



Melancholie
Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen,
Die lang mich anschaun im Vorübergleiten.
Guitarrenklänge sanft den Herbst begleiten
Im Garten, aufgelöst in braunen Laugen.
Des Todes ernste Düsternis bereiten
Nymphische Hände, an roten Brüsten saugen
Verfallne Lippen und in schwarzen Laugen
Des Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten.
Georg Trakl (1887-1914)
Da sitze ich also beim Tierarzt zwischen drei Dobermännern und einem Berner Sennenhund. Meine Katze schmollt neben mir in ihrer Transportbox und flucht dabei, was das Zeug hält. Wieso macht eigentlich das kleinste Tier im Wartezimmer den meisten Lärm?
Schnell mal so tun, als ob man nicht dazu gehört und in einem Magazin geblättert.
Dabei fallen mir Fotos ins Auge, die mich in ihrer Optik und Aussage sofort komplett fesseln. Erst viel später realisiere ich, dass sie eine Künstlerin zeigen, die ich unter anderem dafür bewundere, dass sie abgründige Melancholie mit geballter Lebensfreude in ihrer Kunst zusammenführt. Und das in einer Intensität und Ehrlichkeit, wie es nur wenige Menschen vermögen.
Foto 1+3: besagte Fotos, Foto 2+4: Winter in Kartoffelhausen