In meiner Tageszeitung lese ich heute in der Rubrik „Lebensweisheiten“ einen Beitrag über „Das Wunder der Ehe – Lachen ist besser als Streiten!“.
Warum halten manche Ehen eine halbe Ewigkeit, während andere Paare noch nicht einmal die Chance bekommen, sich auseinander zu leben? Und warum kann es hilfreich sein, den Partner mal so richtig von Herzen auszulachen?
„Mit jeder Hochzeit heiratet man ein paar unlösbare Probleme“, weiß der Heidelberger Psychotherapeut Arnold Retzer zu berichten. Das macht doch Mut, den letzten finalen Schritt mit seinem Partner zu gehen. Andererseits hat man das Problem eventuell ja auch ohne Trauschein bereits jahrelang neben sich im Bett liegen, nur dass dann am Ende noch nicht mal Schmerzensgeld in Form einer Witwenrente rausspringt.
Wie man in Studien herausgefunden habe, so Superheld Retzer, sei das Festhalten „positiver Illusionen“ immer sinnvoll, wenn es darum geht, eine lang anhaltende, glückliche Ehe zu führen. Einer Studienteilnehmerin fiel es deshalb auch prompt wie Schuppen von den Augen:
„Als ich zugenommen hatte, hat er gesagt, er mag dicke Frauen. Als ich wieder abgenommen habe, hat er gesagt, er mag schlanke Frauen. Irgendwann habe ich dann begriffen, dass er mich liebt.“
Vielleicht ist er aber auch nur ein notorischer Lügner oder ein wankelmütiges Weichei. Oder das Aussehen seiner Freundin ist ihm einfach schnuppe. („Schatz, schau mal, meine Hose passt wieder!“ – „Warum, war sie vorher zu groß?“)
Unverzichtbar wichtig sei es, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren („Toll, Schatz, wir sind jetzt beide dick, wie romantisch!“) und dennoch Widersprüche zuzulassen („Aber dein Hintern ist noch viiiiel fetter als meiner!“). Das Paradoxon der Partnerschaft. Wären wir alle gleich, könnte ich mich ja einfach selbst lieben, was offensichtlich zu naheliegend wäre.
Das pragmatische Resümee des Beziehungs-Besserwissers lautet übrigens:
„Es kommt letztlich nicht darauf an, sich zu vertragen, sondern sich zu ertragen. Ein Arrangement, das auch als resignative Reife bezeichnet werden kann.“
Ich geb’s auf. Ich glaube, ich bin zu reif, um die Ratschläge von Herrn Retzer zu ertragen. Aber heiraten muss ich den Typen deshalb ja noch lange nicht, auch wenn es in einer Ehe mit ihm sicher sehr viel zu lachen gäbe.
Puuuh…was für ein Wischiwaschi wieder über ein uraltes Thema. Es klingt wie ein Rezept im Konjunktiv, mit allen möglichen Variationen und wo die Mengenangaben fehlen und man auch wieder nicht weiß vorher man einige Zutaten herbekommen soll.
Das die Frau nicht schon vorher und an etwas anderen gemerkt hat, dass er sie liebt, und den Typen auch noch geheiratet lässt mich wirklich vor Schmerzen aufkreischen. Aber auch schön so einfach gestrickt zu sein…bzw. so toll positiv Illuminiert zu sein.
Das manche öfter heiraten, ist wirklich der Olymp der resignativen Reife.
Seufz…aber ich war ja auch mal so dumm zu heiraten…ach ich darf gar nicht mehr daran denken…schlimm…schlimm!