ich vorne sogar einen Jesuskopf samt gepflegtem Vollbart. Aber ich bin unsicher, ob man beim Bleigießen Heiligenerscheinungen überhaupt erkennen darf?)

Eine schöne Gießerei, die sie da angerichtet haben, Frau Zwergenmafiosa!

(Man erzählt sich sogar, es seien in der Silvesternacht Bleitropfen durch ihre Küche geflogen, so engagiert wurde da in die Zukunft geschaut.)

Meine kluge Weissagung – kurz zusammengefasst:

„Tragen Sie ruhig weiterhin Eulen nach Athen, achten sie dabei aber immer darauf, dass die Tupperbox mit dem Krautsalat sicher im Kühlschrank verstaut ist, bevor das Fremde in Ihnen sich allem annimmt und ein heiliges Donnerwetter losbricht.“

Noch kürzer: „Das wird ein super Jahr. Mahlzeit.“

 

Flotter Dreier Januar 1, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Comedy — lapetitepatate @ 2:39

Herzlich willkommen im neuen Jahr!

Und herzlich willkommen zur ersten Neujahrs-Trilogie! In drei sehr unterhaltsamen Teilen werde ich hier von meiner ganz persönlichen Silvesterparty berichten.

Also, immer mal wieder vorbeischauen, es lohnt sich!

Teil 1: „Die Tischbombe. Die knallt richtig!“

Als gestern Abend die Stimmung auf dem Höhepunkt war, ließen wir es uns nicht nehmen, ein fulminantes „Tischbombensortiment“ zu zünden. Dass die Verpackung stolz „Drachenstarker Spaß für kleine Monster“ versprach, fand außer mir keiner bedenklich.

…3…2…1… hm… 0,5… PLÖPP!…

Schon im Moment der Detonation zieht ein beißender Qualm durchs Zimmer und frisst sich in das Sofa und die Gardinen. Fast nicht zu sehen, so unscheinbar ist es, wird aus der Bombe gleichzeitig ein absolutes Plastik-Scheißdreck-Spielzeug katapultiert, das so leicht ist, dass es quasi zu Boden segelt. (Das dritte direkt unter den Schrank. Zu dem Zeitpunkt hatten wir alle verstanden, wie unsinnig es wäre, sich danach zu bücken. Soll es doch liegen bleiben.)

kinderquatsch

Ich möchte ja wirklich nicht besserwisserisch klingen, aber ich war von vorne rein für das Tischfeuerwerk „Sexbombe“ für Erwachsene. Es hätte nur einen Euro mehr gekostet, dafür war allein schon die Verpackung viel unterhaltsamer. Hätte mich schon gereizt zu sehen, was da so alles raushüpft nach dem Heißmachen…

Teil 2: „Die Kalorienbombe. Die sättigt richtig.“

Nach dem Käsefondue, gefüllten Nudeln, Falafelbällchen, Salat, Oliven, Pepperoni, Schafskäsecreme und selbst gebackenem Weißbrot hatte sich bei so manchem Gast gegen 22 Uhr ein „Ichbinsosattichmagkeinblatt-Gefühl“ eingestellt.

Als Gastgeber sag ich mir aber immer: „Eine Party ist erst dann ein Erfolg, wenn die Gäste so fettgefressen sind, dass sie in der Wendeltreppe stecken bleiben!“

Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann und nach was Herzhaftem immer was Süßes kommen muss, habe ich nach einem amerikanischen Rezept eine weiße Schokoladentorte gezaubert.

Alter Scholli, das war nix für schwache Esser! Und wenn ICH schon kapitulieren muss, dann will das was heißen:

American Dream-Cream

„Hallo, ich bin Tobi, die tolle Torte und mich kriegt man mit 350g weißer Schoki, 500g Crème Double, 100g Butter und 250g Amarettini. Nein, ich bin kein leichtes Mädchen! Aber wie heißt es so passend: Nur die Horten kommen an die Torten…!“ (lacht überzuckert)

Um 2 Uhr haben die Chips „Oriental“ dann schon wieder geschmeckt. Den Satz „Ich kann nie mehr was essen“ halte ich ohnehin für überbewertet.

