La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Kaufst du noch oder spazierst du schon? Januar 31, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 6:10

Frage 1:

Gibt es tatsächlich Menschen, die samstags einfach mal so zum Bummeln zu IKEA fahren und dann dort fett und breit mitten in meinem Weg stehen, um die schöne Aussicht und die frische Luft zu genießen?

Frage 2:

Können diese Leute nicht einfach wieder an einen See fahren und Enten füttern?

Frage 3:

Warum habe ich schon wieder zwei Packungen Servietten und drei Duftkerzen gekauft?

… und zum Schluss eine rein rhetorische Frage:

Wie hat Mann mich dazu überreden können, eine Tüte voller schwedischem Gummisüßbabb zu kaufen, wo man schon von außen gesehen hat, dass das Zeug nicht schmecken wird?

Pfui!

 

The Kotelett of love Januar 25, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Kunst, Liebe, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 4:53

„Kennste eine, kennste alle – stimmt aber nicht!“

Sagt La Signora. Recht hat sie.

Wenn man erst mal alle bekannten Namen der Musik-Kleinkunst mehrfach gesehen hat, ganz viel Futter bekommt, aber nicht mehr satt wird, dann wird es höchste Zeit, die Fühlerchen nach etwas Neuem auszustrecken.

Getrieben von der unstillbaren Gier nach kultureller Befriedigung, strandete ich also gestern Abend im Theater. Nein, „Theater“ ist das falsche Wort, es ist ein kulturelles Zentrum, dessen Leitung sicherlich tagsüber im Frauenbuchladen arbeitet und wo die Techniker Wollmützen tragen und Sozialarbeit studieren. Und kalt isses da immer („Die Zuschauer und die Scheinwerfer machen dann genug Hitze, da braucht’s keine Heizung!“ – Diese Rechnung geht allerdings nur bei einem vollen Saal auf. Danke.) Im Foyer sitzt gern ein reifes, russisches Zwillingspaar, zwei schwedisch-blondierte Damen mit gut und gern 1,87m Körpergröße (sitzend) und riesigen Händen, die nach Berufskillern ausschauen. Bei meinem letzten Besuch in diesem Etablissement gab’s Wodka und Hustenbonbons von Pigor & Eichhorn – und in meiner Kloschüssel lagen rote Rosenblätter. Find ich nett, da komm ich wieder. Diesmal allerdings mit Schal und Handschuhen. Sicher ist sicher. Aber ganz umsonst.

carmela de feo Wo La Signora auftritt, wird es heiß, denn La Signora ist „The Kotelett of Love“. Heiß und fertig und so anschmiegsam wie spritzendes Bratfett.

Carmela De Feo heißt die Musik-Comedy-Künstlerin, die so überzeugend wie absurd die Bühnenfigur „La Signora“ zum Leben erweckt. Eine zarte Frau im biederen schwarzen Rock und Blüschen, zugeknöpft von oben bis unten. Völlig unerwartet und anfangs von vielen Leuten unbemerkt, stürmt sie von hinten in den Saal und wühlt sich schimpfend und keifend den Weg durch die Menge. Schnell wird klar: Das wird kein kuscheliger Wohlfühlabend, das wird harte Arbeit. Denn La Signora ist die geballte Autorität! La Signora ist ein Star! Eine rassige italienische Vollblut-Diva aus Oberhausen! (Dass sie dabei ausschaut wie eine hutzelige Omi aus Sizilien, kann sie sich erlauben, denn wahre Schönheit kommt von innen.)

La Signora, geboren mit einem Akkordeon am Körper, das über die Jahre mitwuchs, begann ihre Karriere als Alleinunterhalterin auf einem Kartoffelacker. (Allein dafür hat sie meine größte Zuneigung!) Doch ein Star sucht das Licht! Anfangs noch in Form rötlicher Schummerlämpchen in einem Theater, wo auch tagsüber gespielt wurde und die Männer hinter Scheiben saßen, dauerte es nicht lange und La Signora erstrahlte im Neonlicht einer Tankstelleneröffnung.

„Ich bin die Schlachtplatte der Erotik! Und ich brauche einen Mann!“


„Habt ihr das Knacken gehört? Das war mein Eisprung!“

Eine Frau in den besten Jahren, die es ernst meint: Ein Mann muss her! Am besten ein Stalker!

