La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Die schönsten Knollen blühen auf dem Land März 24, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Mein Leben — lapetitepatate @ 10:46

Kartoffel des Monats

Jetzt ist es offiziell:

Sieglinde Patatina ist die Kartoffel des Monats März!

Die Jury zeichnet hiermit eine kleine Kartoffel aus, die sich durch ihren hohen Stärkegehalt und eine extravagante Schalenfarbe vom übrigen Kartoffelbrei abhebt.

Und ja, ein Erfolg bleibt selten allein, und so kann Signora Patatina ab sofort mit Stolz in ihrem Lebenslauf behaupten, von Deutschlands einzigartigster Absurdpoetin jongliert und in schwindelerregende Höhen katapultiert worden zu sein. Während der Saal tobte und gleichzeitig vor Spannung den Atem anhielt, blieb La Patatina vorwiegend festkochend. Hut ab, huiii!

Angenehm kräftig im Geschmack und formschön wie keine andere, ist Sieglinde Patatina dennoch bodenständig geblieben und ihrem Heimatacker treu verbunden.

Wir gratulieren und wünschen alles Gute für die Welttournee.


 

Denn das Glück sollte man auskosten März 20, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:03

Ich befinde mich derzeit in einem relativ schleimigen Gesamtzustand, und mein Hausarzt würde an der Stelle sicher wieder sagen: „Da hat sich wohl was draufgesetzt!“.

Kaum hat der Frühling mal zaghaft sein kleines Schnuffelschnäuzchen rausgestreckt, fängt bei mir die Pollenallergie an. Gewissenhaft wie ich bin, hab ich mir nahezu ganzjährig andauernde Allergien zugelegt – ich beginne im Spätwinter mit der Hasel und lasse das Schniefen dann so Ende Oktober langsam mit den Gräsern ausklingen. Und wo ich grad schon mal dabei war, mich als wandelnde Röchelpustel zum Drops zu machen, kann’s ja nicht schaden, noch einen Schnupfen und Halsweh draufzusetzen.

Was der Grund des Schneuzens ist, lässt sich leicht mit einem beherzten Blick ins Taschentuch feststellen, sagt mein Arzt.

Achtung, Kugelschreiber bereithalten, hier kommt die Regel zum Rotz:

Schleim = klar + flüssig = Allergie und blöd

Schleim = gelb-grün + zäh = Infekt und böse

Ich hab grade alles. Das ist gemein und blöd-böse.

Als mein Arzt damals die Resultate meines Allergietests gesehen hat, fand er wunderbar tröstende Worte für mich: „Wow…! Aber schön, dass Sie bei so einem Befund noch nicht ihren Humor verloren haben, Frau Toffel!“

(Ja, das ist schön. Ich hab daraufhin noch einen kleinen Arzt-Witz gemacht und bin zum Verschleimen nach Hause gegangen.)

Jedenfalls habe ich armes Schniefschnucki mir für heute fest vorgenommen, mir was Gutes zu tun, und da ich sowieso rausmusste, war ich wild entschlossen, dem Pollenflugfrust was Pfiffiges entgegenzusetzen: Kaufrausch!

Gezielt eingesetzt, soll der ja Wunder bewirken!

Ich packe also meinen Einkaufswagen und nehme mit: Schwammtücher, Katzenfutter, 300g Süßkartoffeln und einen WC-Stein. Und was soll ich sagen – nix. Null Effekt auf mein Wohlbefinden! Hatschiiii.

Und dann treff ich ihn! Plötzlich steht er vor mir, genau so, wie ich es in meinen Träumen immer vor mir gesehen habe:

Glückstee. Mit Banane.

Genau. Tee. 20 Doppelkammerbeutel „Momente des Glücks – Banane-Kleeblüten“ für 1,79 €!

Banane mit Glück – verdammt, ist das gut! Ich mag nämlich zufällig beide Zutaten extrem gerne, wobei mich die Banane fast noch mehr angesprochen hat.