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Teil 3: „Die Bleibombe. Die liegt immer richtig.“

Weil ich heute vor einem Jahr in meinem Beitrag übers Bleigießen freizügig von „Spermium“ und anderen frivolen Interpretationen geschrieben hatte, hat mir das die letzten beiden Tage einzigartige Besucherrekorde beschert! Ich hab meine eigene Blogstatistik nicht wiedererkannt – ich wusste gar nicht, dass der Graph überhaupt derart schwindelererregende Werte erreichen kann! Hat sich der obszöne Schreibstil doch wieder mal gelohnt.

Aber zurück zu den Ergebnissen des Bleigießens.

„Kannst Du Dir nachträglich vorstellen, was das für dieses Jahr geheißen haben mag?“

Mit diesem Kommentar hat mich meine liebe Leserin Zwergenmafiosa doch sehr ins Grübeln gebracht. Ja, was hatten all die schönen Spermaskulpturen aus Blei vom letzten Jahr zu bedeuten? Jedenfalls war bei mir hier kein erhöhtes Spermaaufkommen festzustellen, und auch andere unangenehme Überraschungen blieben aus.

War wirklich alles umsonst?

Niveau beiseite, here are the results of this year’s bleigießing in Kartoffelhausen:

Bleihaltige Kunst.

Na, ist das was? Weit und breit kein Spermium zu sehen! Ha!

(Das Bilig-Bleigießset vom Baumarkt-Discounter hat’s voll drauf!)

Ich schlage folgende Interpretationen vor:

  • 4 Jungs aus der Armee der Finsternis. Nach dem Genuss meines Kuchens.
  • Eine Ballerina, die den sterbenden Schwan tanzt.
  • Ein überfahrener Vogel Strauß, bevor er den Kopf in den Sand stecken konnte.
  • Eine Schnecke. Mit eigenem Haus.
  • Die perfekte Welle. (Zitat von F.H. aus H.)

… und nun warte ich auch dieses Jahr wieder gespannt auf Eure Ideen! Sagt mir die Zukunft voraus! Und benutzt ruhig ein paar schmutzige Wörter, das erhöht den Traffic.

 

Okay, okay, ein Gastkommentar. Ausnahmsweise. Dezember 25, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Comedy, Mein Leben — lapetitepatate @ 6:39

Kleiner selbstverliebter Püschel...

(Jetzt hat sich Horst so viel Mühe gemacht mit dem Baumschmücken, da will ich mal nicht so sein. )

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Caspar, Melchior und Rosenkohl Dezember 23, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Comedy, Kinder, Liebe, Mein Leben — lapetitepatate @ 12:48

Speisung der Heiligen...

Und weil Fotoalbumgucken so nostalgisch macht und nur einmal im Jahr Weihnachten ist, kommt hier noch ein ganz besonderes Leckerli.

Heute aus der Reihe „Nächstenliebe“:

Die relativ klitzekleine Kartoffel füttert die Heiligen Drei Könige mit Rosenkohl-Kartoffelbrei-Pampe.


(Ich hoffe, dies hatte keine drastischen Auswirkungen auf das spätere Geschehen in der Krippe. Wer weiß, ob der pumpelsatte Melchior dann nachts überhaupt noch mal raus wollte? Und wie hat Caspar die Begegnung mit dem Godzilla im Karorock überstanden? Balthasar jedenfalls forderte Nachschlag und kam noch Jahre später immer am 23.12. pünktlich zum Abendessen vorbei.)

 

Bi-Ba-Butzemann-Bonusmaterial Dezember 21, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Comedy, Liebe, Mein Leben — lapetitepatate @ 2:20

Es geht ein Bi-Ba-Butzemann...


Es geht ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Kreis herum, didel dumm.

Der Kleinen Kartoffel wurde exklusives Bildmaterial aus dem Familienarchiv der Patates zugespielt. Kaum war hier darüber geschrieben worden, können Sie jetzt schon sehen, wie genau das damals beim Bi-Ba-Butzemann-Tanz in der Küche der Urgroßmutter Philippine Patate zuging. Dank Dextropur und Toblerone sind alle Damen putzmunter und jederzeit für ein Tänzchen zu haben.

 

Weihnachten von der Rolle Dezember 10, 2008

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Comedy — lapetitepatate @ 7:22

Man ist im Hygieneartikelbereich ja inzwischen einiges an geruchlichen Herausforderungen gewöhnt. Slipeinlagen à la Frühlingsbrise, so intensiv, dass man meint, eins in die Fresse zu kriegen, wenn man nur den Badezimmerschrank aufmacht, in dem sich eine geschlossene Packung dieser Slipeinlagen befindet.