Die wilde Jagd im Saal ist eröffnet. Zu diesem Zweck bleibt das Saallicht das ganze Programm über an. Das schüchtert ein und macht gewaltig Eindruck. Ich habe selten so ein konzentriertes Publikum erlebt. Halb aus Angst, halb aus Faszination, sitzen die Zuschauer mit offenem Mund da und wagen es nicht, etwas zu tun, das den Unmut der Diva erwecken könnte. Auch ich kann mich diesem rauen Charme der Terror-Erotik nicht ganz entziehen, bin aber heilfroh, an diesem Abend kein Mann um die 40 zu sein.

„Jeder Pickel ist ein Schrei nach Freiheit!“

carmela de feo

Ich finde es ja immer herzerfrischend, wenn bei all dem männlichen Künstlerüberschuss auch mal wieder eine Frau auf der Bühne steht. Eine Frau, die den Mut hat, lustig zu sein, ganz schrecklich hässlich auszuschauen und dabei trotzdem so viel Schönheit und Charme ausstrahlt, dass sich jede Menge Männer an diesem Abend freiwillig als Stalker zur Verfügung stellen.

Manchmal lässt La Signora beim Singen und Akkordeonspielen das Publikum eine klitzekleine Ahnung davon bekommen, was sie musikalisch kann. Und man ahnt, das ist jede Menge. Schade vielleicht, dass das Akkordeon nie so ganz wild entschlossen losgelassen wird und so manche skurrile Geschichte in der eigenen Absurdität zu ertrinken droht.

Wundervoll dagegen die ruhigeren Passagen, wenn La Signora auf der Bühnentreppe mitten im Publikum sitzt und ein kleines Märchen vorliest, das ihr damals die Oma in Sizilien erzählt hat, während sie dabei auf dem Schoß der Enkelin saß, die ihr das Gebiß gereinigt hat. Ein Märchen von der Schönheit und der Hässlichkeit, die nach dem Baden ihre Kleider vertauschen und seit diesem Tag immer verwechselt werden.

Und während das Publikum noch versucht, die Poesie des Moments zu begreifen, stürmt La Signora auch schon wieder los und endet in einem furiosen Finale mit einem wilden Liebeslied an ihre Heimatstadt Oberhausen. Sie tanzt! Und wie sie tanzt!

Es war ein ungewöhnlicher Abend. Ein Abend, so prall gefüllt mit kraftvoller Komik und Lust, dass man danach dasitzt und glaubt, einen Tornado überlebt zu haben. Die Frisur ist zerstört, aber der Kopf ist gelüftet vom alten Mief hübscher, aalglatter Liederabende.

„Die Liebe ist wie eine Einbauküche. Irgendwann hat man die Schnauze voll davon!“


Wenn man bedenkt, dass La Signora zur Zeit gerade erst dabei ist, einzelne Küchenelemente zum Aufbau auszupacken, wird es noch sehr viele schöne Abende am Küchentisch geben.

Auf die Liebe!

Auf die Schlachtplatte!

Go, La Signora, go!

Wer noch einen Nachschlag möchte, sollte unbedigt Carmela De Feos Homepage besuchen. Neben tollen Fotos und Videos gibt es dort die Möglichkeit, sich ganz unkompliziert als Stalker zu bewerben. Das ist doch mal ein Service!

http://www.carmeladefeo.de/

 

Was vom Michel übrig blieb – Teil 2 (the evil part) Januar 22, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Liebe, Mein Leben, TV — lapetitepatate @ 7:06
Alter Schwede, wie die Zeit vergeht!

Alter Schwede, wie die Zeit vergeht!

Michel von Lönneberga-Darsteller Jan Ohlsson früher (rechts) und heute (links).

Komisch, dass weißblondes Haar im Kindesalter irgendwie total niedlich ist, bei einem Erwachsenen aber ganz schnell unseriös wirkt. (Merke: ein Goldkettchen reißt’s auch nicht raus.)

Manchmal ist es ganz heilsam zu sehen, was aus der ersten großen Liebe geworden ist. Wie sehr man plötzlich zu schätzen weiß, dass nicht alle Kindheitsträume in Erfüllung gegangen sind.

