Sie kennen dieses Phänomen ja sicher auch: man steht mal wieder auf dem CSD rum, glotzt neidisch auf die Wagen der Parade und fragt sich, warum da die schönsten Frauen immer Männer sind. Diese Eleganz! Und Beine haben die! Endlos lange und schlanke Beine!
Stripperin Isi aus Big Brother (ja, die mit Abitur) pflegt in genau solchen Situationen immer zu sagen: „Wow, das sind ja Beine bis zum Boden!“
Aha. Beine bis zum Boden. Unglaublich, wie lang solche Beine sein müssen!
Wir alle kennen ja diese kurzbeinigen Menschen, die immer so 3-17 cm über der Erdoberfläche schweben, weil ihre Beine einfach zu knapp ausgefallen sind, und somit eine Bodenhaftung schon allein physisch überhaupt nicht möglich ist. Zum Glück gibt’s da ja noch diese Zauberschuhe „7cm größer in 3 Sekunden“. Mit diesem kleinen Kniff trickst sich ja so manche beintechnisch betrachtete Bodenwurst durch den rauen Alltag der Langbeiner, indem sie sich ruck-zuck um 7cm nach unten verlängert. Es gibt aber auch mutige Betroffene, die ganz offensiv mit ihrem Problem umgehen und sich auch heute noch trauen, mit Buffalos durch die Prärie zu stampfen. Natürlich ein eindeutiges Stigma, das die jungen Leute da mit sich rumschleppen.
Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass es irgendwo da draußen schon erste Selbsthilfegruppen gibt: „Hallo, ich bin der Manuel, und ich bin nicht abgehoben, ich hab einfach nur kurze Beine.“ Dabei sitzt er auf einem Stuhl und lässt so total süß seine kleinen Beinchen baumeln.
Die Gegenbewegung hat’s allerdings auch nicht leichter: „Hallo, ich bin die Desiree, und ich hab Beine bis zum Hals. Das ist voll blöd, denn ich würde so gerne mal mehr Dekolleté zeigen.“