Wie war das doch gleich noch mal mit dem Frühling, der sein blaues Band rauskramt? Bei dieser Jahreszeit muss man offensichtlich auf alles gefasst sein.
Ich schaue aus dem Fenster. Frühling. Die Vögel zwitschern, die ersten Bäume blühen zaghaft in den Farben eines Milchshakes vor sich hin. Blauer, unbedeckter Himmel. Und lachende, spielende Kinder.
Plötzlich wird die Idylle jäh unterbrochen, als ein aufgelöstes Kind keuchend die Tür reingestürmt kommt. Die Augen vor Entsetzen weit geöffnet.
Kind (laut schreiend):
„Toffiiiii, komm schnell! Das musst du dir anschauen! Der Himmel ist total nackt!“
Ahhhhh.
Wundervoll, wenn Kinder ab einem gewissen Alter ein fast schon hysterisches Gespür für die Schönheit der Natur entdecken.
Jetzt ist es doch passiert. Ich wurde von einem Stöckchen getroffen. Aua.
Zugeworfen hatte es mir die gutste aller Ehefrauen – und das mit einer so charmanten Begründung, dass ich einfach nicht widerstehen konnte:
„Als nächstes bitte mal La Petite Patate! Alle anderen haben wohl schon.“
Das erinnert mich so ein bisschen an den Schulsport früher, wenn’s an das Wählen der Mannschaften ging und man, langsam aber sicher, immer mehr Platz auf dieser langen dünnen Holzbank hatte. Und am Ende das Demütigendste überhaupt: mitspielen musste man auf alle Fälle, weil man sich nicht mehr rechtzeitig ein ärztliches Attest besorgt hatte, das ein tief greifendes seelisches Trauma aufgrund von Diskriminierung bestätigt hätte.
Ich will aber mal nicht so sein. Und so ein Blog-Kettenbrief ist bezüglich des körperlichen Aufwandes schließlich keineswegs mit einer Runde Völkerball zu vergleichen.
Hier nun das Stöckchen „Buch“.
Aufgabe:
* Nimm das erste Buch in deiner Nähe (das mindestens 123 Seiten hat).
* Öffne das Buch auf Seite 123.
* Finde den fünften Satz.
* Poste die nächsten drei Sätze.
* Wirf dein Stöckchen an 5 weitere Blogger!
„Gespenstisch, oder? Für mich ist ein Hagelsturm wie eine Brise Weltuntergang. Da hängt so ein seltsamer ockergelber Schleier über dem Himmel, plötzlich legt sich ein dunkelgrauer Vorhang darüber, und dann prasseln mit immenser Geschwindigkeit Abertausende dieser weißen Kieselsteinchen zu Boden.“
So, und jetzt nichts wie weiter mit dem Stöckchen.
Oh, Moment. Wenn ich der letzte Blödi war, der hier dran war, wie kriege ich das Ding dann weiterverteilt?!?! Sackgasse? Trifft mich dann jetzt der Blitz? Ereilt mich ein unausweichliches, aber grauenhaftes Schicksal? Gibt’s da Präzedenzfälle vor mir?
… Ach was, ich mache einfach was Neues draus!
Liebe Leser, wie schaut’s aus, wollt Ihr Eure Bücher mit mir teilen?
Was liest zum Beispiel das nette Häppchen? Oder schmökert die heiße Krokette schon in ihrem neuen Indien-Kochbuch? Und was macht Gerdi, wenn der Touché-Comic keine 123. Seite hat?
Edda Schnittgard. Musikerin, Kabarettistin, Autorin und Regisseurin mit einer Vorliebe für ausgesprochene Wahrheiten, leckere Lieder und italienische Schühchen. Deutscher Kleinkunstpreis für „Queen Bee“ zusammen mit Ina Müller. Heute tourt „Schniddie“ solo am Klavier mit so wundervollen Titeln wie „Barbie reloaded – das Ziel ist im Weg“.
Am 8. März Premiere des neuen Programmes „Das Edda-Prinzip. Die Rache des dicken Mädchens“.
Edda, keine kann so schön Rosa tragen wie sie!
Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse.
Kartoffelklatsch mit Edda Schnittgard.
1. Mein schönstes Erlebnis mit einer Kartoffel:
Sie hat den schönsten Abdruck auf meinem Kissen hinterlassen, das ich in der Schule mit ihr bedruckt habe!!!
2. Mit diesem Buch kann man am besten Spinnen erschlagen:
Mit der Autobiografie von Mark Medlock!!!!
3. Es ist unfassbar, aber bei diesem Film muss / kann ich immer heulen:
Transamerica
4. Der Tag ist für mich gelaufen, wenn folgendes Lied im Radio kommt:
Im Winter: „Last Christmas“ und den Rest des Jahres: alles von Celine Dion!!!!!
5. Mein unvergesslichstes Erlebnis im Schulsport war:
Ballgymnastik und Keulenschwingen zu Musik von Jean-Michel Jarre, wenn’s wieder getrennten Mädchensport bei Elfie Hirschberger gab…..