Man stelle sich nur mal vor, so was würde jetzt nachts neben einem im Bett liegen- die Frisur ist so blendend hell, da spart man sich glatt den Leuchtsmiley für die Steckdose!

Jan Ohlsson lebt heute übrigens in Uppsala und hat mit der Schauspielerei nichts mehr zu tun.

Ach, was.

 

Was vom Michel übrig blieb Januar 17, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Kinder, Liebe, Literatur, Mein Leben, TV — lapetitepatate @ 1:57

„Miiiichel, du Lausejunge!“

Das war einen Sommer lang der meist gebrüllte Satz in meinem Elternhaus. Und das nicht, weil ich einen frechen Bruder hatte oder meine Mutter immer noch an ihrer schweren Niederlage zu knabbern gehabt hätte. (Sie wusste nämlich bis zum Tag meiner Geburt ganz genau, dass sie einen Jungen bekommen würde, einen Steffen Alexander. Mein Vater wollte ein Mädchen. Er hat gewonnen, musste dann aber blöderweise im Hochsommer das komplette Kinderzimmer noch mal von blau auf gelb umstreichen.)

Michel aus Lönneberga

Dieser ungezogene Michel war kein geringerer als Michel Svensson. Besser bekannt als „Michel aus Lönneberga“. Seine Abenteuer waren auf meinen allerliebsten Lieblingsschallplatten – und die liefen den ganzen Tag durch, immer wieder und wieder, obwohl ich die Texte längst auswendig konnte. Ich saß vor der Plattenhülle und himmelte Michel an, der mir in Großaufnahme entgegenstrahlte: blond wie ein Weizenfeld und Zähne so groß und weiß, wie man’s aus dem wahren Leben gar nicht kannte, weil man selbst ja noch die ollen Milchzähnchen hatte. Da lag ich also auf dem Teppich vor der Box und stellte mir vor, wie aufregend es wäre, einen Sommer lang mit Michel durch Lönneberga zu toben, der alten Krösa-Maja Streiche zu spielen und Vater Anton in den Wahnsinn zu treiben.

Michel war meine erste große Liebe.

Mein Freund Ralf. Erstversorgung nach Dreiradunfall.

Mein Freund Ralf. Erstversorgung nach Dreiradunfall.

Meine Spielkameraden waren im Vergleich zu Michel irgendwie sehr gewöhnlich. Da war Ralf, mit dem habe ich immer „Vater, Mutter und Kind“ gespielt. Während Ralf mit meinem Dreirad zur Arbeit gefahren ist, blieben die Kinder, also sein Bär Bruno und mein Hase Hoppel – wir waren eine der ersten Patchworkfamilien überhaupt – wieder mal an mir hängen. Und wenn Ralf 11 Runden durch den Garten gefahren war und geschafft von der Arbeit nach Hause kam, musste die Grassuppe schon auf dem Tisch stehen.

Irgendwann war mir das zu blöd und ich habe ernsthaft versucht, mit Simone von nebenan und deren Barbies glücklich zu werden. Nach dem 17. Erpressungsversuch à la „Wenn du mir nicht was Süßes mitbringst, bin ich nicht mehr deine Freundin“, hatte ich die Nase voll vom Zickenterror und bin heim zu Bruno, Hoppel und Ralf, die mich dankbar zurücknahmen. Es kam mir allerdings auch zugute, dass sich Ralf gerade in einer schrecklichen Lebenskrise befand, weil sein Guppy Jens unerwartet Selbstmord begangen hatte. Bei der gemeinsamen Beerdigung waren wir dann schon wieder die besten Freunde: Ich durfte sogar die Klospülung drücken.

Vor ein paar Wochen habe ich mir die „Michel aus Lönneberga-Spielfilm-Edition“ auf DVD gekauft. Ich bin jetzt in einem Alter, wo man anfängt, von früher zu reden, wo die Erinnerung bereits Mitleid zeigt und einen Schleier der Sanftmut über alles legt. Früher war alles schön. Früher war immer Sommer und Sonnenschein.