Heute aber habe ich im Supermarkt etwas entdeckt, das so sehr in den Bereich des Surrealen hineinreicht, dass ich erst mal hinter dem Regal nach David Lynch gesucht habe. Der war aber nicht da, stattdessen als Sonderaktion inmitten der Lebkuchen und Plastikengel folgendes Produkt:

klopapier

Jawohl, heute hat der Arsch Weihnachtsmarkt!

Klopapier mit Rentiermotiv! Und Spekulatiusduft!


Was zur Hölle ist das? Wer denkt sich so etwas aus? Und wozu?

Saisonales Defekalieren? Damit mein Hintern auch endlich in eine vorweihnachtliche Stimmung kommt (wo er schon das ganze Jahr über nix zu lachen hat)? Damit auch mein Po mal eine grobe Vorstellung von all den knusprigen Leckereien bekommt, die normal voll an ihm vorbeigehen?

Ja, ich wische meinen Hintern mit kleinen Rentieren ab, die lieblich nach Spekulatius duften! „Erstkontakt mit Aromen“ – neu: jetzt von hinten? Da tun sich für meinen Allerwertesten ja ganz neue Welten auf!

„In der Weihnachtsbäckerei gibt’s so manche Leckerei, zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei…!“

Das sang ja schon der nette Herr Zuckowski immer so anheimelnd-anbiedernd in der Vorweihnachtszeit – ob der wusste, wovon er sprach? Hatte er Visionen, weit bevor „Touching Toilettenpapier“ die ultimative Geschmacklosigkeit auf den Markt geworfen hat?

Liebe Toilettenpapier-Industrie, schon mal darüber nachgedacht, für wen ein Scheißhauspapier mit Rentiermotiv und Spekulatiusduft alles entwürdigend ist?

Also, gedemütigt werden hier in einem Aufwasch bzw. Abputz:

  1. Spekulatius-Kekse
  2. Rentiere
  3. das Klopapier ansich
  4. mein Arsch

Ich warte jetzt nur noch auf so Warnhinweise für Allergiker wie „Kann Spuren von Nüssen enthalten“.

 

„Gemütlich voll“ – Malediva gibt den singenden Lebkuchen November 29, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Mein Leben, Musik, Queer — lapetitepatate @ 2:22

(c) Marc


Wenn das Berliner Chansonduo MALEDIVA in meinem Lieblingstheater aufschlägt, dann ist da immer derart ausverkauft, dass man als Zuschauer eine konkrete Vorstellung davon bekommt, wie sich ein Huhn in Käfighaltung fühlen muss. Der Theaterleiter nennt das – ganz Profi – „gemütlich voll“. (Erklär das mal den Hühnern. Gaaaack-gack.)

An unserem „gemütlichen“ 4-Plätze-Stammtisch wurden gestern Abend also 9 ausgewachsene Erwachsene platziert, und ich habe so wenig Raum für mich, dass sich noch nicht mal meine Platzangst frei entfalten kann.

Rechts von mir die Krokette, die für die nächsten drei Stunden keines ihrer Beine wird ausstrecken können und zum Klatschen eindeutig in meinen Luftraum eindringen muss.

Nun bleibt zu hoffen, dass wenigstens die fünf fremden Mitsitzer am Tisch sympathisch sind und man gern mit ihnen willenlos Körperkontakt haben möchte.

So, da kommen sie ja auch schon: vier leidenschaftlich parfümierte, dauergewellte Damen nach den Wechseljahren, die sicherlich Nordic Walking machen, aber durchaus offen dafür sind, sich mal einen Abend lang schwules Entertainment einzuverleiben. („Ach Gott nee, was für scheene Männer! Noch ‘n Äppelwoi, Petra?!“)

Mit etwas Verspätung kommt dann auch noch der Herr Hahn im Korb, ein kahlköpfiger Rentner im rosa Strickpulli. Noch bevor er richtig sitzt, wird klar: der wird anstrengend. Krokette verrollt die Augen Richtung Theaterdecke, ich suche Erlösung durch den Blick auf die Bühne.

Oh, ein ganz und gar bezauberndes Bühnenbild steht da! Zwei Schlitten, Kunstschnee und drei weiße Kunsttannen. Oh du fröhliche! Aber was steht da rechts außen mitten im Plastikwinterwald?