An der Kasse hab ich einen Rentner mit Weißwein und passendem Kleingeld vor mir, genug Zeit also, meine Phantasie eine Runde Gassi zu führen.

Wie mag die Kleeblüte ansich schmecken?

Muss der Klee vierblättrig gewesen sein, um das volle Glücksaroma entfalten zu können?

Und warum ist da eine zartgelbe Ballerina auf der Teepackung drauf? – „In Anlehnung an Edgar Degas / Daneuse-Fin d’Arabesque“, erklärt mir die von vorne betrachtet rechte Seite der Schachtel. Ach so, nee, ist klar. Da halt ich mich doch besser an die Banane, deren Konzept versteh ich.

Wie dem auch sei, heute Abend findet bei mir das ultimative Glücksprogramm statt. Auf DVD gibt’s „Ein Quantum Trost“, weil ich Daniel Craig als James Bond durchaus akzeptabel und scheißerotisch finde – und weil „Wolke 9″ von Andreas Dresen bereits ausgeliehen war.

Und genau dann, wenn ich’s vor Entspannung kaum noch aushalte, mache ich mir eine Tasse Banane-Glücksklee-Tee. Was dann hier bei mir so abgehen wird, davon hab ich dank der Teepackungsgebrauchsanweisung bereits eine sehr konkrete Vorstellung:

„Das Herz jubelt, der Kopf schwebt in den Wolken, die Welt strahlt in den leuchtendsten Farben. Genießen Sie diese Stimmung mit Meßmer ‘Momente des Glücks’!“

Und wehe, mir geht’s morgen nicht besser! Ich schwör’s, ich trink sofort wieder Cola und schau „Big Brother“. Und ja, vielleicht leg ich mir spontan noch eine Hausstauballergie zu. Sicher ist sicher.

(An dieser Stelle möchte ich der Firma „Tempo“ danken, die mich all die Jahre zuverlässig und niesfest mit Taschentüchern versorgt hat. Ohne Euch wär das alles nicht möglich gewesen. Hatschiii.)

 

Kartoffel stellt fest… März 18, 2009

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… dass sie immer wieder ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie den Biomüll ausgerechnet in die Zeitungsseite mit den Todesanzeigen packt.

 

Die Frau im humorverarbeitenden Gewerbe März 15, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Comedy, Kleinkunst, Mein Leben, Theater — lapetitepatate @ 2:30

Wo die Sonne der Kultur am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten.“

- oder: „Der Versuch, einen Abend in einer Comedy-Mixed-Show anhand zweier Zitate des österreichischen Schriftstellers Karl Kraus zu erklären“

Ob Karl Kraus die erfolgreiche Comedienne Heidelinde Hellgelb* auch schon kannte, blieb leider ungeklärt.

Wie heißt es immer so schön: Es gibt ja viel zu wenig gute und lustige Frauen auf deutschen Bühnen. So richtige Rampensäue, die Grips und Charme haben. Manche weiblichen Comedians bekommen deshalb auf der Bühne einen kleinen Sympathie-Bonus von mir.

Und manchmal kommen diese Damen von der Bühne und innerhalb weniger Minuten wird klar: Ja, es sind Zwerge, und die werfen nicht nur monumentale Schatten, sie haben auch einen.

Wie schön, wenn ein Mädchen seine gute Erziehung vergisst!“


Da setzt sich diese lustige Komikerin also neben mich, fängt an zu reden und hört nicht mehr damit auf. „In Kiel bin ich immer ausverkauft, noch bevor die Plakate draußen hängen, aber in Hamburg, da lacht nie jemand über mich. Aber der Dieter**, der hat mir genau erklärt, woran das liegt: „Heidelinde“, hat der gesagt, „Du hast einfach keinen Mut zur Hässlichkeit, das ist Dein größtes Defizit!“

Wow. Ich bin beeindruckt. Ja, es muss wohl an der Schönheit liegen, dass mir diese Frau sofort sympathisch ist und ich den unstillbaren Drang verspüre, nicht über sie zu lachen. Ich schaue also möglichst beschäftigt im Raum rum und suche nach visuellem Halt. Vielleicht lässt Heidelinde ja dann ab von mir. Schwacher Versuch.