Komisch nur, das ich noch genau weiß, dass es an meinen Geburtstagsparties im Mai immer geregnet hat und im Sommer vor der Einschulung mein Spielkamerad an Hirnhautentzündung gestorben ist. Der war einfach weg, dabei hatte er mich doch gerade noch beim Polizeihundspielen in den Arm gebissen. Und die vielen Teddys auf dem Grab und die trauernde Mutter, die heulend zu meiner Mama sagt: „Es ist doch besser, dass er jetzt tot ist. Welchem Kind wollte man zumuten, in so einer Welt zu leben?“. Ich stand dabei und fühlte mich wie übrig geblieben und war zutiefst verunsichert, weil ich ja noch ein Weilchen in dieser Welt leben sollte.

Neulich lege ich also unter heutigen Lebensbedingungen die Michel-DVD ein und freue mich auf die Erinnerungen aus der Kindheit. Mit einer gemächlichen Kamerafahrt über grüne Wiesen und rote Holzhäuser setzt der Soundtrack ein – und mit ihm meine Tränen. Ich weiß nicht, warum, aber ich muss so schlimm heulen, dass ich nach 15 Minuten den Film stoppe, weil ich sonst am nächsten Morgen aufgequollen gewesen wäre wie ein Gummibärchen nach einem ausgiebigen Wasserbad.

Seitdem habe ich mich nicht mehr an Michel rangetraut.  Was wäre, wenn das damals alles gar nicht so toll war? Wenn Michel schlichtweg ein hyperaktiver Rotzlöffel war? Seine Eltern Anton und Alma überforderte Rabeneltern? Und mit dieser bitteren Erkenntnis Erinnerungen hochgekommen wären, die gar nicht zu mir gehören können?

Ich hatte so viele schöne Stunden mit Michel, da lass ich mir nicht in meine Nostalgie reinpfuschen. Aber es ist gut zu wissen, dass meine Erinnerungen auf DVD gebannt im Archiv stehen. Wer weiß, wozu sie eines Tages noch gut sein werden.

Demnächst hier: Wie ich lernte, einen Vampir zu lieben, ohne gebissen zu werden.

 

Thank you for the Mooshy Januar 13, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Mein Leben — lapetitepatate @ 10:29

Nicht jeder hat das Glück, noch im Januar mit wunderbaren Weihnachtsgeschenken überrascht zu werden. Ermöglicht wurde bei mir dieses freudige Ereignis durch die gute alte Post, die es wieder einmal geschafft hat, für den Transport eines kleinen Päckchens weit über eine Woche zu benötigen. Für eine Distanz von ca. 40 km. (Da steigt man doch besser ins Auto und fährt an Heiligabend kurz bei seinen Freunden vorbei.)

Sei’s drum, ich bin nicht nachtragend und mit echter Post und Überraschungen kriegt man mich immer. (Mit Kokosspeck vom Hussel übrigens auch.)

Da bekomme ich dieser Tage also ein Päckchen von meinen lieben Freundinnen Socke und Krümel. Und drin war das:

mooshy mit muschi... haha... brüller!

Ein Kissen in Wurstform und so schön blau, dass so mancher Säufer neidisch würde. Schade ist, dass man das Kissen hier zwar sehen kann, aber leider nicht fühlen. Es greift sich nämlich sehr… na ja… ungewöhnlich an. Vielleicht so in etwa wie der feuchte Händedruck eines Menschen, in den man heimlich seit 7 Jahren verliebt ist. Irgedwie schön, aber auch eklig. Oder wie ein Latexhandschuh, den man mit Puderzucker befüllt hat. Oder eine Silikontitte, die schlapp macht. (Ich stelle mir das jedenfalls so vor. Aber verlässliche Erfahrungswerte hab ich dazu nicht.)

Anders gesagt: man fasst dran, und es fühlt sich verboten an. Und das ist toll. Wenn keiner hinschaut, knete ich das Kissen manchmal nur so zum Spaß brutal durch.

Hihi.

Böse, kleine Kartoffel.

Vielleicht würde ich diesen Gebrauchsgegenstand auch gar nicht so sexualisieren, wenn nicht schon die Verpackung unglaublich erotisierend gewesen wäre – und ich nicht bereits vor dem ersten Fummeln einen Lachkrampf bekommen hätte:

mooshy... MUSCHEI gesprochen...

