La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Kein Anschluss unter dieser Nummer… Oktober 25, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Comedy, Mein Leben, Tierwelt — lapetitepatate @ 2:10

Hiermit stelle ich folgende Sachverhalte richtig:

A) Ich wohne nicht bei Paris Hilton zur Untermiete.
B) Ich bin zur Zeit nicht in der Erotikbranche tätig.
C) Ich leite kein erfolgreiches Familienunternehmen für Travestieshow-Fachbedarf.

Und trotzdem komme ich dieser Tage nach Hause und finde mich mit etwas so Bizarrem konfrontiert, dass ich mir wünschte, ich hätte mich in der Wohnungstür geirrt.
Ich betrete also nach einem harten Arbeitstag (an dem auch noch die Frisur überhaupt nicht sitzen wollte) meine Wohnung - und da steht es:

 

Verdammt rosa.

Verdammt rosa.

 

Das „Telefon“ des Grauens.

Ein Traum in Zartrosé. Kommunikationszuckerwatte. Eine artifiziell anmutende Mischung aus einer Miss Piggy-Diva-Boa und einem Fernsprechapparat. Ein Gegenstand aus der Reihe „Die 10 flippigsten Accessoires der 80er“. In MEINER Wohnung! Mein geschützter Raum, meine Wohlfühlzone! Ahhhh! 

Ich meine, hallo, mal angenommen, die Polizei kommt und findet so was Geschmackloses bei mir, da bin ich doch sofort auch in allen anderen Punkten verdächtig. Oder von vornerein schuldunfähig. Man weiß es nicht, aber das Risiko ist mir einfach zu hoch. Meine Freunde würden mich sicher sofort ausgrenzen, weil sie befürchten müssten, von mir von diesem Telefon aus angerufen zu werden. Und, ach ja, Besuch könnte ich auch keinen mehr einladen, weil alle Angst hätten, dass gleich Dolly Buster ums Eck kommt, um an meinem Zoschelalbtraum schlüpfrige Zuschauerfragen zu beantworten.

Die ersten Stunden unseres Zusammenlebens haben das Telefon und ich deshalb ganz bewusst auf Distanz verbracht. Erst mal gegenseitig beschnuppern und schauen, wie weit man gehen kann.
Anfassen war beim besten Willen nicht drin – vielleicht aus Angst, dass das Horrorteil noch oder wieder lebt oder einfach so lecker schmeckt, dass ich nicht aufhören kann und mir dann an der Wählscheibe den Magen verderbe.
Beim Vorbeilaufen hat das rosa Flitterzeug aber sehr lieblich im Wind geflattert. Das hatte was. Da bin ich extra ein paar mal zurück gelaufen. Sssssshhh! Wie eine Trauerweide im lauen Herbstwind. Nur viel rosaner.

Meine Katze hatte da weniger Berührungsängste. Bis ich abends mal wieder im Flur vorbeischaute, hatte Lady Lucy das Telefon bereits erlegt und saß, sich scheinheilig putzend, inmitten eines Bergs Püschelfederchen.
Gutes Tier!

 

Ich hör Musik – Best of Rest of Cora Frost Oktober 11, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Kunst, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 9:32


„Was wäre“,
denkt der Mann im Mond,
„wenn jetzt die große Welle kommt?“


‘Wenn ich jetzt und hier sterbe, dann wäre das okay so!’

Am Donnerstag hab ich mich doch tatsächlich dabei erwischt, wie ich fast so etwas gedacht hätte. In einem kleinen Anflug von Glückstaumeligkeit. In einem perfekten Moment. Und nein, ich hatte keinen richtig guten Sex oder das ultimative Jägerschnitzel auf dem Teller. Ich war im Konzert bei Cora Frost.

Best of Rest of Cora Frost.

„Con l’amor più vero
mi son perso in te…“

Treue Kartoffelfreunde wissen es, Cora Frost ist die Künstlerin, die ich seit Jahren am nachhaltigsten bewundere. Ohne Kompromisse, ohne Zweifel: „Ich hätte ihr Pommes gemacht“!
Wie viele andere „Kleinkünstler“ habe ich schon sich über deutsche Bühnen schnulzen hören. All die schönen Menschen mit ihren seelenschmeichelnden Liedchen. Nett. Aber „nur für eine Nacht“. „Das Glück war nur von kurzer Dauer“, weil ich viel zu schnell satt wurde, und Nachschlag gab’s selten.
Nein, Musik soll mich herausfordern, ich will mich damit beschäftigen, vielleicht so, wie mit einer guten Lüge, die mit mir nachts ins Bett geht und morgens nebenan am Frühstückstisch sitzt. Unrasiert. Remember, the good lies always win.

