La Petite Patate

……………Weichkochend. Bissfest. Und très dangereuse!

Die ganze Welt ist ein Foxtrott Juni 11, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:23

Mit 15 Jahren befand ich mich, nicht selten ästhetisch etwas unpräzise, auf der Suche nach der ureigenen Kartoffel in mir. Vielleicht möchte ich im Nachhinein sogar einräumen, dass diese grün-rot-gestreifte Wollmütze einfach grottenscheißhässlich war und die figurbetonten Strick-Pullis von Benetton an den Körpern anderer Teenies besser aufgehoben gewesen wären.

In dieser verwirrenden Zeit spielte mir das Schicksal eine beste Freundin zu: Eva Rossmann. Ein junges Ding, ein frisches Ding. Ein Mädel mit einem Pferdestalllächeln und den breitesten Cordhosen, die man je gesehen hatte. Zahnarzttochter und Bilderbuchfamilienmensch. Und die einzige Person, die ich auch noch Jahre nach dem Abitur hätte töten können.

Eine der vielen grauenhaften Erinnerungen, die ich Eva Rossmann zu verdanken habe, ist die Teilnahme am Tanzkurs. Gefangen im Gruppenzwang einer Horde pickliger Teenies mit so viel Taktgefühl wie Lebenserfahrung. Aber um Evas Freundschaft nicht zu verlieren, machte ich sie und obendrein meine Eltern sehr glücklich, als ich zähneknirschend verkündete:

„Ja, es ist soweit. Ich bin bereit für einen Tanzkurs!“

Der Tatsache, dass mein allererster Tanzkursabend exakt mit dem Ausbruch des Golfkriegs zusammenfiel, hatte ich damals keine weitere Bedeutung zugemessen.

Ich Dummerchen.

Während sich meine Freundin Eva ab dem ersten Abend wegen gesundheitlicher Unpässlichkeiten immer schön kurzfristig vom Tanzen befreien ließ, hatte ich keine Ausreden gefunden und den Tanzpartner abbekommen, den ich verdient hatte: Sascha Fernando.

Was jetzt klingt wie ein feuriger Flamencotänzer aus Almeria, entpuppte sich ruckzuck als der allermieseste Tänzer westlich von Hoyerswerda. Zu allem Glück auch noch gesegnet mit einer ehrgeizigen Mutter, die immer und überall dabei war. Und jederzeit bereit, das Versagen ihres Wonneproppens zu rechtfertigen. Was tanzt das jämmerliche Ding dem Jungen auch immer unter den Füßen rum?

„Na, Toffi, Du hast ja echt zwei linke Füße beim Tanzen!“

Sagt diese Tanzbärenmutter. Zu mir!

Holladiewaldfee!

Nicht mit mir!

Dann sei also Krieg!

Ich hatte damals genau 2 Sekunden Zeit, mir spontan eine sensationelle Antwort auszudenken. Da sitze ich also auf der Rückbank dieses Mutterautos, rechts von mir die tanzende Null und unter mir die stinkende Hundedecke und höre mich sagen:

„Tja, zwei rechte Füße sind auch nicht gerade hilfreich beim Tanzen!“

… und fixiere dabei mit funkelnden Augen meinen Tanzpartner. Jaaa, kapier’s, DU bist hier der Versager!!!

Leider verpuffte meine rhetorische Retourkutsche wie ein Furz im Wind, denn weder Mutter noch Sohn waren geistig in der Lage, meine Beleidugung überhaupt als solche zu erkennen. Genaugenommen glaube ich, Sascha ist heute noch stolz darauf, damals endlich zwei rechte Füße attestiert bekommen zu haben. So viel Talent kommt eben nicht von ungefähr!

Als der Abschlussball näher rückte, besorgte ich mir die nächste Demütigung in Form eines pinkfarbenen Rüschenkleides – und meine liebste Freundin Eva sich die Windpocken. Aber in einer guten Freundschaft muss man auch mal gönnen können; und ja, diese widerliche riiiiesige unförmige Pockennarbe mitten im Gesicht hatte sich Eva zu dem Zeitpunkt unserer Zusammenarbeit haushoch verdient.

Der Abschlussball fand dann tatsächlich statt. Unter dem Motto „Urlaub in der Südsee“. Wie naheliegend. Aber immer noch besser als „Ferien auf dem Reiterhof“.