Hallo?!

„Mooshy“????

„The unbelievably soft and cloud-like squashy … cushion“???

Von der Firma „iwantoneofthose.com“???

Das klingt aber nach Spielzeug für große Mädchen, oder? Hat die Post deshalb so lange gebraucht, bis sie gekommen ist, weil jeder mit anpacken musste?!?

Wahrscheinlich täusche ich mich. Sicher spricht man den Namen des Kissens „Muschei“ aus, und nur ich projeziere wieder all meine geheimsten Phantasien auf ein unschuldiges kleines Kuschelkissen, das doch nur spielen will.

 

Meine Lieben in Rosarot Januar 9, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Kinder, Liebe, Mein Leben, Queer — lapetitepatate @ 12:38

Da sitze ich also mit fünf Kindern im Alter von 6-54 Jahren beim Mittagessen und versuche, glaubhaft zu vermitteln, dass Radieschen im Salat wirklich nichts Schlimmes sind und die Käsespätzle nicht besser schmecken werden, nur weil man sich beim Essen die Nase zuhält.

Jonas (6): „Ich möchte heute einen Tischspruch sagen!“

Es packen sich alle reflexartig bei den Händen und los geht’s:

„Jeder isst soviel er essen kann, nur nicht seinen Nebenmann. Piep, piep, piep wir ham uns alle lieb!“

Ahhhh. Wo hat das Kind nur so was her? Jetzt tut man so viel für eine unsentimentale Erziehung und dann so was. Aber es kommt noch besser.

Jonas: „Ich will für meine nächste Geburtstagsparty ein Motto haben!“

Okay! „Rostige Ritter“. „Miese Monster“. „Peinliche Piraten“.

Klar, warum nicht!

Jonas: „Mein Traumschloss in Rosarot ! Da ist dann alles rosa und nur ganz wenig rot. Und ganz viele rosane Rosen und so! Alle müssen rosa tragen. Also rosa, hellrosa, dunkelrosa…“

Timo (7): „.. und blau?“

Jonas: „Nein. Natürlich nicht.“ (verdreht genervt die Augen)


Ich frage mich ja schon seit längerer Zeit, ob es für einen kleinen Jungen schädlich sein kann, einen lila Fleecepulli tragen zu müssen, der den Aufdruck „Little Princess“ hat . Etwas Ähnliches muss in diesem Moment auch Carla gedacht haben, die mit ihren 10 Jahren schon weit rumgekommen ist und der nichts Menschliches fremd ist.

Carla: „Ich hab in London mal zwei Penner gesehen, die sich geküsst haben!“

Während ich im Hintergrund noch irgendwas höre wie „…rosa Teller, rosa Servietten, rosa Tischdecke…“, konzentriere ich mich jetzt besser auf das Weltbild der Jugend. Natürlich gibt es auch prompt eine Reaktion, bei der die pfiffige Kartoffel sofort einhaken kann.

Julia (9): - immitiert ein herzhaftes Würggeräusch und klopft sich an die Stirn - „Pft, schwule Penner. Schwul! Und Penner! Typisch! E-kel-haft!“

Timo: „Was ist jetzt, kann ich auch in blau kommen?!?“

Hm, Toffi, schnell, sag was, damit die Kinder wieder was gelernt haben.

Toffi: „Es ist überhaupt nichts Schlimmes dabei, wenn ein Mann ein Mann liebt oder eine Frau eine Frau. Jeder ist anders und bei uns gibt’s da kein richtig oder falsch. Und nein, wenn das Motto „Mein Traumschloss in Rosarot“ ist, dann kommt da keiner in blau!“

Carla: „Ich war auch mal lesbisch. Da war ich 6.“

Hm. Hä?

Carla: „Yep. Ich war da nämlich in Hermine Granger verliebt!“

Oh, isses nicht herzergreifend?

Toffi: „Na ja, nur weil du Fan von Hermine Granger warst, bist du ja nicht gleich lesbisch.“

Offensichtlich hatte ich in diesem Moment Carlas starke Gefühle für die kleine Zaubermaus unterschätzt.