Mit guten Liedern verhält es sich ganz genauso.


„I am a fantasy…
mirror mirror look at me
do you believe what I see…“

25 Jahre Cora Frost! (Wow, doch schon so lange!) Zeit zu feiern!
Und wenn ein Pfundsweib wie die Frost sich aufmacht, ihre Reste zum Besten zu geben, dann ist das wie eine Inventur bei Tiffany’s. Ein Lied hochkarätiger als das nexte! Von wegen „billig billig billig“!

„Seht, da kommt sie, die Hure, die dreckige, die!“

Sie hätte sich nach unten geschlafen, wird der Frost vom kongenialen Pianisten Gert Thumser da vorgeworfen. Aber wer Cora Frost an diesem Abend in Pforzheim auf der Bühne gesehen hat, der weiß, dass solch eine Vollblutkünstlerin – und fiele sie noch so tief – immer ganz oben sein wird.
Eine Ausstrahlung wie sieben Sonnen und eine Energie, dass selbst das Duracell-Häschen nervös werden würde. Die Frost singt. Und wirklich alle Zuschauer hängen an ihren Lippen, ab der ersten Note wird gejohlt und geklatscht, wie man es sonst nur bei einem Robbie Williams kennt. Und ich denke, wie schön das ist und wische mir verstohlen ein Tränchen aus dem Augenwinkel. Halb lachend, halb weinend. Es ist wohl die Art von Vorahnung, wie sie nur eine Frau haben kann.

„Wo sind nur meine Jahre geblieben?
Schob sich zwischen mich und meinen Sommer…
Hatte die Füße oft im Dreck
und den Kopf im Himmel drin…
Ich hör Musik
dahin will ich zurück…“

So ein „Best of“-Programm konfrontiert ja nicht nur den Künstler erbarmungslos mit seiner Vergangenheit, sondern rechnet auch mit mir als Zuschauer gnadenlos ab. Zeit für eine beeindruckende Bilanz.
Wie treu und zuverlässig hat mich die Musik von Cora Frost immer wieder begleitet, in Glücksmomenten, bei Seelenkater oder einfach so. Der Frost`sche Supermarkt lässt dich nicht im Stich!

Im Frühling mit der dicken Marie Blüten in Tüten gekauft, den Sommer am Ostseestrand mit Jules und Jim verbracht. Und wenn im Herbst morgens bei der Fahrt zur Arbeit die Krähen an Ljubas Küsse im Kohlfeld erinnerten, freute ich mich schon auf den Winter: endlich wieder antarktisches Petting! Alles Sachen, die es ohne Frost für mich so wohl nie gegeben hätte.

„Hier bei dir da könnt ich glücklich sein
doch die Welt sie scheint mir hier zu klein…“

Das „Best of Rest of Cora Frost“ ist so viel Musik wie absurdes Theater. Kostüme! Pailletten soweit das Auge reicht! Clownsnasen! Bademäntel! Und da, kindlich bunte Bommel an der Musik!
Herrlich übermütiger Klamauk und berührende Momente wechseln sich in Sekundenschnelle ab. 2,5 Stunden reinrassige Ausnahmekunst. Nach so einem euphorisch gefeierten Konzert mag man es kaum glauben, „dass die Bühne der einsamste Ort der Welt ist“. Wo doch vor der Bühne nur Freunde sitzen, die nichts sehnsüchtiger erwartet haben als die Rückkehr der wilden Mutter.

Goodbye Mama! Don´t smoke in bed! Und komm bald wieder!

… ,,,Auch großartig, genial und gut gelaunt:
…….Gary Schmalzl, Toni Nissl & Gert Thumser.
……(anklicken fürs große Vergnügen!)

ein geschmackvolles Tourplakat.

Schmückt jedes Kartoffelzimmer: ein geschmackvolles Tourplakat.

PS: Danke an meine Hof-Fotografin Cora-Mae für die Fotos!

 

Kartoffelklatsch mit Tanja Ries Oktober 3, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Cartoon, Chanson, Kartoffelklatsch mit Promis, Kleinkunst, Kunst, Mein Leben, Musik — lapetitepatate @ 2:59

 

 

Tanja Ries. Die Elfe unter den Heldinnen des neuen Berliner Chansons. Großstadtengel mit einer Stimme, die mitten ins Herz trifft, sich dort einnistet und glücklich macht. Die Presse nannte sie die „deutsche Version von Björk“, vielleicht ist Tanja Ries aber auch einfach nur die zarteste Versuchung seit es Chansonetten gibt.

