La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

I’m a Barbie Girl September 25, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 9:10

„Au weia, jetzt geht’s ans Eingemachte. Also: Ich finde Dich total niedlich!“

Genau so begann einer der lustigsten Liebesbriefe, die ich in meiner langjährigen Laufbahn als Herzensbrecherin und Vamp bekommen habe. Die Betonung liegt übrigens auf „lustig“, und das mit dem Eingemachten fand ich sogar mal richtig originell… aber mit „niedlich“ darf man mir nicht kommen. Zumindest nicht, wenn man mir sachlich erklären möchte, welche meiner vielen positiven Eigenschaften den Antragsteller letztlich überzeugt hat.
Im Zusammenhang mit mir auch gern genommen: „putzig“ oder „süß“. Uärg. Geht gar nicht. Passiert mir aber immer wieder.
Ich möchte als vielseitige Frau mit all meinen Facetten betrachtet werden. Ganzheitliches Begehren sozusagen. Ja, bitte, schaut doch mal auf meinen Knackarsch! Sabbert mir in den Ausschnitt!

Okay, ich geb’s zu. Der Hauch von Verruchtheit umweht mich nicht pausenlos. Da bin ich manchmal nachlässig.
Und so ist es dann wohl auch passiert. Ich sitze also mit meinem Kollegen Manfred im Pausenraum, und da sagt der zu mir: „Schade, dass es bei uns im Team keine richtige Frau gibt!“

So. Das ist ja mal was Neues. Gerade Manfred will beurteilen, was eine richtige Frau ausmacht. Dieses kleine Würstchen in Trekking-Sandalen?! Wir sind 18 Frauen im Team. Aber keine ist richtig? Wo doch immer mindestens eine davon PMS ist? Und was ist mit mir? Hallo?

Jetzt gebe ich mir solche Mühe, fraulich zu wirken und war bislang auch ganz zufrieden mit meinen Leistungen. Ich rasier mir jeden Morgen die Haare von den Zähnen, trage fleißig Rosa und ab und zu sogar einen Push up-BH (Was mich nervös macht, weil ich dann meine Füße nicht mehr sehen kann… nee, kleiner Scherz.)

Hm, keine richtige Frau. Das hat mich dann doch nervös gemacht. Also bin ich nach Feierabend direkt in den Zeitschriftenladen und habe mir eine Ausgabe des „Barbie“-Magazins gekauft. Am nächsten Tag habe ich es dem Chef auf den Schreibtisch gelegt und gefragt, ob ich so was unter „Fachliteratur zur Weiterbildung“ abrechnen könne. Das fand der lustig, aber Geld hab ich nie dafür bekommen.

Der Manfred ist sowieso ein total possierliches Kerlchen. Und immer in Sorge um das Wohlergehen seiner Kolleginnen. Gerade auch im Sommer. Da schaut Manfred dann immer gewissenhaft nach, ob bei seinen Mädels noch alle Titten ordnungsgemäß im Ausschnitt sitzen.
„Toffi, glaubst du, die Praktikantin muss ihre Schamhaare wegrasieren, wenn sie diese Hüfthosen trägt?“
Solche philosophischen Exkursionen mag der Mann. Manchmal lass ich mich auf diese Spielchen ein, nur um ihm den Spaß zu nehmen. „Meinste echt, die hat schon Schamhaare?“ oder auch „Hm, keine Ahnung, ich schau bei der immer auf die Riesenmöpse!“ Das turnt den total ab, wenn ich da mithalte. Richtige Frauen machen das nicht.

Mir ist übrigens auch aufgefallen, dass Manfred in meiner Gegenwart kaum noch Taschenbillard spielt. Sie kennen das? Hände in die Hosentaschen, durchzählen, ob noch alle Eichen da sind und dann die Konsistenz überprüfen. Abschließend an den Fingern riechen. Großes Kino!

Schön, dass es noch richtige Männer gibt! Danke!
Durch solche Testosteron gesteuerten Totalausfälle weiß man doch die Frau ansich erst wieder richtig zu schätzen.

 

Best of Rest of Gruppenfoto September 21, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Chanson, Comedy, Kleinkunst, Mein Leben, Musik, Theater — lapetitepatate @ 12:04

 

Das muss gefeiert werden: 25 Jahre Cora Frost!