Ein Abend in der Stadthalle mit 100 parfümierten Teenagern, nervösen Eltern und unglaublich schlechter Musik einer drittklassigen Tanzkapelle. Und ich mittendrin.

Dass meine Karriere als Standardtänzerin niemals in einem furiosen Finale enden würde, kristalisierte sich dann allerdings schneller heraus als erhofft, als nämlich das passierte, was man heute noch in der Tanzschule „Messerspitz“ den Debütanten als abschreckendes Beispiel erzählt.

Ja, ich gebe es zu. Ich bin der eine Teil des Pärchens, das damals auf der Tanzfläche darüber zu streiten begann, um welchen vorzutanzenden Tanz es sich bein dem Musikstück handelte, das die Band da spielte.

„Waaas, ein Walzer? Spinnst Du??? Das ist ein Foxtrott!!!“

(Ich sagte ja schon, die Musiker waren schlecht. Sehr unpräzise. Tja.)

Und weil Sascha und ich uns nicht einigen konnten, tanzte einfach jeder das, was er für richtig hielt. Es mag nach außen möglicherweise etwas bizarr gewirkt haben. Aber wo wären wir denn da hingekommen, wenn sich damals jeder dem anderen einfach so kampflos ergeben hätte?

Wie gesagt, da draußen in der Welt war Golfkrieg. Wir waren jung, verunsichert und unglaublich unvorteilhaft angezogen, aber ich kann noch heute mit Stolz und Sicherheit sagen:

Es war ein Foxtrott.

Nachgestellte Szene.

Nachgestellte Szene.

 

Auf einer Skala von 1 bis 10… Juni 2, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Mein Leben, Tierwelt — lapetitepatate @ 7:06

… wie normal ist es , dass sich meine Langhaarkatze im Garten bevorzugt auf kleine Nacktschnecken legt, die ich dann Wochen später ötziförmig wie eine luftgetrocknete ungarische Salami aus dem Fell puhlen darf?

(Sie glauben gar nicht, wie lange ich beim ersten Mal darüber nachgedacht habe, was ich da aus dem Katzenfell geborgen hatte! Ich lag nächtelang wach und war kurz davor, das zerschnurpselte Etwas zu probieren!)

Schnecken mit Häuschen haben übrigens weitaus bessere Überlebenschancen, sind sie erst einmal in die Fellfalle auf vier Pfoten geraten. Die kleinen possierlichen Schleimspurzieher finden sich bei uns im Haushalt regelmäßig am Wassernapf von Frau Katze wieder, wo sie sich ein ausgiebiges Bad zur Feier ihres Überlebens gönnen.

Meine Befürchtungen, dass sich der Wassernapf als luxuriöses Schnecken-Spa in der Region rumsprechen könnte, haben sich bisher als übertrieben erwiesen.

 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Mai 1, 2009

Gespeichert unter: Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Kinder, Mein Leben, Queer, Soziales — lapetitepatate @ 8:58

Ein Fehler.

Es handelt sich hierbei zwar nur um einen Artikel aus der Rubrik „Freizeit-Spass“, dennoch möchte man meinen, Herr Al Bano Carrisi selbst wäre ein grober Übersetzungsfehler der Schöpfung. Und was bin ich froh, dass man diesem durch und durch heterosexuellen Schnulzenfuzzi Mann und Übervater die Möglichkeit zu einer ausladenden Richtigstellung seiner mittelalterlichen Ansichten gegeben hat. Klingt doch alles gleich viel differenzierter und reflektierter, wenn man es nur richtig übersetzt.

Ja, Homosexualität als Laune der Natur! Ein seltsamer Streich! Ein Makel!

Verbreitet sein Wort! Übersetzt, was das Zeug hält!

Eine Frage hätte ich noch: Ich möchte Sie wirklich nicht beunruhigen, Signor Carrisi, aber wie alt sind ihre beiden süßen Kinder? Ganz sicher, dass der hübsche, lockige Knabe im Vordergrund nicht doch mal ein sensibler Schwuler wird? Oder das blonde Mädchen da in Ihrem Arm, hätte sie nicht das Potential zu einem bisexuellen Luder?

Herr, wirf Hirn vom Himmel!

 

Potatoback Mountain April 15, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Mein Leben — lapetitepatate @ 1:47

Das Glück der Erde...

Für B.M.