„Und Du, Toffi, Du kannst Dich doch sicher auch gegen Männer wehren, oder?“

Toffi: „Ja, ich denk schon. Also, wenn’s sein muss, schon, ja.“

Wie kommt sie da jetzt drauf? Warum soll ICH mich wehren, ich bin ja nicht die Comedy-Quoten-Frau vom Dienst, muss mich mit wilden Komikern rumschlagen und beweisen, dass ich die dicksten Eier hab. ICH bin eine Kartoffel mit so viel Mut zur Hässlichkeit, dass der Dieter nur so staunen würde.

„Du kochst gut, oder?“

Toffi: „Was?“

„Na ja, so dick wie dein Freund geworden ist!“

Morgen, gleich morgen geh ich los und besorg mir Tickets für Malediva oder Tim Fischer. Oder ich geh gleich zu Mario Barth. Wenn schon blöde Sprüche, dann vom Fachmann. Und zwar einem mit echten Eiern.

* Name geändert (unnötige Publicity tut nicht Not)

* * Dieter Hallervorden. Von Wichtigtuern Freunden gern auch „der Dieter“ genannt

 

Drüm prüfe, wer sich ewig bindet März 13, 2009

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In meiner Tageszeitung lese ich heute in der Rubrik „Lebensweisheiten“ einen Beitrag über „Das Wunder der Ehe – Lachen ist besser als Streiten!“.

Warum halten manche Ehen eine halbe Ewigkeit, während andere Paare noch nicht einmal die Chance bekommen, sich auseinander zu leben? Und warum kann es hilfreich sein, den Partner mal so richtig von Herzen auszulachen?

Mit jeder Hochzeit heiratet man ein paar unlösbare Probleme“, weiß der Heidelberger Psychotherapeut Arnold Retzer zu berichten. Das macht doch Mut, den letzten finalen Schritt mit seinem Partner zu gehen. Andererseits hat man das Problem eventuell ja auch ohne Trauschein bereits jahrelang neben sich im Bett liegen, nur dass dann am Ende noch nicht mal Schmerzensgeld in Form einer Witwenrente rausspringt.

Wie man in Studien herausgefunden habe, so Superheld Retzer, sei das Festhalten „positiver Illusionen“ immer sinnvoll, wenn es darum geht, eine lang anhaltende, glückliche Ehe zu führen. Einer Studienteilnehmerin fiel es deshalb auch prompt wie Schuppen von den Augen:

Als ich zugenommen hatte, hat er gesagt, er mag dicke Frauen. Als ich wieder abgenommen habe, hat er gesagt, er mag schlanke Frauen. Irgendwann habe ich dann begriffen, dass er mich liebt.“

Vielleicht ist er aber auch nur ein notorischer Lügner oder ein wankelmütiges Weichei. Oder das Aussehen seiner Freundin ist ihm einfach schnuppe. („Schatz, schau mal, meine Hose passt wieder!“ – „Warum, war sie vorher zu groß?“)

Unverzichtbar wichtig sei es, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren („Toll, Schatz, wir sind jetzt beide dick, wie romantisch!“) und dennoch Widersprüche zuzulassen („Aber dein Hintern ist noch viiiiel fetter als meiner!“). Das Paradoxon der Partnerschaft. Wären wir alle gleich, könnte ich mich ja einfach selbst lieben, was offensichtlich zu naheliegend wäre.

Das pragmatische Resümee des Beziehungs-Besserwissers lautet übrigens:

Es kommt letztlich nicht darauf an, sich zu vertragen, sondern sich zu ertragen. Ein Arrangement, das auch als resignative Reife bezeichnet werden kann.“

Ich geb’s auf. Ich glaube, ich bin zu reif, um die Ratschläge von Herrn Retzer zu ertragen. Aber heiraten muss ich den Typen deshalb ja noch lange nicht, auch wenn es in einer Ehe mit ihm sicher sehr viel zu lachen gäbe.