Tanja Ries ist zudem engagierte Kulturschaffende und seit einigen Jahren Gastgeberin des wunderbaren „Chansonfest Berlin“ im BKA-Theater. Als künstlerische Leitung mit Sachverstand und Herzblut gibt sie Newcomern der Chansonszene ein wohliges Plätzchen im Rampenlicht und lässt gleichfalls allergrößte Größen und wilde Mütter des Chansons zu Wort und Gesang kommen! Allein dafür geht Tanja Ries HERZWÄRTS! Da war es nur logisch, dass die Künstlerin, deren neue CD mir viele Sommerabende verzaubert hat, die begehrte Einladung zum Kartoffelklatsch von mir erhalten hat!

 

Weichkochend. Bissfest. Très dangereuse.

Kartoffelklatsch mit Tanja Ries.

 

1. Mein schönstes Erlebnis mit einer Kartoffel:
Immer wieder: das Essen … am liebsten nur mit Butter

2. Mit diesem Buch kann man am besten Spinnen erschlagen:
Ich würde niemals ein Buch dafür verwenden – immer nur Espandrillos aus weichem Gummi :-)

3. Es ist unfassbar, aber bei diesem Film muss / kann ich immer heulen:
Bei jeder einzelnen Folge von Grey’s Anatomy, bei Fimlen von Fatih Akin … und sogar beim letzten Polizeiruf.

4. Der Tag ist für mich gelaufen, wenn folgendes Lied im Radio kommt:
Ich vermeide es Radio zu hören und wähle meine Musik lieber selbst aus.

5. Mein unvergesslichstes Erlebnis im Schulsport war:
Beim Handstand vom Schwebebalken zu fallen, mit Beine breit – unangenehm.

6. Ich geb’s zu, als ich 13 war, hatte ich ein Poster an der Wand von:
Boney M. Das, auf dem sie alle nackt waren und nur mit Ketten bekleidet. Eine Beigabe der aktuellen „Super 20″- Platte.

7. Niemand sollte je erfahren, dass ich:
… mit Irokese bekleidet, als harte Punkfrau des Provinzstädchens Pforzheim heimlich zuhause Cat Stevens gehört habe.

8. Am Sonntagmorgen möchte ich auf keinen Fall, dass…
… mir die Milch beim Kochen überläuft oder ich keine Zigaretten mehr habe.

9. Wenn ich Angela Merkel im Schwimmbad treffe, würde ich ihm/ihr sagen:
Dass es so echt nicht weiter gehen kann, und ob wir uns nicht mal mir ein paar vernünftigen Menschen gemeinsam unseren Haushaltsplan anschauen wollen … vielleicht ein paar Kampfflieger weniger kaufen und die Kinder vor Armut bewahren … oder ihr ein wenig über die Wichtigkeit von Bildung erzählen, sie mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens vertraut machen, ihr von den Gefahren von Atomkraft berichten … ein schlichtes informatives Gespräch eben.

10. An mir wird immer unterschätzt, dass ich:
… auch lustig sein kann :-) , über einen heiligen Zorn verfüge und sogar beats baue ;-) .

11. Dafür stehe ich sogar nachts auf:
Für meinen Sohn – und nur für den :-)

12. Ich hätte besser den Mund gehalten, als ich…
meiner Lehrmeistern im Fotogeschäft, als sie mich darauf aufmerksam machte wieviele Minuten ich morgens immer zu spät komme, vorgerechnet habe, wieviele Stunden ich abends immer noch bleibe. Das hat kein gutes Ende genommen. Oder doch?

13. Zu einem perfekten Schaumbad gehört für mich:
Ruhe – ein seltenes Gut.

14. Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde er mit folgendem Satz beginnen:
Sie sprang schon, mit beiden Beinen voran, in dieses Leben hinein, schaute sich um, wunderte sich … und machte sich ihre Gedanken. So ist das bis heute.

15. Wenn morgen mal wieder überraschend eine Fee bei mir klingelt, wünsche ich mir:
Auf diese Situtation bin ich seit meiner frühen Kindheit vorbereitet :-) . Einen Wunschring würd ich mir wünschen.

Was ich einer Kartoffel schon immer mal sagen wollte:
Es ist gut dass es dich gibt, zum stöbern, schmunzeln, amüsieren, informieren … und zum Essen eben :-)

 

Visuelles Kurzpsychogramm:

……

Sie wollen noch mehr wissen über Tanja Ries? Kann ich verstehen!

 Dann nix wie hierlang:

http://www.tanjaries.de/

http://www.myspace.com/tanjaries

 

Und hier noch ein Tipp so heiß wie die berühmten Ofenkartoffeln:

Chansonfest Berlin vom 9.-12.Oktober 08 im BKA-Theater

http://www.chansonfest-berlin.de/ 

 “Herzwärts… hin zu… oder… hmm… Herzwärts eben“