Danke für den romantischsten „Antrag”, den ich jemals von einer Krokette bekommen habe!

Welch ein Moment, nur wir Beide, zwischen Traktoren („Aaaachtung, Toffi, laaaauf!”), Pferdemist („Oh, das riecht aber doch sehr nach Tier!”) und dreifachen Europameistern im Springreiten („Bekommt man vom vielen Reiten O-Beine?”)!

Krokette, was freu ich mich auf die nächsten 100 Sonnenuntergänge mit Dir. Egal, ob humpelnd am See, beim Starbucks oder auf der kommenden Konzert-Tournee! Du bist die beste Beilage Krokettenkumpelin, die man haben kann!

 

Drei Damensocken und ein Todesfall April 13, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Mein Leben — lapetitepatate @ 4:31

Ostern 2009 – eine Bilanz aus der Kartoffelperspektive


Alles fing damit an, dass am Karfreitag unangekündigt 3 schwarze Socken während eines Ausflugs in der Waschmaschine spurlos verschwanden und auch am Ostersonntag nirgendwo anders wieder erschienen sind. „Man wäscht auch nicht am Feiertag!”, sagt dazu meine Mutter und sucht noch nicht mal nach weiteren tröstenden Worten für mich.

Am Ostersamstag gehe ich freiwillig einkaufen, finde sogar einen Parkplatz, aber keinen Eisbergsalat. Lachen kann ich dann erst wieder, als ich diese armen, verzweifelten Menschen sehe, die noch keine Ostergeschenke haben.

„Jaaa, wer jetzt noch kein Nest hat, der füllt auch keins mehr!”, möchte ich hingebungsvoll-hämisch durch den Laden deklarieren. Doch dann sehe ich, weshalb da dieser Kundenklumpen aufgeregt wie ein Bienenschwarm am „Tag der offenen Blüte” vorm Regal klebt: „Alle Osterartikel 50% billiger!” – steht da in rot und ich frage mich, weshalb ich genau gestern noch für den selben Haseneierkram 50% mehr bezahlt habe.

Hausfrauen mit vor Entschlossenheit verzerrtem Gesicht schaufeln ganze Legionen von Milka-Hasen in ihre viel zu kleinen Einkaufswagen. Ich täusche mit einer ruckartigen Handbewegung ebenfalls Kaufabsicht vor, da faucht’s mich auch schon von allen Seiten an und ich meine, Schaumkronen vor den Mündern der treu sorgenden Mütter gesehen zu haben.

Wieder zu Hause angekommen, hole ich mit einem Wäschekorb die Osterpost aus dem Briefkasten. Oh, Post von Sheego! Sheego… kenn ich nicht. Aber ich freu mich trotzdem, zumindest tu ich so, damit der Nachbar, der grade gegenüber die Straße kehrt, merkt, wie beliebt ich bin.

Sheego, so stellt sich später heraus, ist ein Katalog für Übergrößen. „Unbeschreiblich weiblich” steht da unverblümt auf der Titelseite, und die BH’s fangen erst bei Größen an, die ich sonst nur von Pudelmützen kenne. Wahrscheinlich spekuliert man bei Sheego darauf, dass sich die Durchschnittskartoffel über Ostern zu einem Wonneproppen hochgefuttert haben wird und dann spontan neue Kleidung braucht. Irgendwie nett. Und gleichermaßen beunruhigend.

Tief einatmen. Ausatmen. Alles wird gut. Die Sonne scheint.

Am Ostersonntag komme ich nach dem Aufstehen etwas zerknittert am Küchentisch vorbei, und da steht sie, bunter als das Leben selbst: eine kleine Schachtel Pralinen mit güldenem Geschenkband! Ich bin vom Fleck weg gerührt! Wie süüüüß ist das denn!?

„Duuu, Herr Kartoffel”, flöte ich durchs Haus, „diese Pralinen…”

„… ja, die sind vom Sven und vom Andy – für mich! Toll, gell?!”, schreit Herr Kartoffelmann aus dem Bad, und bevor ich mich mit einem fiesen Satz rächen kann, weil ich kurz unnötig romantisch verblendet war, rauscht auch schon das Wasser aus der Dusche, und man singt gut gelaunt ein kleines Liedchen.