Carla: „Doch, doch, das war schon so. Aber das ist vorbei. Heute find ich Lara Croft besser, die ist richtig sauscharf!“

Julia: „Waaaas, biste immer noch lesbisch?“

Carla: „Näääää, guck doch, ich hab nicht mal mehr Pailletten an den Jeans!“

Alle verschwinden zeitglich mit ihren Köpfen unter dem Tisch und bewundern die heterosexuellsten Hosen der Nation:

Tatsache, keine Pailletten.

 

Au ja, lass uns Quatsch kaufen… Januar 7, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Liebe, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:18

Zu Weihnachten haben meine Katzen Krazy Kira & Lady Lucy endlich ihr eigenes Sofa bekommen. Kuschelig, braun und sehr formschön.

katzensofa deluxe

Ein reinrassiges Accessoire aus der Serie „Völlig unnötige Anschaffungen“, weil Katzen niemals das wollen, was das Frauchen will.

Nach dem Aufbau nicht annähernd so praktisch wie klein, steht es nun in der Nähe meiner Fernsehcouch und wartet auf haarigen Besuch. Ja, einfach mal ein unverbindliches Spaß-Angebot machen, während die Katzen sich gemütlich auf den besten Plätzen meines Menschensofas räkeln und nicht im Traum daran denken, Hoheitsgebiet abzutreten oder sich räumlich zu verkleinern.

Aber einen Trumpf hab ich noch im Ärmel. Irgendwann mal, wenn alle Katzen wegschauen, weil sie z.B. gerade ihren Hintern putzen, kratz ich nach Herzenslust am Katzensofa rum bis die Fetzen fliegen. Einfach so. Aus Rache.

So isses brav!

Braves Tier! Katzendame Krazy Kira auf dem Katzensofa.

(Ein einzigartiger Anblick, weil so nie wieder gesichtet.)

 

Kartoffel und der Klang des Schnees Januar 5, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:22

Ich brauche keine Wettervorhersage, die mich schon Tage im Voraus vor einem Schneechaos warnt.

Hier auf dem hügeligen Land werde ich seit 5 Jahren im Falle eines Schneefalls zuverlässig gegen 6 Uhr früh ganz sanft vom Knattern des Schneepflugs geweckt. Dazu gibt’s noch eine gratis Blinki-Lichtshow in orange, weil ich mich weigere, mit verrammelten Fenstern im Totaldunkeln zu schlafen. (Als Kind hatte ich so einen beruhigend gelben Leucht-Smiley für die Steckdose, aber den hat man mir, als ich angeblich alt genug war, bösartigst entrissen. Na ja, Sie können sich vorstellen, wie traurig und vor allem düster deshalb mein 30. Geburtstag war.)

Der Schneepflug arbeitet sich also meine Strasse entlang. Ab diesem Moment habe ich noch genau 80 Minuten Zeit, mir im Liegen auszumalen, wie viel Meter Neuschnee über Nacht gefallen sein mögen und zu überlegen, was ich anziehen soll. Der am Vorabend akribisch getroffene Kleiderplan erfährt dann möglicherweise eine Änderung. Aber ich trage es mit Fassung. Wenn der Wecker klingelt, werden zwei Lamellen der Jalousie auseinandergebogen und die Wetterlage sondiert. Aha, Straße leicht gezuckert. Aber Hauptsache, der Schneepflug kommt zum Einsatz. (Irgendwie ja auch süß, wie man sich um mich kümmert.)

Seit fünf Jahren frage ich mich dennoch jeden Winter, ob die Jungs vom Bauhof manisch sind oder im ersten Leben ein traumatisches Erlebnis mit Schnee hatten.

Eine andere, elegantere Theorie von mir ist, dass am Ende meiner kleinen Straße ein Lokal-Promi wohnt, der gedroht hat, sofort auf die Bahamas auszuwandern, falls er hier jemals in Schnee treten sollte. Ist doch verdächtig, wenn erst der Kartoffelweg und dann die Autobahn geräumt wird, oder?

Das Promiaufkommen in Kartoffelhausen ist aber auch verdammt überschaubar. Wir haben genau zwei Stück davon – und die wollen gepflegt werden. (Eigentlich sehr smart, sich als Mini-Promi aufs Land zu verziehen. Da werden einem dann quasi die Pollen in den Popo gepustet.)