6. Ich geb’s zu, als ich 13 war, hatte ich ein Poster an der Wand von:
Duran Duran
7. Niemand sollte je erfahren, dass ich:
Duran Duran immer noch gut finde!!!
8. Am Sonntagmorgen möchte ich auf keinen Fall, dass:
Mein Wecker klingelt, oder meine Nachbarn schlechte Musik auflegen!!
9. Wenn ich Nicole Kidman im Schwimmbad träfe, würde ich ihr sagen:
Hör auf, es zu leugnen: es sind NICHT die guten Gene, und NICHT die gesunde Lebensweise, es war der DOKTOR!! Und es sieht scheisse aus. Noch nich so scheisse wie bei Melanie Griffith oder Michael Douglas, aber das kann noch kommen….und, ach ja, das mit dem Schauspielern……lass das doch mal, du hast doch genug Kohle verdient……
10. An mir wird immer unterschätzt, dass ich:
Die meisten meiner Lieder selber schreibe.
11. Dafür stehe ich sogar nachts auf:
Gute Musik und gute Freunde!
12. Ich hätte besser den Mund gehalten, als ich:
Behauptet hab, die Bahnstreiks wären jetzt vorbei…….
13. Zu einem perfekten Schaumbad gehört für mich:
Ann Hampton-Callaway, die dazu singt, mein Kater, der wie immer neben der Wanne steht und nervt, das Telefon auf dem Wannenrand (Riiisikooooo!!!) und mein Lieblingsbad „Gettin’ steamy“
14. Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde er mit folgendem Satz beginnen:
Ich dachte immer, alt ist immer 15 Jahre älter als ich, und jetzt DAS!!!
15. Wenn morgen mal wieder überraschend eine Fee bei mir klingelt, wünsche ich mir:
Viele neue Ideen für meine Lieder und Texte, dass Detlev D! Soost endlich die Klappe hält, oder alternativ lebenslang seine gesamte Freizeit mit Nina Hagen verbringen muss, und….natürlich….Weltfrieden!!
Bonusmaterial: Was ich einer Kartoffel schon immer mal sagen wollte:
Scheiss auf alle Ernährungswissenschaftler der Welt, Du hast die schönsten Kohlehydrate, die eine Beilage jemals gesehen hat!!
Visuelles Kurz-Psychogramm:
Edda Schnittgard live on stage. Sehen und staunen:
Ich war dieses Jahr zu Fasching ja Pirat. Einer von dieser unglaublich attraktiven Sorte, die die raue Seeluft und das abenteuerliche Leben nur noch attraktiver und begehrenswerter gemacht hat. Denken Sie einfach an Captain Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“. Genauso viel Kajal unter und über den Augen, eine fluffige, schwarze Langhaar-Zottelperücke und dazu ein sexy Outfit, dass jeder Seebär schwach werden musste!
Doch, das hatte was. Ich war wirklich zufrieden.
Also, nix wie raus unter Leute, die schwer verdienten Komplimente einfahren.
„Ahhh, Toffi, meine Güte, Du siehst ja aus wie Bill von Tokio Hotel!“
Fasching war für mich also am Rosenmontag hiermit beendet. Nächstes Jahr gehe ich wieder als Kartoffelgratin.
Sie kennen dieses Phänomen ja sicher auch: man steht mal wieder auf dem CSD rum, glotzt neidisch auf die Wagen der Parade und fragt sich, warum da die schönsten Frauen immer Männer sind. Diese Eleganz! Und Beine haben die! Endlos lange und schlanke Beine!
Stripperin Isi aus Big Brother (ja, die mit Abitur) pflegt in genau solchen Situationen immer zu sagen: „Wow, das sind ja Beine bis zum Boden!“
Aha. Beine bis zum Boden. Unglaublich, wie lang solche Beine sein müssen!
Wir alle kennen ja diese kurzbeinigen Menschen, die immer so 3-17 cm über der Erdoberfläche schweben, weil ihre Beine einfach zu knapp ausgefallen sind, und somit eine Bodenhaftung schon allein physisch überhaupt nicht möglich ist. Zum Glück gibt’s da ja noch diese Zauberschuhe „7cm größer in 3 Sekunden“. Mit diesem kleinen Kniff trickst sich ja so manche beintechnisch betrachtete Bodenwurst durch den rauen Alltag der Langbeiner, indem sie sich ruck-zuck um 7cm nach unten verlängert. Es gibt aber auch mutige Betroffene, die ganz offensiv mit ihrem Problem umgehen und sich auch heute noch trauen, mit Buffalos durch die Prärie zu stampfen. Natürlich ein eindeutiges Stigma, das die jungen Leute da mit sich rumschleppen.
Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass es irgendwo da draußen schon erste Selbsthilfegruppen gibt: „Hallo, ich bin der Manuel, und ich bin nicht abgehoben, ich hab einfach nur kurze Beine.“ Dabei sitzt er auf einem Stuhl und lässt so total süß seine kleinen Beinchen baumeln.
Die Gegenbewegung hat’s allerdings auch nicht leichter: „Hallo, ich bin die Desiree, und ich hab Beine bis zum Hals. Das ist voll blöd, denn ich würde so gerne mal mehr Dekolleté zeigen.“