Der Besuch in der Heimat versöhnt mich dann wieder mit der Menschheit. Es gibt ganz viel Familie und den ersten Spargel der Saison, frisch gepflückt von polnischer Zeitarbeiterhand. Zwischen Pfann- und Erdbeerkuchen berichtet man sich von den neuesten Erlebnissen, und irgendwie habe ich das Gefühl, meine Eltern sammeln inzwischen Beerdigungen von alten Freunden wie andere Leute Abwrackprämien.

Tapfer ist sie, meine Mutter. Und manchmal etwas unsensibel. „Ja, ja, da sitzt man dann in der Trauerhalle und überlegt, wen es als Nächstes erwischt. Na ja, immerhin sind bis jetzt bei allen Paaren immer die Männer zuerst gestorben.”

So ähnlich muss es auch meinen 3 verwitweten Socken-Weibchen ergangen sein. Eben noch ein Paar, jetzt schon Singlesocke. Aber die Damensocke ansich ist ja anpassungsfähig, und so haben sich die 3 Baumwoll-Luder bereits ganz gut mit der neuen Lebenssituation arrangiert und sich ein kleines, kuscheliges Liebesnest in meiner Sockenschublade eingerichtet. Befreit vom Zwang, immer als Paar auftreten zu müssen, liegen die Mädels jetzt faul zwischen meinen Sportsocken und Nylonstrümpfen in der Gegend rum, genießen la dolce vita und verprassen ihre Witwenrente. Und manchmal, wenn ich an meiner Kommode vorbeilaufe, höre ich die 3 Sockinnen kichern und ja… plöpp!… gerade eben haben sie wieder eine Flasche Prosecco aufgemacht!

Ahhh, la vita è bella!

Auf das Leben nach den Feiertagen!

Auf die Socken!

 

Zeigt Farbe und feiert schön April 11, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Mein Leben — lapetitepatate @ 1:39

Frohe Ostern

 

Früh übt sich April 4, 2009

Gespeichert unter: Begegnungen, Kinder, Mein Leben, Soziales — lapetitepatate @ 6:31

„Wir waren ja letztes Jahr auf einer Kreuzfahrt in Dubai. Toffi, machst Du eigentlich auch lieber Urlaub in Ländern, in denen die Menschen reich und glücklich sind? Also, diese armen Menschen und Armut möchte ich im Urlaub nicht sehen.”

Clara (8 Jahre alt)

 

Die schönsten Knollen blühen auf dem Land März 24, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Begegnungen, Mein Leben — lapetitepatate @ 10:46

Kartoffel des Monats

Jetzt ist es offiziell:

Sieglinde Patatina ist die Kartoffel des Monats März!

Die Jury zeichnet hiermit eine kleine Kartoffel aus, die sich durch ihren hohen Stärkegehalt und eine extravagante Schalenfarbe vom übrigen Kartoffelbrei abhebt.

Und ja, ein Erfolg bleibt selten allein, und so kann Signora Patatina ab sofort mit Stolz in ihrem Lebenslauf behaupten, von Deutschlands einzigartigster Absurdpoetin jongliert und in schwindelerregende Höhen katapultiert worden zu sein. Während der Saal tobte und gleichzeitig vor Spannung den Atem anhielt, blieb La Patatina vorwiegend festkochend. Hut ab, huiii!

Angenehm kräftig im Geschmack und formschön wie keine andere, ist Sieglinde Patatina dennoch bodenständig geblieben und ihrem Heimatacker treu verbunden.

Wir gratulieren und wünschen alles Gute für die Welttournee.


 

Denn das Glück sollte man auskosten März 20, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Aus aller Welt, Begegnungen, Gesundheit, Mein Leben — lapetitepatate @ 8:03

Ich befinde mich derzeit in einem relativ schleimigen Gesamtzustand, und mein Hausarzt würde an der Stelle sicher wieder sagen: „Da hat sich wohl was draufgesetzt!”.

Kaum hat der Frühling mal zaghaft sein kleines Schnuffelschnäuzchen rausgestreckt, fängt bei mir die Pollenallergie an. Gewissenhaft wie ich bin, hab ich mir nahezu ganzjährig andauernde Allergien zugelegt – ich beginne im Spätwinter mit der Hasel und lasse das Schniefen dann so Ende Oktober langsam mit den Gräsern ausklingen. Und wo ich grad schon mal dabei war, mich als wandelnde Röchelpustel zum Drops zu machen, kann’s ja nicht schaden, noch einen Schnupfen und Halsweh draufzusetzen.

