La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Kartoffel erlebt ihr blaues Wunder Februar 27, 2008

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Kinder, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:55

Wie war das doch gleich noch mal mit dem Frühling, der sein blaues Band rauskramt? Bei dieser Jahreszeit muss man offensichtlich auf alles gefasst sein.

Ich schaue aus dem Fenster. Frühling. Die Vögel zwitschern, die ersten Bäume blühen zaghaft in den Farben eines Milchshakes vor sich hin. Blauer, unbedeckter Himmel. Und lachende, spielende Kinder.

Plötzlich wird die Idylle jäh unterbrochen, als ein aufgelöstes Kind keuchend die Tür reingestürmt kommt. Die Augen vor Entsetzen weit geöffnet.

Kind (laut schreiend):

„Toffiiiii, komm schnell! Das musst du dir anschauen! Der Himmel ist total nackt!”

Ahhhhh.
Wundervoll, wenn Kinder ab einem gewissen Alter ein fast schon hysterisches Gespür für die Schönheit der Natur entdecken.

 

6 Responses to “Kartoffel erlebt ihr blaues Wunder”

  1. Häppchen Says:

    Frühling läßt sein blaues Band
    Wieder flattern durch die Lüfte
    Süße, wohlbekannte Düfte
    Streifen ahnungsvoll das Land
    Veilchen träumen schon,
    Wollen balde kommen
    Horch, von fern ein leiser Harfenton!
    Frühling, ja du bist’s!
    Dich hab ich vernommen!

  2. Ach, wie herrlich, der gute alte Cora Mörike!

    Doch, doch, der hat da vollkommen recht. Die Bauern düngen grade was das Zeug hält in Kartoffelhausen (”Süße, wohlbekannte Düfte”). Und mit dem Harfenton muss wohl die liebliche Musik meiner Nachbarin Danuta gemeint sein, die langsam aus ihrer Winterstarre erwacht.

    Ja, doch, dich hab ich vernommen, Frühling.
    Frühling, du rockst!

  3. Häppchen Says:

    Och ja…das waren noch Zeiten, als ich mit dem verheiratet war. Zum Schluß waren es aber keine Harfentöne, die bei uns zu hören waren…eher Hafentöne.

    Ich wollte gestern noch etwas mehr schreiben aber Bummi lang so gemütlich auf meinem linken Arm und mit einer Hand ist das Tippseln wirklich sehr mühselig.

    Gedichte verwenden mitunter schon komische Bilder: Blaues Band für wolkenlosen Himmel…naaaa jaaaa…und dann noch flatern…puuuh…also ich weiß nicht. Von meinem Gefühl her finde ich das nicht so getroffen. Schon eher das von dem Kind…Kicher!

    Anfang letzter Woche habe ich nicht schlecht gestaunt, dass in dem Park bei mir die ganze riesige Wiese dicht an dicht voller bunt blühender Krokusse stand.
    Das ist eigentlich auch schon kein leiser Harfenton mehr (aber das konnte Möricke damals noch nicht wissen) sondern alamierend lauter Sirenenton.

    Schön ist es aber trozdem und auch, dass Danuta Tussi langsam wieder lebendig wird und hoffentlich bald wieder für ordentlich herrliche Schlagzeilen sorgen wird…hibbel…hibbel.

  4. …oh ja, das wird sie. Gestern Nacht zirpte es schon wieder “Ey, fuck you” rüber aus dem Nachbarhaus. Wenn die ersten Tulpen knospen, ist Danuta sicher schon zur Höchstform aufgelaufen… stay tuned, dear Cora! ;-)

  5. Die Natur ist aber auch wirklich voller Wunder! Im Garten meiner Familie versuche ich seit Jahren, die Natur zu re-etablieren. Nun schläft heute Nacht sogar ein Fasan in einem der Bäume. Auch Uhus und Käuze ruhen sich dort manchmal aus. Und ab und zu springt ein Reh über den Zaun.

    Im Allgemeinen ist die Natur hierzulande aber ja ziemlich hinüber. Alles ist “kultiviert”, asphaltiert, in Rabatten und Plantagen angelegt. Das kann einen manchmal ganz hysterisch stimmen. Ein Blick zum Himmel ist so betrachtet weniger betrüblich, selbst wenn er sich Grau in Grau zeigt! ;-)

  6. Ich wusste ja noch gar nicht, dass Sie ein Händchen für Flora und Fauna haben, liebe Prinzessin! Das klingt nach einem kleinen Paradies da im elterlichen Schlossgarten, seufz…

    Also, ich habe jahrelang versucht, meinen Garten zu kultivieren. Ich habe kapituliert, die Natur ist mir überlegen. Jetzt ist’s da einfach “wild-romantisch”, was ja schon viel besser klingt als “spießig-angelegt”. ;-)


Leave a Reply