25 Jahre voller Wunder, Würstel und Wildschweinserenaden und dabei immer zuverlässig unberechenbar!

„Best of Rest of Cora Frost“ heißt das aktuelle Programm der Diva mit Bodenhaftung, und man muss davon ausgehen, dass die Frost aus ihren Resten ein Festmahl zaubert, nach dem man sich nicht nur in Kennerkreisen die Finger lecken wird!

Wunderbar absurd wie Cora Frost selbst, ist auch das Motiv des neuen Tourplakates.
Cora Frost mit Band – Nackte Tatsachen! Ungeschminkte Wahrheiten und ein Hauch von Glamour wie seinerzeit beim Denver Clan! 

 

 Ja, schauen Sie nur genau hin, das soll so sein!

Solche Bilder brennen sich natürlich bei mir ins Gedächtnis und lodern wie kleine Lagerfeuerchen in meinem Unterbewusstsein. (Was ganz angenehem für eine gewisse Grundwärme im Innersten sorgt.) Es lodert also so lange, bis eines Tages alles ganz unerwartet Sinn macht. Da surf ich dann vermeintlich ziellos im Internet rum – und fragen Sie jetzt bitte nicht, wie so was passieren kann – und da sehe ich es:

 

 Best of Rest of Weichzeichner.

Ich glaube ja nicht an Zufälle. Eher an Hommagen. Und die Kunst, aus etwas so Albernem wie einem ABBA-Kitsch-Bild ein Foto zu erschaffen, das so manchem Kleinkunstzuschauer den Blutdruck in die Höhe treiben wird. (Man denke nur mal an Gert „Schmollmund“ Thumser!)

Und wenn ich dann so dem Leben wieder mal eines seiner bestgehütetsten Geheimnisse entlockt habe, werde ich ja erst richtig aktiv. Und kreativ.

Und so was kommt dann dabei raus:

 

 Best of Rest of Gemüsegarten

 

Für alle, die spontan Lust auf mehr bekommen haben, könnte ich jetzt z.B. das ABBA-Musical „Mamma Mia“ empfehlen. Tu ich aber nicht. Gehen Sie besser zur Frost, die feiert nämlich am kommenden Mittwoch, den 24.9.08 ihre große Berlin-Premiere im Admiralspalast!

„Best of Rest of Cora Frost“ mit dem einzigartigen Gert Thumser, Gitarrengott Gary Schmalzl und dem smarten Toni Nissl am Schlagzeug. Kostüme, Beleuchtung und Gesang! Theater trifft modernstes Chanson im Sexschuppen – in Stereo und Farbe! Bunt und berauschend wie eine Wundertüte an Silvester!

 

Kartoffel, der Klugscheißer und eine Prise Elfenstaub September 17, 2008

Gespeichert unter: Begegnungen, Kinder, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 10:06

„Kleiner Klugscheißer“ würde man dazu wahrscheinlich sagen. Aber das wäre unsensibel. Lasst es uns schön reden und es wertschätzend „ein Kind mit einem gesunden Selbstbewusstsein“ nennen.

Da sitze ich also mit dem putzigen Wonneproppen Justin bei den Hausaufgaben und versuche, mich nützlich zu machen. Immerhin habe ich im Mathe-Abi 6 Punkte geschafft – ein Umstand, der mich mental und auch emotional gestärkt an die Situation rangehen lässt.

 

Toffi: „Haste echt super gemacht, Justin! Nur hier ein kleines Fehlerchen…“

Justin: „Nein.“

Toffi: „Wie bitte? Hä? Nein?“

Justin: „Das stimmt alles.“

Toffi: „Schau mal, hier… 12+3=17 … das ist falsch…“

Justin: „Nein.“

Toffi: „Doch.“

Justin: „Mein Onkel ist Wissenschaftler und deswegen weiß ich auch alles! DU hast bestimmt nicht so einen Onkel!“

Toffi: „Hm…“

 

Toffi, denk nach! Nö, nix zu machen, kein promovierter Onkel, von dem ich wüsste. Nur einer mit einer Ferienanlage samt Baggersee neben dem Atomkraftwerk und einer, der in Pelze macht. Mist! Hat mich der kleine Nasenpopler jetzt tatsächlich drangekriegt?

Verwirren. Man muss ihn verwirren.

 

Toffi: „Dafür gibt’s in meiner Familie Könige und Prinzessinnen und Elfen und Kobolde!“

 

Das Kind starrt mich entsetzt an. Wahrscheinlich aus purem Mitleid, aber auf kleine Kinderseelen kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen.