Was der Grund des Schneuzens ist, lässt sich leicht mit einem beherzten Blick ins Taschentuch feststellen, sagt mein Arzt.

Achtung, Kugelschreiber bereithalten, hier kommt die Regel zum Rotz:

Schleim = klar + flüssig = Allergie und blöd

Schleim = gelb-grün + zäh = Infekt und böse

Ich hab grade alles. Das ist gemein und blöd-böse.

Als mein Arzt damals die Resultate meines Allergietests gesehen hat, fand er wunderbar tröstende Worte für mich: „Wow…! Aber schön, dass Sie bei so einem Befund noch nicht ihren Humor verloren haben, Frau Toffel!”

(Ja, das ist schön. Ich hab daraufhin noch einen kleinen Arzt-Witz gemacht und bin zum Verschleimen nach Hause gegangen.)

Jedenfalls habe ich armes Schniefschnucki mir für heute fest vorgenommen, mir was Gutes zu tun, und da ich sowieso rausmusste, war ich wild entschlossen, dem Pollenflugfrust was Pfiffiges entgegenzusetzen: Kaufrausch!

Gezielt eingesetzt, soll der ja Wunder bewirken!

Ich packe also meinen Einkaufswagen und nehme mit: Schwammtücher, Katzenfutter, 300g Süßkartoffeln und einen WC-Stein. Und was soll ich sagen – nix. Null Effekt auf mein Wohlbefinden! Hatschiiii.

Und dann treff ich ihn! Plötzlich steht er vor mir, genau so, wie ich es in meinen Träumen immer vor mir gesehen habe:

Glückstee. Mit Banane.

Genau. Tee. 20 Doppelkammerbeutel „Momente des Glücks – Banane-Kleeblüten” für 1,79 €!

Banane mit Glück – verdammt, ist das gut! Ich mag nämlich zufällig beide Zutaten extrem gerne, wobei mich die Banane fast noch mehr angesprochen hat.

An der Kasse hab ich einen Rentner mit Weißwein und passendem Kleingeld vor mir, genug Zeit also, meine Phantasie eine Runde Gassi zu führen.

Wie mag die Kleeblüte ansich schmecken?

Muss der Klee vierblättrig gewesen sein, um das volle Glücksaroma entfalten zu können?

Und warum ist da eine zartgelbe Ballerina auf der Teepackung drauf? – „In Anlehnung an Edgar Degas / Daneuse-Fin d’Arabesque”, erklärt mir die von vorne betrachtet rechte Seite der Schachtel. Ach so, nee, ist klar. Da halt ich mich doch besser an die Banane, deren Konzept versteh ich.

Wie dem auch sei, heute Abend findet bei mir das ultimative Glücksprogramm statt. Auf DVD gibt’s „Ein Quantum Trost”, weil ich Daniel Craig als James Bond durchaus akzeptabel und scheißerotisch finde – und weil „Wolke 9″ von Andreas Dresen bereits ausgeliehen war.

Und genau dann, wenn ich’s vor Entspannung kaum noch aushalte, mache ich mir eine Tasse Banane-Glücksklee-Tee. Was dann hier bei mir so abgehen wird, davon hab ich dank der Teepackungsgebrauchsanweisung bereits eine sehr konkrete Vorstellung:

„Das Herz jubelt, der Kopf schwebt in den Wolken, die Welt strahlt in den leuchtendsten Farben. Genießen Sie diese Stimmung mit Meßmer ‘Momente des Glücks’!”

Und wehe, mir geht’s morgen nicht besser! Ich schwör’s, ich trink sofort wieder Cola und schau „Big Brother”. Und ja, vielleicht leg ich mir spontan noch eine Hausstauballergie zu. Sicher ist sicher.

(An dieser Stelle möchte ich der Firma „Tempo” danken, die mich all die Jahre zuverlässig und niesfest mit Taschentüchern versorgt hat. Ohne Euch wär das alles nicht möglich gewesen. Hatschiii.)

 

Kartoffel stellt fest… März 18, 2009

Gespeichert unter: Auf dem Land, Mein Leben — lapetitepatate @ 6:46

… dass sie immer wieder ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie den Biomüll ausgerechnet in die Zeitungsseite mit den Todesanzeigen packt.