La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Sind Sie karnevalisierbar oder gehn sie auf Distanz? Februar 20, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Kunst, Mein Leben — lapetitepatate @ 10:34

Wenn alles so läuft wie geplant und nichts dazwischen kommt, findet ja nächste Woche wieder verstärkt dieses „Fasching“ statt. Ich bin darauf vorbereitet, soll es doch kommen. Während andere sich närrisch durch die Turnhallen schunkeln und saufen, muss ich arbeiten. Und nicht nur das, nein, ich muss verkleidet arbeiten. Mein Klassiker war ja immer das Kostüm „Kleiner Vampir“, über die Jahre hinweg recht perfektioniert mit Umhang, Kunstblut und versiffter Gruft-Wuschelperücke. („Du, Toffi, hast du heute was mit Deinen Haaren gemacht?!“)

Am diesjährigen Rosenmontag gibt es jedoch einschneidende, selbst für Insider unvorhersehbare Veränderungen.

Ich gehe als Roger.

Roger, der Pirat.

In meiner Phantasie ist er einer dieser sehr tapferen Piraten, die auf der Black Pearl bei Captain Jack Sparrow arbeiten. Der Kajal hat sich durch das viele salzige Wetter über die Jahre ins Gesicht gebrannt und zum Rasieren fehlt einfach die Zeit. Jedenfalls lag meiner Piraten-Rastafari-Zottelperücke ein Vollbart bei, der mittels zweier Klebestreifen an meinem Gesicht befestigt werden soll. Na, da bin ich ja mal gespannt. Wahrscheinlich werde ich bereits an meinem ersten Tag als Pirat jämmerlich verhungern, weil ich Lebensmittel, die mit Haaren in Berührung gekommen sind, grundsätzlich verabscheue. (Hinzu kommt ja noch dieses lästige Hairball-Problem, man kennt das ja. Bei kleinen Katzen mag glucksendes Würgen ja putzig sein, aber nicht bei Piraten.)

Das Demütigendste an Fasching ist für mich, dass ich alle Jahre wieder zwangskarnevalisiert werde, ich dann aber doch irgendwie originell ausschauen will – und prompt wird das Kostüm völlig verkannt bzw. überhaupt gar nicht erst erkannt. Letztes Jahr wurde ich für Bill Kaulitz gehalten. Das war bitter.

Noch bitterer hat es meine Freundin Bettsy erwischt. Sie war nämlich mal richtig mutig und hat sich auf einen Umzugswagen gestellt, der das frech-frivole Motto „Titty Twister Bar“ hatte und genaugenommen eine Wagenladung scharfer Schlampen in sexy Outfits durchs Dorf kutschierte. Man sagt, besorgte Eltern hätten ihren Kindern die Augen zugehalten, so heiß war die Show. Ein Kind allerdings hatte alles gesehen und auf meine Nachfrage, wie die liebe Tante Bettsy denn so ausgesehen habe hoch auf dem geilen Wagen, da kam folgender legendäre Satz, der sämtliche kostümlichen Anstrengungen ad absurdum führt:

„Och, die Bettsy sah aus wie immer!“

In diesem Sinne: Narhallamarsch!

Lasst es krachen und denkt immer daran: Am Aschermittwoch ist alles vorbei!

Tataaaa!

…..

Allen Freunden des ganzjährig lustigen Liedes möchte ich die legendäre Anti-Karnevalshymne „Rheinländer“ von Pigor & Eichhorn ans Herz legen. Lautsprecher aufdrehen und auf der Metaebene mitschunkeln. (Und wer mag, kann dazu vorsichtig seinen Locher öffnen und mit dem Zeigefinger im Takt durch die Konfettis wuscheln.)

 

6 Responses to “Sind Sie karnevalisierbar oder gehn sie auf Distanz?”

  1. Mari Posa Says:

    Wie komme ich denn jetzt wieder raus aus Köln??

    Ich bin jetzt total carnebalisier…happs…happs…nach den Carmellen schnapp.

  2. Dritte Ausfahrt rechts, dann scharf links. Aber aufpassen, dass Du nicht in Düsseldorf landest… ;-)

    Bei uns wird auf den Umzügen übrigens immer Eis am Stiel geworfen, weil hier eine große, bekannte Eisfirma ansässig ist.

  3. Mari Posa Says:

    Wie fühlt es sich an, wenn man ein Cornetto oder Ed von Schleck abbekommt?

    Gibt es auch Eisbomben?

    Danke für den Heimreisetipp. :-*

  4. Hm, so ein Magnum Mandel-Eis macht sicher dicke Beulen, aber ich bin froh, dass es sich um abgepacktes Eis handelt. Bällcheneis wäre wohl doch zu matschig… oder man müsste so mit einem Riesenbecher um den Umzugswagen rennen und sich selbst seinen Lieblingseisbecher zusammenstellen bzw. zusammenfangen…

    Hihi, Eisbomben… Du lustiges Ding Du!!! :-D

  5. Mari Posa Says:

    Kicher…ja, wa!…das ist dann aber doch eher was für den Al Kaida (schreibt man das so?) Karneval. :-D

  6. Gerdi Says:

    Liebe Kartoffel,
    ich werde mich morgen auch wieder ins Kostüm schmeisen und lustig sein. Was man nicht alles für die lieben Kleinen macht. Donnerstag war ich mutig. Da hatte ich einen Schlips an. Jetzt wissen 70 Kinder was mann an einem solchen Tag besser nicht macht.
    Halt’ die Ohren steif und denke daran: Aschermittwoch ist nah.


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