Der eine Promi hat sich aber meinen größten Respekt verdient, weil er sich in Loriots „Ödipussi“ nicht einfach so ein Sofa in frischem Steingrau hat andrehen lassen. Der andere bestreitet mit drei Gesichtsausdrücken jedes Jahr die gesamten Kartoffelhäuser Festspiele. Der Hauptmann von Köpenick lässt grüßen. Als ob es keine anderen alternden Charakterschauspieler mehr gäbe. („Super, was der R. alles spielen kann! Und alles auswendig! Wahnsinn!“)

Heute kam alles anders. Ich wache also auf und lausche dem Nichts. Da ist nur diese unglaubliche Stille, grade so, als ob Schnee alle Geräusche schluckt. Nur ganz leise, draußen am Waldrand, höre ich ein leises krrrz-krrrz. Herr Geyser kratzt seinen BMW frei.

Draußen: Schnee. Sehr viel Schnee. Und neben mir: der unglaublich dämliche Spruch: „Na, hätteste nicht gedacht, dass es heute Nacht Schnee gibt, gell?!“

Kein Schneepflug weit und breit – bis jetzt nicht. Das macht mir Sorgen. Ich warte jetzt noch bis zu den 20.00 Uhr-Nachrichten, dann ruf ich beim Bauhof an, ob’s meinen Jungs gut geht. Vielleicht guck ich aber vorher noch eine Folge „Big Brother“. Und lege die Klamotten für morgen früh raus.

 

Das Kartoffel-Orakel Januar 4, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Comedy, Mein Leben — lapetitepatate @ 2:14

Chapeau!

Der Neid musses lassen: es gibt versiertere Bleigießer als mich.

Schaut Euch an, was andere Menschen alles aus einem Bleigießset rausholen!

Güldene Kunstwerke! Kleine Ikonen der heidnischen Silvesterkunst!

    1. Die Eule. Und zwar die aus Harry Potter.objekt2a

    2. Das echte Alien, eine falsche Portion Krautsalat verschlingend.

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    3. Eine sogenannte südkatalanische Mann-Echse, halb Mensch, halb Tier.

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    (Ehrlich gesagt, sehe ich vorne sogar einen Jesuskopf samt gepflegtem Vollbart. Aber ich bin unsicher, ob man beim Bleigießen Heiligenerscheinungen überhaupt erkennen darf?)

Eine schöne Gießerei, die sie da angerichtet haben, Frau Zwergenmafiosa!

(Man erzählt sich sogar, es seien in der Silvesternacht Bleitropfen durch ihre Küche geflogen, so engagiert wurde da in die Zukunft geschaut.)

Meine kluge Weissagung – kurz zusammengefasst:

„Tragen Sie ruhig weiterhin Eulen nach Athen, achten sie dabei aber immer darauf, dass die Tupperbox mit dem Krautsalat sicher im Kühlschrank verstaut ist, bevor das Fremde in Ihnen sich allem annimmt und ein heiliges Donnerwetter losbricht.“

Noch kürzer: „Das wird ein super Jahr. Mahlzeit.“

 

Flotter Dreier Januar 1, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Comedy — lapetitepatate @ 2:39

Herzlich willkommen im neuen Jahr!

Und herzlich willkommen zur ersten Neujahrs-Trilogie! In drei sehr unterhaltsamen Teilen werde ich hier von meiner ganz persönlichen Silvesterparty berichten.

Also, immer mal wieder vorbeischauen, es lohnt sich!

Teil 1: „Die Tischbombe. Die knallt richtig!“

Als gestern Abend die Stimmung auf dem Höhepunkt war, ließen wir es uns nicht nehmen, ein fulminantes „Tischbombensortiment“ zu zünden. Dass die Verpackung stolz „Drachenstarker Spaß für kleine Monster“ versprach, fand außer mir keiner bedenklich.