 

Kartoffelklatsch mit Susanne Betancor März 3, 2009

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Patate mit Popette.
Patate mit Popette.

Susanne Betancor ist die Popette. Eine hinreißend wilde Mischung aus halbspanischer Posängerin und koboldhafter Chansonette. Eine Frau, die von sich behaupten darf, den Begriff „Kammerpop“ geprägt zu haben. Sie ist ein Allroundtalent, Sängerin, Musikerin, Autorin oder auch Malerin und sagt: „Kunst hat die Arschkarte. Sie muss provozieren, unterhalten, irritieren, gefallen, die Sinne anstacheln, die Welt verändern.“ Susanne Betancor hat die deutsche (Klein-) Kunst landschaftlich entscheidend mitgeprägt, einmal kräftig alles umgepflügt mit so wunderbaren Programmtiteln wie „Vollzeitfrisur“ oder „Wurst“.

Erwähnt werden müssen natürlich noch die von der Presse viel bewunderten beweglichen Augenbrauen und Betancors Fähigkeit zur „mimischen Spontanentgleisung“. Die Popette, das ist eine Künstlerin mit Meinung, die mit ihren urkomischen, hochmusikalischen und verspielt skurrilen Shows den Kampf aufgenommen hat: „Ich muss mich wehren gegen Ödnis, Dumpfbackigkeit, Dünkel, den konservativen Reload – reaktionäres Dumpfkabarett, Arschcomedy, den ARD-Freitagsfilm…“

Weichkochend. Bissfest. Très dangereuse.

Kartoffelklatsch mit Susanne Betancor.



1. Mein schönstes Erlebnis mit einer Kartoffel:

eine hat mich letztens im Supermarkt gegrüsst

2. Mit diesem Buch kann man am besten Spinnen erschlagen:

sowas mach ich nicht…und wenn’s sein muss, dann aber mit ÜBERLEBNISS von Ulla Berkewitz

3. Es ist unfassbar, aber bei diesem Film muss / kann ich immer heulen:

ich heule bei allen Filmen, am liebsten bei West Side Story

4. Der Tag ist für mich gelaufen, wenn folgendes Lied im Radio kommt:

…du lässt dich gehn…

5. Mein unvergesslichstes Erlebnis im Schulsport war:

dass der Wille alles ist

6. Ich geb’s zu, als ich 13 war, hatte ich ein Poster an der Wand von:

äh Picasso? glaub ich

7. Niemand sollte je erfahren, dass ich:

hospitalisiere

8. Sonntagmorgen möchte ich auf keinen Fall, dass…

mein Nachbar seine Rolladen hochreisst.

9. Wenn ich Schwarzenegger im Schwimmbad treffe, würde ich ihm sagen:

ich weiss du hast Freischwimmer, aber ich hab Fahrten, ich hab sogar FreiFahrten nur kein Rettung.

10. An mir wird immer unterschätzt, dass ich:

kochen kann

11. Dafür stehe ich sogar nachts auf:

um zu pinkeln

12. Ich hätte besser den Mund gehalten, als ich…

neulich jemandem den Weg erklärt habe

13. Zu einem perfekten Schaumbad gehört für mich:

Schaum

14. Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde er mit folgendem Satz beginnen:

es war wohl so…

15. Wenn morgen mal wieder überraschend eine Fee bei mir klingelt, wünsche ich mir:

Marzipan

Bonusmaterial:
Was ich einer Kartoffel schon immer mal sagen wollte:

halt durch.


Visuelles Kurzpsychogramm:

All about Betancor.


… alles und noch viel mehr über die Frau, die mit den Tönen tanzt:


http://www.betancor.de/

http://www.myspace.com/betancor

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..


Vi