 

Toffi: „Und jetzt radierst du die 17 weg. Sofort!“

Justin: „Okay.“

 

So. Geht doch. Ein bisschen Personenautorität hat noch keinem geschadet.

 

Notiz für mich.
Nicht vergessen: Samstag große Familienfeier im königlichen Märchenschloss bei Tante Tussnelda. Antiallergikum einnehmen, da vermehrtes Aufkommen von Elfenstaub!

 

Empfohlen von 1 Million echter Kartoffeln September 13, 2008

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 8:59

Ich habe ja eigentlich gar nicht mal so viele Zwänge. Und auch absolut keinen Waschzwang. Neutral betrachtet könnte man sagen: ich habe einfach so immer einen beruhigenden Vorrat an verschiedenen Duschgels, Deos und Zahnpastas im Haus. Und gerade auch Bodylotions. 

Ja, ich dufte eben gern und gut und möglichst immer anders, damit sich da auch keiner dran gewöhnt an meinen Geruch. So alle 14 Tage schau ich deshalb samstags im Drogeriemarkt nach, ob’s was Neues gibt und das Alte noch da ist.
Dann stell ich mich voller Tatendrang vors Regal mit all den schönen Bodylotions und fang an, hingebungsvoll daran zu schnuppern. Das geht so: Deckel auf. Einmal leicht gedrückt. Und dann: Nix. Ich riech nix. Chronische Totalverstopfung oder Kapitulation der Schleimhäute. Also nochmal näher dran mit dem Riechkolben und beherzter zugedrückt.

Sprötz. Schlurp.

Ein Creme-Massaker. Überall dieses weiße Glibberzeug. Vor allem in den Nasennebenhöhlen irgendwie unangenehm. (Neulich hing so ein Lotionbatzen auf meinem Kettenanhänger im Dekolletee. Hab ich leider erst an der Kasse gemerkt.)
Jedenfalls soll das alles für Außenstehende sehr lustig aussehen, und deshalb kommen manchmal Freunde mit. Nur so zum Gucken. Die Duftprobe als eine Art Happening. (Die Behauptung, dass die Zuschauer auch Knabberzeug und Campingstühle mitbringen, ist unwahr.)

Da der Blogger ansich ja gerne auch sozialkritisch schreibt, möchte ich Sie nun mit einem Sachverhalt konfrontieren, der mich zutiefst verunsichert hat. (Freizeitleser, die hier nur zum Spaß vorbeischauen: jetzt einfach weglesen!)

Sie kennen diesen Pflegemittelhersteller mit der Taube als Markenzeichen? Genau: Dove. Bei denen wirbt man ja mit diesen netten Mädels von nebenan. Alles angenehm durchschnittliche Frauen mit einer angenehm durchschnittlichen Körperfläche zum Eincremen. Sehr sympathisch. So was muss unterstützt werden. Und wird von mir – nach der Riechprobe – sofort mit nach Hause genommen. Also, die Lotion, nicht die Models.
Aaaaber, muss man Komplexe haben, wenn man zu Dove greift? Weiß dann die Kassiererin sofort Bescheid? „Aha, die hat juckende Hautausschläge und nen dicken Hintern mit Dellen!“
Da kann ich ja gleich nackig rumlaufen, toll.

Egal wie, ich creme mich also morgens mit meiner Dove Bodylotion für extreme Extremhaut ein und lese dabei folgenden Satz auf der Flasche:

„Empfohlen von 1 Million echter Frauen!“

Echte Frauen? Hab ich all die Jahrzehnte etwa Cremes benutzt, die sonst bevorzugt von unechten Frauen benutzt werden? Und was macht die echte Frau aus? Ausgedörrte Problemhaut? Hier und da ein Dellchen? Quasi eine wandelnde Problemzone? Aber hey, alles total echt! Macht mich das an als Kundin? Fühl ich mich da noch sexy in meiner (eingecremten) Haut?

Wenn ich mir’s genau überlege, kenne ich total viele unechte Frauen, die eine perfekte und begehrenswerte Haut haben.
Ich mach hier jetzt einfach mal einen unverbindlichen Vorschlag für einen neuen Werbeslogan:

„Täubchen. Die Lotion für die besondere Frau. Empfohlen von 1 Million echter Transen!“

Kauf ich.

 

Demnächst hier: Mehr zum Thema „Echte Frauen“ und „Falsche Männer“
Es bleibt spannend, schlüpfrig- und sozialkritisch.