„Du, Krokette, liegt da ein Tier auf der Bühne?“

„Nee, das sind Wintermäntel, ein Schal und obendrauf eine Pelzmütze.“

„Ach.“

„Yep. Von den Frauen aus der ersten Reihe.“

Wie bitte? Wie respektlos ist das denn? Die private Garderobe mal eben locker auf die Bühne ausgelagert? Mitten ins Bühnenbild? Nein, so kann ich nicht. Da krieg ich keine besinnlichen Gefühle. (Später, so nach dem dritten Lied, werden von Reihe 1 aus auch noch sämtliche Weinflaschen samt Gläser auf die Bühne outgesourct. Ist aber auch so eng an diesen winzigen Bistrotischen. Und wenn der Landadel ausgeht und 20 € Eintritt bezahlt hat, dann isses nicht einzusehen, dass die singenden Kasper mehr Platz haben sollen als die Zuschauer. Klarer Fall.)


„Drücken Sie da mal drauf!“

Mein lustiger Tischnachbar hält mir einen monströsen Kugelschreiber unter die Nase und grinst dabei frivol. Ich drücke. Das Schreibgerät gibt ächzend verzerrte Stöhngeräusche von sich. Unfassbar. Ein Scherzartikel. Ich drücke also gelangweilt ca. sex mal auf dem Teil rum und unterdrücke ein Gähnen.

„Na los, komm schon, das Geräusch wirste doch kennen!“

(Bäh, was für eine Supersau. Dem vermiese ich seinen Spaß!)

„Hm…. nee, ich komm nicht drauf. Vögel? Singende Vögel vielleicht?“

„Was?“


Und dann endlich: Auftritt MALEDIVA!

Sie singen schöne Lieder und sie sehen schön aus. Hässlich sind immer die anderen, und Schnee gibt’s bei uns in Tütchen. Lebkuchen für Alle! Die Dame neben mir hört wohl schlecht, ihre Schwester muss alles LAUT wiederholen. Herrlich. Ich krieg Kopfweh. Pause.

Mein schwuler Freund Michi sitzt mit offenem Mund wie schockgefrostet neben mir, im Augenwinkel ein Tränchen. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm.

„Michi, alles okay?“

„Nee du, gar nicht… ich komm grad gar nicht damit klar, dass die Tetta heute ausschaut wie ein Mann… sie ist so… hm, männlich…!“

Ich spüre, wie nebenan eine Welt zusammenbricht und versuche zu trösten.

„Aber Tetta schaut mit den längeren Wuschelhaaren doch richtig süß aus, oder?!“

„… Super…. ich will noch ein Bier.“

Auf meinen Scherzartikelfreund gegenüber ist Verlass. Er spürt, dass jetzt der ideale Zeitpunkt für ein aufheiterndes Gespräch wäre, bevor die Stimmung gänzlich kippt.

„Was meinen Sie, die zwei Sänger sind doch ein Paar, oder?“

Eigentlich hätte ich schreien wollen: „Jaaaaa, die sind stockschwul, verheiratet und haben sicher mehr Spaß im Bett als du, Arschloch!“

Stattdessen mein kläglicher Versuch, das Thema einigermaßen höflich abzukürzen:

„Keine Ahnung.“

Wo das Eis schon mal gebrochen ist und alle herzhaft gelacht haben, will der Herr Komiker jetzt etwas persönlicher werden und lockt Michi, die Krokette und mich ganz unverblümt mit einer (aus seiner eingeschränkten Sicht) legitimen Frage aus der Reserve:

„Und, wie gehört ihr zusammen? Jetzt mal ehrlich!“

Da wäre ich ja liebend gern schreiend davongerannt. Aber es war zu voll und ich wäre sicher nicht weit gekommen. Wahrscheinlich wäre ich direkt am Stuhl des netten Herrn hängen geblieben und von ihm neckisch auf den Schoß gezogen worden.

Der zweite Teil des Programms geht genau so lange wie mein Kopfweh braucht, um zur mittelschweren Migräne zu werden. Allein beim Gedanken an Lebkuchen wird mir schlecht und nebenan kreischt die schwerhörige Tante:

„Aber der Pianist ist nicht schwul, oder?“

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum.

Weihnachtliche Gefühle muss ich mir jetzt doch wieder irgendwo anders besorgen.