…3…2…1… hm… 0,5… PLÖPP!…

Schon im Moment der Detonation zieht ein beißender Qualm durchs Zimmer und frisst sich in das Sofa und die Gardinen. Fast nicht zu sehen, so unscheinbar ist es, wird aus der Bombe gleichzeitig ein absolutes Plastik-Scheißdreck-Spielzeug katapultiert, das so leicht ist, dass es quasi zu Boden segelt. (Das dritte direkt unter den Schrank. Zu dem Zeitpunkt hatten wir alle verstanden, wie unsinnig es wäre, sich danach zu bücken. Soll es doch liegen bleiben.)

kinderquatsch

Ich möchte ja wirklich nicht besserwisserisch klingen, aber ich war von vorne rein für das Tischfeuerwerk „Sexbombe“ für Erwachsene. Es hätte nur einen Euro mehr gekostet, dafür war allein schon die Verpackung viel unterhaltsamer. Hätte mich schon gereizt zu sehen, was da so alles raushüpft nach dem Heißmachen…

Teil 2: „Die Kalorienbombe. Die sättigt richtig.“

Nach dem Käsefondue, gefüllten Nudeln, Falafelbällchen, Salat, Oliven, Pepperoni, Schafskäsecreme und selbst gebackenem Weißbrot hatte sich bei so manchem Gast gegen 22 Uhr ein „Ichbinsosattichmagkeinblatt-Gefühl“ eingestellt.

Als Gastgeber sag ich mir aber immer: „Eine Party ist erst dann ein Erfolg, wenn die Gäste so fettgefressen sind, dass sie in der Wendeltreppe stecken bleiben!“

Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann und nach was Herzhaftem immer was Süßes kommen muss, habe ich nach einem amerikanischen Rezept eine weiße Schokoladentorte gezaubert.

Alter Scholli, das war nix für schwache Esser! Und wenn ICH schon kapitulieren muss, dann will das was heißen:

American Dream-Cream

„Hallo, ich bin Tobi, die tolle Torte und mich kriegt man mit 350g weißer Schoki, 500g Crème Double, 100g Butter und 250g Amarettini. Nein, ich bin kein leichtes Mädchen! Aber wie heißt es so passend: Nur die Horten kommen an die Torten…!“ (lacht überzuckert)

Um 2 Uhr haben die Chips „Oriental“ dann schon wieder geschmeckt. Den Satz „Ich kann nie mehr was essen“ halte ich ohnehin für überbewertet.

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Teil 3: „Die Bleibombe. Die liegt immer richtig.“

Weil ich heute vor einem Jahr in meinem Beitrag übers Bleigießen freizügig von „Spermium“ und anderen frivolen Interpretationen geschrieben hatte, hat mir das die letzten beiden Tage einzigartige Besucherrekorde beschert! Ich hab meine eigene Blogstatistik nicht wiedererkannt – ich wusste gar nicht, dass der Graph überhaupt derart schwindelererregende Werte erreichen kann! Hat sich der obszöne Schreibstil doch wieder mal gelohnt.

Aber zurück zu den Ergebnissen des Bleigießens.

„Kannst Du Dir nachträglich vorstellen, was das für dieses Jahr geheißen haben mag?“

Mit diesem Kommentar hat mich meine liebe Leserin Zwergenmafiosa doch sehr ins Grübeln gebracht. Ja, was hatten all die schönen Spermaskulpturen aus Blei vom letzten Jahr zu bedeuten? Jedenfalls war bei mir hier kein erhöhtes Spermaaufkommen festzustellen, und auch andere unangenehme Überraschungen blieben aus.

War wirklich alles umsonst?

Niveau beiseite, here are the results of this year’s bleigießing in Kartoffelhausen:

Bleihaltige Kunst.

Na, ist das was? Weit und breit kein Spermium zu sehen! Ha!

(Das Bilig-Bleigießset vom Baumarkt-Discounter hat’s voll drauf!)

Ich schlage folgende Interpretationen vor:

  • 4 Jungs aus der Armee der Finsternis. Nach dem Genuss meines Kuchens.
  • Eine Ballerina, die den sterbenden Schwan tanzt.
  • Ein überfahrener Vogel Strauß, bevor er den Kopf in den Sand stecken konnte.
  • Eine Schnecke. Mit eigenem Haus.
  • Die perfekte Welle. (Zitat von F.H. aus H.)

… und nun warte ich auch dieses Jahr wieder gespannt auf Eure Ideen! Sagt mir die Zukunft voraus! Und benutzt ruhig ein paar schmutzige Wörter, das erhöht den Traffic.